Plug Power Aktie: 50-MW-Auftrag für Hunter Valley Hub

Plug Power meldet verbesserte Quartalszahlen mit reduziertem Verlust und höherem Umsatz. Das Unternehmen bestätigt den Kurs Richtung Profitabilität und hebt die Jahresprognose an.

Felix Baarz ·
Plug Power Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Umsatz steigt auf 178 Millionen Dollar
  • Verlust je Aktie geringer als erwartet
  • Lieferungen von Gabelstaplern legen deutlich zu
  • Jahresprognose für Wachstum angehoben

Es gibt Aktien, die sich wie ein Konjunkturbarometer der Wasserstoffbranche lesen lassen. Plug Power ist so ein Fall: Wenn dieses Unternehmen aus roten Zahlen herausfindet, ist das mehr als eine Firmengeschichte – es ist ein Signal, ob der große Wasserstoff-Traum der letzten Jahre noch trägt oder endgültig zur Ernüchterung wird. Am Montag hat der Brennstoffzellenspezialist Zahlen vorgelegt, die genau in diese Debatte hineinwirken.

Der Turnaround nimmt Konturen an

178 Millionen Dollar Umsatz im zweiten Quartal, eine Bruttomarge auf Break-even-Niveau und ein Nettomittelabfluss von rund 61 Millionen Dollar – das liest sich nüchtern, markiert aber einen echten Fortschritt gegenüber den Verlustjahren, die Plug Power geprägt haben.

Der bereinigte Verlust pro Aktie lag bei 0,07 Dollar und damit besser als die von Analysten erwartete Marke von 0,08 Dollar. Der GAAP-Verlust schrumpfte auf 0,14 Dollar je Aktie, ein Jahr zuvor waren es noch 0,20 Dollar gewesen.

Bemerkenswert ist vor allem, wie das Unternehmen an anderer Stelle die Kosten in den Griff bekommen hat: Die operativen Aufwendungen sanken um rund die Hälfte gegenüber dem Vorjahr. Das ist keine kosmetische Verbesserung, sondern harte Sanierungsarbeit. Am Ende des Quartals verfügte Plug Power über etwa 162 Millionen Dollar an frei verfügbaren Barmitteln.

Und weil eine Kolumne über Plug Power ohne den Verweis auf die operative Basis unvollständig wäre: Die Auslieferungen von Material-Handling-Systemen legten im Jahresvergleich um 125 Prozent auf 1.666 GenDrive-Einheiten zu.

Das Servicegeschäft wuchs um 82 Prozent auf rund 30 Millionen Dollar Umsatz, bei einer positiven Marge von 27 Prozent. Das ist der Teil des Geschäfts, der zunehmend zeigt, dass Plug Power nicht nur verkauft, sondern auch verdient.

Elektrolyseure als zweite Wachstumssäule

Während das Materialhandling-Geschäft die Basis stabilisiert, liefert die Elektrolyseur-Sparte die Wachstumsfantasie. Plug Power meldete die finale Investitionsentscheidung für ein 30-Megawatt-Projekt namens Barrow Green Hydrogen in Großbritannien sowie einen 50-Megawatt-Auftrag für Oricas Hunter Valley Hub in Australien.

Solche Projekte sind das Rückgrat der These, dass grüner Wasserstoff industriell relevant wird – nicht als Nischenprodukt, sondern als Baustein der Dekarbonisierung energieintensiver Branchen wie Bergbau und Chemie.

Auch das Kraftstoffgeschäft, lange ein Verlustbringer, zeigt Besserung: Der Umsatz stieg um etwa 15 Prozent auf rund 39 Millionen Dollar, während sich die Bruttomarge von etwa minus 91 Prozent auf etwa minus 48 Prozent verbesserte. Noch immer negativ, aber die Richtung stimmt – und genau darum geht es bei diesem Unternehmen: nicht um Perfektion, sondern um die Beschleunigung der Besserung.

Liquidität als Nervenkitzel

Wer die Plug-Power-Geschichte seit Jahren verfolgt, weiß, dass die Kapitalausstattung immer der wunde Punkt war. Das Unternehmen kündigte an, dass Transaktionen nach Quartalsende kurzfristig 80 Millionen Dollar an Liquidität einbringen sollen, wovon bis August bereits rund 47 Millionen Dollar eingegangen sind. Das ist Teil eines größeren Ziels von 275 Millionen Dollar aus Vermögensverwertung und nicht verwässernden Finanzierungsmaßnahmen.

Die Frage, die sich Anleger stellen müssen, ist simple: Reicht dieses Tempo, um bis zum angepeilten positiven EBITDAS im vierten Quartal 2026 über die Runden zu kommen?

Das Management selbst zeigt sich zuversichtlich und hob die Umsatzprognose für 2026 von 13 bis 15 Prozent Wachstum auf 15 bis 16 Prozent an – ein kleiner, aber bezeichnender Schritt nach oben.

An diesem Mittwoch trifft sich das Unternehmen mit Investoren auf der Canaccord Growth Conference in Boston. CEO Jose-Luis Crespo und Investor-Relations-Vizepräsident Roberto Friedlander wollen dort strategische Prioritäten, operative Umsetzung, Kapitalallokation sowie die langfristigen Wachstums- und Profitabilitätsziele erläutern.

Was der Kurs von der Geschichte erzählt

Der Markt hat die Zahlen bislang mit Wohlwollen quittiert, aber ohne Euphorie: Die Aktie notiert aktuell bei 1,95 Euro, nach 1,93 Euro am Vortag – ein moderates Plus. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Zuwachs von 8,8 Prozent, auf Jahressicht sogar von 49 Prozent zu Buche.

Zum 52-Wochen-Hoch von 4,04 Euro, erreicht im Oktober vergangenen Jahres, fehlt allerdings noch mehr als die Hälfte. Die Skepsis, die sich in diesem Abstand ausdrückt, verschwindet nicht durch einen einzelnen guten Quartalsbericht – sie löst sich nur auf, wenn aus einzelnen Fortschritten ein verlässliches Muster wird.

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Plug Power Aktie

2,00 EUR

+ 0,07 EUR +3,63 %
KGV
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 3,10 Mrd. EUR
ISIN: US72919P2020 WKN: A1JA81

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