Plug Power Aktie: Umsatzprognose auf 15-16% angehoben
Plug Power übertrifft im zweiten Quartal die Erwartungen und erhöht die Jahresprognose. Das Unternehmen treibt seine Restrukturierung voran und sichert sich neue Großaufträge.

Kurz zusammengefasst
- Quartalszahlen übertreffen Erwartungen
- Umsatzprognose für 2026 angehoben
- Servicebereich erstmals profitabel
- Neue Großaufträge für Elektrolyseure
Plug Power hat am Montag Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vorgelegt, die sowohl bei Umsatz als auch beim bereinigten Ergebnis über den Erwartungen lagen. Der Wasserstoffkonzern nutzte den Bericht, um seine Umsatzwachstumsprognose für das Gesamtjahr 2026 von zuvor 13 bis 15 Prozent auf nun 15 bis 16 Prozent anzuheben. Am Ziel, im vierten Quartal 2026 ein positives bereinigtes EBITDAS zu erreichen, hält das Management fest.
Umsatz und Verlust schlagen Erwartungen
Im zweiten Quartal erlöste Plug Power 178,3 Millionen Dollar, ein Plus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und deutlich über der Konsensschätzung von 169,11 Millionen Dollar. Der bereinigte Verlust je Aktie fiel mit 0,07 Dollar geringer aus als die erwarteten 0,08 Dollar.
Auf GAAP-Basis blieb unter dem Strich dennoch ein Nettoverlust von 188,2 Millionen Dollar beziehungsweise 0,14 Dollar je Aktie stehen. Die Kluft zwischen bereinigtem und ausgewiesenem Ergebnis zeigt, wie stark Sondereffekte und Restrukturierungskosten das Bild weiterhin prägen.
Operativ lieferte das Geschäft mit Gabelstaplerantrieben deutliche Fortschritte: Die Auslieferungen von GenDrive-Einheiten für die Materialhandhabung stiegen um 125 Prozent auf 1.666 Stück.
Der Servicebereich wuchs um 82 Prozent auf 29,8 Millionen Dollar Umsatz, wobei die Servicemargen mit 27 Prozent erstmals ins Positive drehten. Für ein Unternehmen, das seit Jahren mit roten Zahlen kämpft, ist das ein Signal, dass zumindest Teile des Geschäfts profitabel skalieren.
Liquidität durch Verkäufe gestärkt
Die Nettomittelverwendung sank im Quartalsvergleich um 58 Prozent auf 61 Millionen Dollar, die frei verfügbaren Zahlungsmittel lagen zum Quartalsende bei rund 162 Millionen Dollar. Zusätzliche Liquidität soll aus dem Verkauf des Graham-Projekts in Texas sowie des New-York-Gateway-Projekts kommen, das Unternehmen rechnet hier kurzfristig mit 80 Millionen Dollar.
Bereits am Freitag waren im Rahmen einer geänderten Kaufvereinbarung 40,0 Millionen Dollar aus dem Verkauf der Hochspannungsinfrastruktur des Graham-Projekts an Stream geflossen. Die Strategie, sich von Randaktiva zu trennen, um Barmittel für den Kerngeschäftsausbau freizusetzen, trägt damit erste sichtbare Früchte.
Auf der Auftragsseite meldete das Management einen 50-Megawatt-Elektrolyseur-Auftrag von Orica für den Hunter Valley Hydrogen Hub in Australien sowie eine finale Investitionsentscheidung für ein 30-Megawatt-Projekt mit Carlton Power in Großbritannien. Beide Vorhaben unterstreichen, dass Plug Power sein Elektrolyseur-Geschäft international ausbaut, während der US-Heimatmarkt regulatorisch schwieriger wird.
DOE-Kreditzusage entfällt, Restrukturierung läuft
Belastend wirkte zuletzt, dass die US-Energiebehörde DOE dem Unternehmen eine Kreditgarantie über 1,66 Milliarden Dollar entzog. Auslöser war, dass Plug Power im November 2025 die zugehörigen Projektaktivitäten ausgesetzt hatte. Da aus der Fazilität nie Mittel abgerufen wurden, bleibt der unmittelbare finanzielle Effekt begrenzt, das Signal für die politische Unterstützung der US-Wasserstoffwirtschaft ist dennoch schwach.
Vor diesem Hintergrund hatte das Unternehmen Ende Juli mit „Project Quantum Leap“ ein Restrukturierungsprogramm gestartet, das über Vermögensverkäufe und Kostensenkungen bis zum vierten Quartal 2026 ein positives bereinigtes EBITDA erreichen soll.
Die jüngsten Quartalszahlen und die angehobene Prognose lassen sich als erste Bestätigung dieses Kurses lesen. Die Ratingagentur Weiss Ratings stufte die Aktie Ende Juli von „Sell (D-)“ auf „Sell (E+)“ herab, ein automatisiertes Scoring, das der operativen Wende bislang wenig Rechnung trägt.
Große Investoren bauen Positionen aus
Institutionelles Kapital zeigt sich derweil zuversichtlicher: BlackRock erhöhte seine Position um 21,0 Prozent auf 184.032.469 Aktien und hält damit 13,19 Prozent der Anteile. Mitsubishi UFJ Asset Management stockte seinen Bestand um 50,7 Prozent auf 1.223.498 Aktien auf. Solche Zukäufe fallen zeitlich mit der operativen Stabilisierung zusammen und deuten darauf hin, dass zumindest ein Teil der großen Adressen an die Sanierungsstrategie glaubt.
An der Börse zeigte sich davon am Montag wenig: Die Aktie schloss bei 1,83 Euro, ein Minus von 2,91 Prozent zum Vortag. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 9,24 Prozent zu Buche, vom 52-Wochen-Hoch bei 4,04 Euro von Anfang Oktober bleibt das Papier jedoch mehr als die Hälfte entfernt.
Die Kursreaktion zeigt, dass Anleger die operativen Fortschritte anerkennen, das grundsätzliche Misstrauen gegenüber dem Wasserstoffkonzern aber noch nicht ausgeräumt ist.
Plug Power-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Plug Power-Analyse vom 11. August liefert die Antwort:
Die neusten Plug Power-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Plug Power-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Plug Power: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...