Plug Power steht vor einer heiklen Mischung aus finanzieller Anspannung, möglicher Verwässerung und wachsendem Analysten-Skeptizismus. Im Zentrum steht eine außerordentliche Hauptversammlung, die über die künftige Kapitalstruktur entscheiden soll – flankiert von einer deutlichen Herabstufung durch TD Cowen. Wie stimmungsanfällig die Lage ist, zeigt auch die hohe Short-Quote am Markt.
Verschobene Abstimmung mit großer Tragweite
Die ursprünglich für den 15. Januar 2026 angesetzte Special Meeting of Stockholders wurde auf den 29. Januar 2026 verlegt. Offiziell will das Unternehmen den Aktionären damit mehr Zeit geben, verliehene Aktien über Broker zurückzuholen und so eine breitere Teilnahme an der Abstimmung zu ermöglichen.
Zur Entscheidung stehen zwei zentrale Anträge:
- Proposal 1: Anpassung der Abstimmungsstandards an das geltende Gesellschaftsrecht in Delaware
- Proposal 2: Erhöhung des genehmigten Stammkapitals von 1,5 Milliarden auf 3,0 Milliarden Aktien
Besonders Proposal 2 ist brisant. Plug Power verfügt derzeit über weniger als 0,4 % seiner genehmigten Aktien als Reserve für künftige Emissionen. Das Management hat klar kommuniziert: Scheitert die Erhöhung des genehmigten Kapitals, soll ein Reverse Stock Split folgen, um wieder ausreichend Aktien für die Erfüllung finanzieller Verpflichtungen zu schaffen.
Verwässerungsrisiko rückt in den Fokus
Die geplante Verdopplung des genehmigten Aktienvolumens trifft auf ohnehin hohe potenzielle Verwässerung:
- Ausstehende Warrants für rund 185,4 Millionen Aktien
- 375 Millionen US-Dollar an 6,75-%-Wandelanleihen (Convertible Senior Notes) mit Fälligkeit 2033
Zusammen deutet das auf erheblichen Verwässerungsdruck für bestehende Aktionäre hin, sollte Plug Power diesen Finanzierungsspielraum tatsächlich nutzen müssen. Vor diesem Hintergrund erklärt sich, warum die Kapitalmaßnahmen und die Abstimmung am 29. Januar im Markt so genau beobachtet werden.
TD Cowen wird deutlich vorsichtiger
Am 9. Januar 2026 hat TD Cowen die Aktie von „Buy“ auf „Hold“ herabgestuft und das Kursziel markant von 4,00 auf 2,00 US-Dollar gesenkt. Begründet wird der Schritt mit Sorgen um:
- die Umsetzung im Elektrolyseurgeschäft
- Schwächen im Bereich Material Handling (u.a. Gabelstapler- und Logistiklösungen)
Finanziell bleibt das Bild angespannt:
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- Marktkapitalisierung: 3,1 Mrd. US-Dollar
- Q3 2025 Umsatz: 177 Mio. US-Dollar (+1,9 % gegenüber Vorjahr)
- Q3 2025 Nettoverlust: -361,9 Mio. US-Dollar
- EPS (TTM): -2,38 US-Dollar
Der Analystenkonsens liegt aktuell bei „Hold“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 2,73 US-Dollar. Das Meinungsspektrum ist breit: 2 Einstufungen „Strong Buy“, 4 „Buy“, 8 „Hold“ und 6 „Sell“. Von einhelligem Optimismus kann also keine Rede sein.
Lichtblick Walmart – mit Beigeschmack
Etwas Entlastung brachte am 30. Dezember 2025 eine Vereinbarung mit Walmart. Plug Power unterzeichnete einen 15-jährigen Release Event License Agreement für im Escrow gehaltene GenKey-Systeme. Die Kooperation unterstreicht die Bedeutung des Material-Handling-Segments und eines namhaften Großkunden.
Gleichzeitig verweisen einige Analysten darauf, dass der Deal auch Themen wie Gegenparteirisiko und eingeschränkte Kapitalverfügbarkeit indirekt beleuchtet. Der Vertrag ist damit zwar ein positives Signal für die Kundenbasis, ändert aber nichts an den strukturellen Finanzierungsfragen.
Investorenkommunikation auf hoher Drehzahl
Parallel intensiviert das Unternehmen seine Präsenz auf Konferenzen. Nach einem Auftritt auf der Goldman Sachs Energy, CleanTech & Utilities Conference nahm Plug Power am 13. Januar 2026 auch an der UBS Global Energy & Utilities Winter Conference teil. In dieser Phase versucht das Management, die strategische Ausrichtung zu erläutern und Vertrauen bei Investoren zu stabilisieren – gerade mit Blick auf die anstehende Abstimmung über die Kapitalstruktur.
Operative Fortschritte vs. finanzielle Realität
Operativ zeigt Plug Power durchaus Fortschritte, auch wenn die Verluste weiter hoch sind:
- Der operative Cash-Burn wurde nahezu halbiert.
- Die Wasserstoffanlage in Georgia erreichte im August 2025 eine Produktion von 324 Tonnen bei einer Verfügbarkeit von 97 %.
- Die Pipeline im Elektrolyseurgeschäft umfasst inzwischen über 8 GW an identifizierten Projekten weltweit.
- Mehr als 72.000 Brennstoffzellensysteme wurden bislang ausgeliefert.
Die Aktie spiegelt die Spannungen zwischen operativer Entwicklung und Finanzlage deutlich wider. Der Kurs liegt mit 2,26 US-Dollar derzeit etwa 35 % unter dem 52-Wochen-Hoch von 3,51 US-Dollar, aber weit über dem 52-Wochen-Tief von 0,63 US-Dollar – ein Zeichen der hohen Schwankungsbreite.
Hinzu kommt: Die Short-Quote liegt bei rund 30 %, und mit einer 30-Tage-Volatilität von knapp 75 % bleibt der Titel extrem nervös. Das Beta von 1,68 unterstreicht die überdurchschnittliche Schwankungsanfälligkeit im Vergleich zum Gesamtmarkt.
Fazit: Abstimmung als Weggabelung
Für Plug Power wird die außerordentliche Hauptversammlung am 29. Januar 2026 zu einem entscheidenden Termin. Die Aktionäre müssen de facto zwischen zwei weniger angenehmen Optionen wählen: einer deutlichen Ausweitung des möglichen Aktienangebots mit entsprechendem Verwässerungspotenzial oder einem Reverse Stock Split, der die strukturellen Finanzierungsfragen aber nicht löst. In Kombination mit den hohen Verlusten, der skeptischeren Analystenlage und der starken Short-Positionierung bleibt der Druck hoch – operative Fortschritte allein reichen kurzfristig nicht aus, um die Kapitaldiskussion in den Hintergrund zu drängen.
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