POET Technologies Aktie: Redomizil-Abstimmung am 26. Juni
Nach einem Fauxpas des Finanzchefs verliert POET Technologies einen Großkunden und sieht sich Sammelklagen gegenüber. Die Aktie erholt sich dennoch rasant.

Kurz zusammengefasst
- Indiskretion des Finanzchefs kostet Kunden
- Mehrere US-Sammelklagen eingereicht
- Aktie erholt sich trotz Krise stark
- Hauptversammlung entscheidet über US-Umzug
Ein einziges unbedachtes Interview reichte aus, um POET Technologies in eine tiefe Krise zu stürzen. Ein gebrochenes Geheimhaltungsabkommen kostete das Unternehmen einen wichtigen Kunden und rief Sammelkläger auf den Plan. Dennoch zeigt die Aktie aktuell eine massive Erholung— ein Widerspruch, der auf eine harte Probe gestellt wird.
Der teure Fehltritt des Finanzchefs
Mitte April nahm das Unheil seinen Lauf. Finanzchef Thomas Mika plauderte in einem öffentlichen Interview über die Geschäftsbeziehung zu Celestial AI und Marvell Semiconductor. Das Problem: Mika unterlag einer strengen Verschwiegenheitserklärung. Marvell reagierte prompt und stornierte alle Aufträge, die POET von Celestial AI erhalten hatte. Die Börse strafte den Fehltritt gnadenlos ab. Am 27. April brach der Kurs intraday um fast die Hälfte ein.
Die juristischen Konsequenzen folgten auf dem Fuß. Mehrere US-Kanzleien haben Sammelklagen eingereicht. Sie werfen dem Management nicht nur die Weitergabe vertraulicher Informationen vor, sondern auch falsche Angaben zum Steuerstatus und fehlerhafte Zertifizierungen im Jahresbericht. Investoren haben bis zum 29. Juni Zeit, sich als Hauptkläger zu formieren.
Parallel dazu versucht der Vorstand, zumindest die steuerlichen Wogen zu glätten. POET plant die Verlegung des Unternehmenssitzes in die USA, um künftige Risiken rund um den sogenannten PFIC-Steuerstatus für amerikanische Händler auszuschließen. Dieser Schritt steht auf der Hauptversammlung am 26. Juni zur Abstimmung.
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Viel Fantasie, wenig Umsatz
Trotz dieser Belastungen greifen Anleger wieder aggressiv zu. Am Freitag schoss das Papier bei extrem hohem Handelsvolumen auf 10,95 US-Dollar nach oben. Seit Jahresbeginn steht damit ein Kursplus von rund 73 Prozent auf der Tafel.
Fundamental ist die aktuelle Bewertung von 1,3 Milliarden US-Dollar ambitioniert. Im Gesamtjahr 2025 erwirtschaftete POET rund eine Million US-Dollar Umsatz bei einem operativen Verlust von 42 Millionen US-Dollar. Die Hoffnung ruht auf dem intakten Partnernetzwerk. Mit Unternehmen wie LITEON und Semtech laufen Kooperationen, zudem sicherte sich POET einen Produktionsauftrag über fünf Millionen US-Dollar für optische Bauteile.
Der nächste Realitätsabgleich folgt in Kürze. Am 14. Mai präsentiert POET die Zahlen für das erste Quartal 2026, Analysten rechnen mit minimalen Erlösen und anhaltenden Verlusten. Der eigentliche Härtetest für das Management wartet jedoch Ende Juni, wenn die Abstimmung über den US-Umzug und die Frist für die Sammelklagen innerhalb weniger Tage zusammenfallen.
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