Porsche AG Aktie: Marge fällt auf ein Prozent

Porsche reagiert auf schwache Geschäfte mit radikalem Sparkurs und reduziertem Produktionsziel. Die operative Marge fiel auf ein Prozent.

Redaktion Stock-World ·
Porsche AG Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Operative Marge auf ein Prozent gefallen
  • Neues Produktionsziel bei 200.000 Autos
  • Verkauf von Bugatti und Tochterfirmen
  • Vorstandsverkleinerung wird geprüft

Porsche zieht die Konsequenzen aus dem Margensturz. Der Sportwagenbauer steht nach schwachen Geschäften in China und den USA, hoher Kostenlast und Überkapazitäten in den Werken unter massivem Druck. Jetzt rückt der Vorstand von den früheren Wachstumszielen ab und setzt auf einen deutlich härteren Sparkurs.

Marge bricht ein

Die Zahlen zeigen, wie tief der Einschnitt ist. Die operative Marge fiel 2025 auf ein Prozent. Drei Jahre zuvor hatte sie noch bei 18 Prozent gelegen. Auch der Start in das Jahr 2026 verlief schwach: Umsatz, Absatz und Gewinn gaben im ersten Quartal nach.

Besonders belastend wirken die Kernmärkte China und USA. Hinzu kommt eine schwache Nachfrage nach Elektrofahrzeugen. Die Produktionskosten bleiben hoch, während die Werke in Zuffenhausen und Leipzig nicht ausgelastet sind. Genau diese Mischung macht die alte Strategie unhaltbar.

Auch beim Absatz ist die alte Zielmarke längst Makulatur. Unter Oliver Blume hatte Porsche noch 350.000 bis 400.000 Fahrzeuge pro Jahr ins Visier genommen. 2025 kamen nur 280.000 Autos zusammen. Das sind 30.000 weniger als im Vorjahr.

Weniger Volumen, mehr Disziplin

Michael Leiters setzt nun auf Verknappung statt Expansion. Das neue Produktionsziel liegt bei maximal 200.000 Autos pro Jahr. Parallel dazu soll die operative Marge bis zum Ende des Jahrzehnts wieder auf 10 bis 15 Prozent steigen. Zuvor hatte Porsche unter Blume sogar 20 Prozent als Ziel ausgegeben.

Der Umbau ist bereits sichtbar. Ende April 2026 trennte sich Porsche von Bugatti und verkaufte die Marke an ein US-geführtes Konsortium. Anfang Mai folgte die Schließung der Tochtergesellschaften Cellforce, eBike Performance und Cetitec. Mehr als 500 Arbeitsplätze sind davon betroffen.

Auch die Belegschaft spürt den Kurswechsel. Bereits im vergangenen Jahr kündigte Porsche den Abbau von 1.900 Stellen in der Region Stuttgart bis 2029 an. Für das Geschäftsjahr 2025 strich das Unternehmen die Mitarbeiterprämie komplett. Selbst die Vorstandsmitglieder gingen leer aus.

Druck bis in die Chefetage

Der Sparkurs reicht inzwischen bis ins Management. Geprüft wird eine Verkleinerung des Vorstands, der derzeit sieben Mitglieder umfasst. Auch die Zusammenlegung einzelner Ressorts steht auf der Agenda. Das Ressort Car-IT ist bereits weggefallen, Ressortleiter Sajjad Khan verließ daraufhin das Unternehmen.

Weitere Personalien sind offen. Vertriebschef Matthias Becker und Entwicklungschef Michael Steiner gelten intern als Wackelkandidaten. Der Vertrag von Produktionsvorstand Albrecht Reimold läuft zum Jahreswechsel aus. Porsche baut also nicht nur Kosten ab, sondern auch Strukturen.

Die Aktie hat den Umbau zuletzt bereits teilweise vorweggenommen. Sie schloss am Freitag bei 45,88 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen liegt sie 10,85 Prozent im Plus, seit Jahresanfang aber noch 3,23 Prozent im Minus. Vom 52-Wochen-Hoch fehlt nur 5,15 Prozent, zugleich notiert der Titel 11,84 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt.

Für Investoren bleiben die nächsten Wochen entscheidend. Die Eckpunkte des Sparpakets sollen bis Ende Juli mit dem Betriebsrat stehen. Im Herbst folgt dann der Kapitalmarkttag mit der neuen Langfriststrategie. Dort muss Porsche zeigen, wie aus einem teuren Konzern wieder ein profitabler werden soll.

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Porsche AG Aktie

42,00 EUR

+ 0,43 EUR +1,03 %
KGV 46,58
KUV 1,10
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 2,45 %
Marktkapitalisierung 38,07 Mrd. EUR
ISIN: DE000PAG9113 WKN: PAG911

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