Michael Leiters hat am Neujahrstag die Führung bei Porsche übernommen – und bezeichnet seine neue Aufgabe als „aufregendste Rolle in der gesamten Automobilindustrie“. Der frühere Ferrari-CTO und McLaren-Chef folgt auf Oliver Blume, der sich künftig voll auf den Volkswagen-Konzern konzentriert. Doch die Euphorie hält sich an der Börse in Grenzen: Die Aktie notiert bei rund 46 Euro und damit fast 27% unter dem Jahreshoch von 63,06 Euro.
Die wichtigsten Fakten:
- Michael Leiters übernimmt nach zehn Jahren Oliver Blume als CEO
- Aktie verlor seit Jahresbeginn 2,5%, seit Börsengang 2022 mehr als 60%
- Operative Marge brach in den ersten neun Monaten 2025 von 14,1% auf 0,2% ein
- Sonderbelastungen von 2,7 Milliarden Euro drückten auf das Ergebnis
- Pre-Close Call für 2025 steht am 20. Januar an
Was Leiters mitbringt
Der neue Porsche-Chef kennt die Branche aus verschiedenen Perspektiven. 13 Jahre war er bereits bei Porsche tätig und verantwortete unter anderem die SUV-Modelle Cayenne und Macan. Bei Ferrari trieb er als Chief Technology Officer die Hybrid-Strategie voran – Modelle wie der SF90 und 296 GTB entstanden unter seiner Führung. Zuletzt leitete er drei Jahre lang McLaren Automotive.
Dr. Wolfgang Porsche, Aufsichtsratsvorsitzender, bescheinigt ihm „tiefgreifende Expertise“ und den richtigen Führungsstil für die anstehenden Herausforderungen.
Die Baustellen häufen sich
Die Zahlen der ersten neun Monate 2025 sprechen eine deutliche Sprache: Der Umsatz sank um 6% auf 26,86 Milliarden Euro, das operative Ergebnis kollabierte von 4 Milliarden auf magere 40 Millionen Euro. Die strategische Neuausrichtung, US-Zölle und Belastungen aus Batterie-Aktivitäten kosteten insgesamt 2,7 Milliarden Euro.
Besonders drei Themen dürften Leiters in den kommenden Monaten beschäftigen:
Der chinesische Markt, einst wichtigste Einzelregion, schwächelt massiv – gerade im Luxussegment verliert Porsche Boden. In den USA belasten Import-Zölle von 15% seit August 2025 die Margen, weitere Verschärfungen könnten folgen. Und bei der E-Mobilität hat Porsche die Strategie grundlegend korrigiert: Die aggressive EV-Offensive wurde zurückgenommen, vollelektrische Modelle verschoben. Stattdessen setzt der Sportwagenbauer nun auf Flexibilität bei den Antrieben – ein Feld, auf dem Leiters durch seine Ferrari-Erfahrung mit Hybrid-Technologie punkten könnte.
Analysten bleiben vorsichtig
Die Einschätzungen der Experten fallen durchwachsen aus. Während JP Morgan und Deutsche Bank optimistisch bleiben, rät die DZ Bank zum Verkauf. Der durchschnittliche Analystenkonsens liegt mit einem Kursziel von 44,38 Euro sogar leicht unter dem aktuellen Kurs.
CFO Jochen Breckner hatte im Oktober erklärt, 2025 sei der Tiefpunkt – ab 2026 erwarte man eine spürbare Verbesserung. Ob diese Prognose aufgeht, wird sich schon bald zeigen: Am 20. Januar steht der Pre-Close Call für das Gesamtjahr 2025 an, Anfang März folgt der detaillierte Jahresfinanzbericht.
Erste Bewährungsprobe im ersten Quartal
Zunächst muss Leiters das sogenannte Zukunftspaket über die Bühne bringen – Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern über Effizienzmaßnahmen, die nach Medienberichten rund 3.900 Stellen betreffen könnten. Ein heikles Unterfangen für die ersten Wochen im Amt. Die Quartalsmitteilung Ende April wird zeigen, ob der neue Chef bereits erste Akzente setzen konnte.
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