POET Technologies: $430 Millionen Cash trotz Marvell-Ausfall
Auftragsverlust durch Marvell stürzt POET Technologies in eine Krise. Die Aktie verliert massiv an Wert, während das Unternehmen auf hohe Barreserven und die KI-Technologie setzt.

Kurz zusammengefasst
- Aktie stürzt um 47 Prozent ab
- Marvell storniert Bestellungen von POET
- Hohe Barreserven von 430 Millionen Dollar
- Zukunft hängt an KI-Technologie und Vertrauen
Ein einziger Auftragsverlust hat POET Technologies in eine existenzielle Bewährungsprobe gestürzt. Am Montag brach die Aktie um 47 Prozent ein. Der Auslöser: Marvell Technology stornierte Bestellungen über seine kürzlich übernommene Tochter Celestial AI.
Was hinter der Stornierung steckt
Marvell wirft POET vor, Vertraulichkeitsvereinbarungen gebrochen zu haben — konkret: Details zu Bestellungen und Lieferungen sollen nach außen gedrungen sein. CFO Thomas Mika räumte in einem Notfall-Investorengespräch offen ein, dass die Stornierung eine „erhebliche Umsatzlücke“ für das laufende Geschäftsjahr hinterlässt.
Als einziger aktiver Großauftrag bleibt eine Bestellung eines nicht genannten Technologieunternehmens im Wert von rund 5 Millionen Dollar. Das ist wenig für ein Unternehmen, das gerade den Sprung von der Forschungsphase in die kommerzielle Produktion versucht.
Viel Cash, kaum Umsatz
Finanziell steht POET besser da, als der Kurseinbruch vermuten lässt. Das Unternehmen hält rund 430 Millionen Dollar in bar — aufgebaut durch drei Kapitalerhöhungen, die in diesem Jahr zusammen 375 Millionen Dollar einbrachten. Dieses Kapital soll den Aufbau einer Fertigungsanlage in Malaysia finanzieren und die Entwicklung von 800G- und 1,6T-Übertragungsplattformen vorantreiben.
Das Problem liegt woanders. Dem milliardenschweren Börsenwert, den POET zuletzt trug, standen zuletzt nur 341.000 Dollar Umsatz gegenüber. Diese Diskrepanz hat institutionelle Investoren längst aufhorchen lassen — der Marvell-Schock hat sie nun zum Handeln bewogen.
Was jetzt zählt
Technisch bewegt sich die Aktie knapp über ihrem 20-Tage-Durchschnitt. Fällt der Kurs dauerhaft unter 7,80 Dollar, könnte der Verkaufsdruck weiter zunehmen.
Retailanleger auf Plattformen wie Stocktwits halten mehrheitlich an der Aktie fest. Sie setzen auf das POET Optical Interposer-Konzept als Baustein für KI-Netzwerke. Kein Wunder — die Technologie gilt als vielversprechend, und die Liquidität gibt dem Unternehmen Zeit.
Entscheidend wird sein, ob POET die Vertraulichkeitsvorwürfe ausräumen kann. Gelingt das nicht, dürften weitere Partnerschaften schwer zu gewinnen sein. Der geplante Versand von 30.000 optischen Engines im Jahr 2026 bleibt das konkreteste Zeichen dafür, ob das Unternehmen seine Technologie tatsächlich in Umsatz verwandeln kann.
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