POET Technologies Aktie: Celestial AI storniert Aufträge
Photonik-Spezialist kämpft mit stornierten Bestellungen und einer Sammelklage. Produktionsziele für 2026 bleiben trotz Turbulenzen bestehen.

Kurz zusammengefasst
- Auftragsstornierung durch Kunden Celestial AI
- Sammelklage wegen irreführender Steueraussagen
- Produktionshochlauf für zweites Halbjahr bestätigt
- Aktie fällt unter 100-Tage-Linie
Der Photonik-Spezialist POET Technologies erlebt am Freitag eine leichte Erholung. Die Aktie steigt um 4,19 Prozent auf 7,96 Euro. Der Schritt folgt auf eine Phase extremer Volatilität.
Auslöser: Berichte über eine massive Auftragsstornierung. Dazu kommen rechtliche Probleme rund um Manager-Aussagen.
Stornierung und Vertrauenskrise
Der Hauptgrund für den jüngsten Kursrutsch ist der angebliche Verlust von Bestellungen des Kunden Celestial AI. Das Unternehmen, das zuletzt mit Marvell in Verbindung stand, soll alle bestehenden Aufträge bei POET storniert haben.
Hintergrund: Ein leitender Angestellter von POET soll in einem öffentlichen Interview gegen eine Vertraulichkeitsvereinbarung verstoßen haben. Das Unternehmen selbst hat sich zu konkreten Kundenaufträgen bislang nicht offiziell geäußert. Die Nachricht hat dennoch Zweifel an der Stabilität wichtiger Partnerschaften geschürt.
POETs Geschäft hängt stark an der sogenannten „Photonic Fabric“ und der Optical-Interposer-Technologie. Ein Partnerverlust wäre hier besonders schmerzhaft.
Sammelklage und Steuerstatus
Zu den kommerziellen Problemen kommt eine juristische Baustelle hinzu. Eine Wertpapier-Sammelklage wirft POET irreführende Aussagen zum US-Steuerstatus vor.
Konkret: Das Unternehmen soll die Wahrscheinlichkeit einer Einstufung als Passive Foreign Investment Company (PFIC) nicht richtig offengelegt haben. Für US-Aktionäre hätte das erhebliche steuerliche Nachteile.
Der Klagezeitraum umfasst Käufe im April 2026. Diese rechtliche Unsicherheit hat die Aktie jüngst unter die 100-Tage-Linie von 8,03 Euro gedrückt. Technisch ist das oft ein Signal für nachlassende mittelfristige Dynamik.
Produktion läuft planmäßig
Trotz der Turbulenzen hält das Management am Zeitplan fest. Nach der Hauptversammlung im Juni 2026 bestätigte POET: Der Produktionshochlauf für optische Motoren bleibt für das zweite Halbjahr 2026 eingeplant.
Bis Ende 2027 will das Unternehmen eine Kapazität von bis zu einer Million Einheiten pro Monat erreichen. Zur Finanzierung hat POET in den vergangenen zwölf Monaten 830 Millionen Dollar Eigenkapital eingesammelt.
Das Geld fließt unter anderem in Fertigungsanlagen. 50 Millionen Dollar sind dafür reserviert. Parallel sichert sich POET langfristige Lieferverträge mit wichtigen Zulieferern.
Zwischen Absturz und Erholung
Mit 7,96 Euro notiert die Aktie 57,75 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 18,84 Euro aus dem Mai. Das Tief von 3,40 Euro aus dem November 2025 liegt dagegen weit zurück.
Der RSI von 39,7 deutet auf eine Annäherung an den überverkauften Bereich hin. In den letzten 30 Tagen verlor das Papier fast 40 Prozent.
Die Kombination aus solider Kapitalausstattung und operativem Fahrplan steht gegen akute Risiken: die laufende Sammelklage und den Verlust eines wichtigen Kunden. Welche Seite überwiegt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
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