POET Technologies Aktie: Q1-Verlust doppelt so hoch wie erwartet
POET Technologies verzeichnet nach Q1-Zahlen einen Kursrutsch von 7,7 Prozent. Trotz Umsatzverdopplung belastet ein höherer Verlust die Aktie.

Kurz zusammengefasst
- Kurssturz von 7,7 Prozent am Donnerstag
- Umsatz verdoppelt, Verlust übertrifft Prognosen
- Jim Cramer skeptisch, Reddit-Bullen hoffen
- Sammelklage und hohe Leerverkaufsquote belasten
POET Technologies erlebte am 28. Mai einen brutalen Handelstag. Die Aktie des Halbleiterunternehmens stürzte um 7,7 Prozent auf 13,46 Dollar ab. Intraday fiel der Kurs zeitweise auf 13,27 Dollar. Das Handelsvolumen lag bei rund 12,87 Millionen Aktien — knapp die Hälfte des jüngsten Tagesdurchschnitts.
Der Ausverkauf folgt auf die Quartalszahlen Mitte Mai. Die zeigen ein Bild, das Anleger nervös macht.
Umsatz übertrifft, Verlust enttäuscht
POET meldete für Q1 2026 einen Umsatz von 0,50 Millionen Dollar. Analysten hatten nur 0,25 Millionen erwartet. Ein Umsatzsprung von 201,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Doch die Freude währte kurz. Der Verlust je Aktie lag bei -0,08 Dollar — doppelt so hoch wie die prognostizierten -0,04 Dollar. Unterm Strich stand ein Nettoverlust von 12,34 Millionen Dollar. Die Marktkapitalisierung pendelt je nach Handelsplatz zwischen 2,04 und 2,27 Milliarden Dollar.
Die Umsatzdynamik beeindruckt. Der ausgeweitete Verlust aber lässt institutionelle Investoren zögern.
Cramer gegen Reddit
Die Stimmung um POET könnte kaum gespaltener sein. Marktkommentator Jim Cramer äußerte sich skeptisch. Er verwies auf Ausführungsrisiken und die Historie von Verwässerungen. Eine Empfehlung komme für ihn erst in Frage, wenn das Unternehmen mehr Stabilität beweise.
Retailanleger auf Reddit sehen das anders. Sie setzen auf den 50-Millionen-Dollar-Auftrag von Lumilens. Der Deal umfasst Optionen auf über 22 Millionen Aktien zu 8,25 Dollar über neun Jahre. Hinzu kommt die Produktionskapazität in Malaysia — für viele Bullen der Schlüssel zur Erholung.
Extreme Volatilität und offene Risiken
Das zweite Quartal 2026 war für POET eine Achterbahnfahrt. Am 27. April brach die Aktie um 45 Prozent ein. Auslöser: Berichte, wonach Marvell Technology alle Bestellungen für Celestial AI storniert hatte. An einem einzigen Tag verlor die Aktie 7,15 Dollar.
Die Leerverkaufsquote liegt aktuell bei rund 20 Prozent des Streubesitzes. Analysten tendieren mehrheitlich zu einer Verkaufsempfehlung mit Kurszielen um 8,00 Dollar. Parallel läuft eine Sammelklage. Die Frist zur Benennung eines Hauptklägers endet am 29. Juni 2026. Die Vorwürfe drehen sich um Unternehmensangaben während des April-Crashs.
Hochfrequenzhandel und Retail-Spekulation treiben die Aktie. Ob die Produktionsstory trägt oder die Verluste weiter belasten, entscheidet sich in den kommenden Quartalen.
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