Plug Power Aktie: 98 Prozent in 90 Tagen
Plug Power-Aktie konsolidiert nahe 52-Wochen-Hoch. Q1-Zahlen und UK-Projekt treiben die Erholung, während der hohe Cashverbrauch eine Herausforderung bleibt.

Kurz zusammengefasst
- Kurs nahe 52-Wochen-Hoch
- Umsatzplus von 22 Prozent
- Barrow-Projekt in Großbritannien
- Cash-Bestand bleibt kritisch
Plug Power legt eine Verschnaufpause ein. Nach einem steilen Anstieg am Mittwoch konsolidiert die Aktie am Donnerstag knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Anleger wägen ab, ob die Erholung des Wasserstoff-Spezialisten Bestand hat.
Rückzug nach starkem Vortag
Am Donnerstag pendelte die Aktie zwischen 3,51 Euro und 3,76 Euro. Der Schlusskurs lag bei 3,55 Euro — 0,36 Prozent unter dem Vortag. Damit bleibt die Aktie nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 3,56 Euro, das am Mittwoch erreicht wurde.
Der Mittwoch hatte noch einen Sprung um 7,81 Prozent gebracht. Das Handelsvolumen lag mit rund 110 Millionen Aktien deutlich über dem Durchschnitt. Binnen 90 Tagen hat sich der Kurs nahezu verdoppelt — ein Plus von 98 Prozent.
Die Aktie notiert klar über allen wichtigen gleitenden Durchschnitten: 50-Tage-Linie bei 2,59 Euro, 100-Tage-Linie bei 2,21 Euro, 200-Tage-Linie bei 2,11 Euro. Die Trendstruktur bleibt intakt.
Q1-Zahlen und UK-Projekt als Treiber
Zwei Ereignisse stützen die Rally. Erstens: die Quartalszahlen für Q1 2026. Der Umsatz stieg um 22 Prozent auf 163,5 Millionen Dollar. Die Bruttomarge verbesserte sich auf minus 13 Prozent — nach minus 55 Prozent im Vorjahr. Wachstum kam aus dem Geschäft mit Flurförderfahrzeugen, Elektrolyseuren und Wasserstoffverkäufen. Kunden wie Walmart und Amazon trieben die Nachfrage.
Zweitens: das Barrow-Projekt in Großbritannien. Vergangene Woche fiel die finale Investitionsentscheidung für die 30-Megawatt-Anlage. Plug liefert sechs Elektrolyseure mit je fünf Megawatt Leistung. Die Anlage soll jährlich rund 100 Gigawattstunden grünen Wasserstoff produzieren und die CO₂-Emissionen am Kimberly-Clark-Werk in Barrow-in-Furness senken.
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Barrow ist das erste von drei britischen Projekten, für die Plug insgesamt 55 Megawatt Elektrolyseure liefern soll. Die beiden anderen — Trafford und Langage — stehen noch aus.
Pipeline wächst, Cash bleibt knapp
Plug hat weltweit über 320 Megawatt Elektrolyseur-Kapazität installiert. Weitere Projekte im Wert von über acht Milliarden Dollar befinden sich in der Pipeline. Darunter: ein 100-Megawatt-System mit Galp Energia in Portugal, 25 Megawatt mit Iberdrola und BP in Spanien, 275 Megawatt für das Hy2gen-Projekt in Kanada.
Das Barrow-Projekt bestätigt die Nachfrage nach Plugs Technologie. Es ändert aber wenig an der drängendsten Frage: dem hohen Cashverbrauch.
Ende Q1 verfügte Plug über 802 Millionen Dollar Gesamtliquidität. Davon waren 223 Millionen Dollar frei verfügbar, 579 Millionen Dollar gebunden. Letztere sollen über die nächsten Jahre quartalsweise um jeweils 50 Millionen Dollar freigegeben werden. Im Juni erwartet das Unternehmen den Abschluss einer Vermögensveräußerung im Wasserstoffbereich über 142 Millionen Dollar. Bis Ende Mai soll zudem der Verkauf einer Steuergutschrift aus dem Joint Venture in St. Gabriel, Louisiana, 39,2 Millionen Dollar einbringen.
Das Management strebt für Q4 2026 ein positives EBITDAS an. Ob die Rally anhält, hängt davon ab, ob Plug die geplanten Liquiditätsmaßnahmen umsetzt, Servicekosten senkt und Projektaufträge in Umsatz wandelt. Verzögert sich die Finanzierung oder bleibt der Cashverbrauch hoch, könnte die Bewegung schnell ins Stocken geraten.
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