POET Technologies: Pomerantz klagt wegen PFIC-Verschleierung
Mehrere US-Kanzleien reichen Sammelklagen gegen POET Technologies ein. Auslöser ist ein gebrochenes Vertraulichkeitsabkommen und ein daraus resultierender Auftragsverlust von Marvell.
Kurz zusammengefasst
- Sammelklagen wegen angeblicher Täuschung
- Marvell storniert Auftrag nach Vertraulichkeitsverstoß
- Aktie stürzt um 47 Prozent ab
- Redomizilierung in die USA geplant
Ein Marvell-Auftrag, ein gebrochenes Vertraulichkeitsabkommen, ein Kurssturz von fast 50 Prozent an einem einzigen Tag— POET Technologies steckt tief in der Krise.
Mehrere US-Anwaltskanzleien haben Sammelklagen gegen den kanadischen Photonik-Spezialisten eingereicht, darunter Pomerantz LLP und Bronstein, Gewirtz & Grossman. Der Klagezeitraum umfasst Aktienkäufe zwischen dem 1. April und dem 27. April 2026. Als Lead Plaintiff können sich betroffene Anleger bis zum 29. Juni 2026 beim zuständigen Bundesgericht in New Jersey melden.
Was die Kläger vorwerfen
Im Kern werfen die Klagen dem Unternehmen und zwei namentlich genannten Führungskräften vor, Investoren in drei Punkten getäuscht zu haben. Erstens soll POET seinen Steuerstatus falsch dargestellt haben: Das Unternehmen gilt nach US-Recht voraussichtlich als sogenannte Passive Foreign Investment Company (PFIC)— ein Status, der für US-Aktionäre ohne entsprechende Wahlerklärung erhebliche steuerliche Nachteile bedeutet. Zweitens soll CFO Thomas Mika in einem öffentlichen Interview Geschäftsbeziehungen offenbart haben, obwohl er dabei eine Vertraulichkeitsvereinbarung verletzte. Drittens hätten beide Führungskräfte Sarbanes-Oxley-Zertifizierungen im Jahresbericht 2025 unterzeichnet, die angesichts dieser bekannten Risiken inhaltlich falsch gewesen seien.
Der Absturz vom 27. April
Der Auslöser war konkret. Marvell stornierte einen Auftrag mit der Begründung, die öffentliche Erwähnung der Geschäftsbeziehung verstoße gegen Vertraulichkeitspflichten. Die Nachricht ließ die Aktie am 27. April um 47 Prozent einbrechen— von rund 15 Dollar auf 7,95 Dollar. Kein Wunder, dass Anleger mit Klagen reagierten.
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Redomizilierung als Antwort auf das PFIC-Problem
Das Management versucht gegenzusteuern. Der Vorstand hat einen Plan zur Verlegung des Unternehmenssitzes in die USA verabschiedet. Die erforderliche Aktionärszustimmung soll auf der Hauptversammlung am 26. Juni 2026 eingeholt werden. Für das Geschäftsjahr 2025 bestätigt POET den PFIC-Status, stellt US-Aktionären aber die nötigen Unterlagen für eine sogenannte Qualified Electing Fund-Wahl bereit. Da das Unternehmen 2025 einen Nettoverlust auswies, entstehen durch diese Wahl vorerst keine laufenden US-Bundessteuern.
Umsatzwachstum trifft wachsende Verluste
Die Finanzzahlen zeigen ein gespaltenes Bild. Der Jahresumsatz 2025 kletterte auf 1,07 Millionen Dollar— ein Anstieg von fast 2.500 Prozent gegenüber dem Vorjahr, getrieben durch erste Auslieferungen von Photonik-Systemen. Der operative Verlust weitete sich allerdings auf 42,1 Millionen Dollar aus, nach 30,1 Millionen Dollar im Vorjahr. In der Kasse liegen rund 430 Millionen Dollar, Partnerschaften mit Semtech, LITEON und NTT sind etabliert— ein profitables Geschäftsmodell ist trotzdem nicht in Sicht.
Am 26. Juni entscheiden Aktionäre über die Redomizilierung, drei Tage später läuft die Klagefrist ab. Beide Termine werden zeigen, wie viel Handlungsspielraum dem Unternehmen noch bleibt.
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