Porsche AG Aktie: Schleichender Verlust?

Porsche meldet für 2025 den stärksten Absatzrückgang seit der Finanzkrise – und das ausgerechnet mitten im Führungswechsel und in einer heiklen Transformationsphase. Besonders der Einbruch in China trifft den Sportwagenhersteller hart. Wie tief sitzen die Probleme wirklich?

Absatzrückgang trifft Aktie hart

2025 lieferte Porsche weltweit 279.449 Fahrzeuge aus, rund 10 % weniger als im Vorjahr (310.718). Das ist der deutlichste Einbruch seit 2009 und hat die Aktie in die schwächste Woche seit dem Börsengang geschickt.

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Der Börsenkurs schloss am Freitag bei 42,40 Euro und liegt damit rund 10 % unter dem Niveau vor einer Woche. Auf Sicht von zwölf Monaten summiert sich das Minus auf gut 30 %, der Abstand zum 52‑Wochen-Hoch von 63,06 Euro beträgt rund ein Drittel. Der Titel steht damit klar unter Druck.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Absatz 2025: –10 % auf 279.449 Fahrzeuge
  • China: –26 % und viertes Rückgangsjahr in Folge
  • Europa und Deutschland ebenfalls deutlich schwächer
  • Taycan als Elektromodell mit Rückgang von über 20 %
  • Analysten senken Kursziele, teils mit Verkaufsempfehlung
  • Aktie ca. 33 % unter 52‑Wochen-Hoch

Der Kurs notiert zudem unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten (50, 100 und 200 Tage), was den jüngsten Abwärtstrend charttechnisch bestätigt. Ein RSI von 35,2 signalisiert, dass der Titel zwar angeschlagen, aber noch nicht klar überverkauft ist.

China-Schwäche und Modellmix als Problemfelder

In der regionalen Aufschlüsselung zeigt sich die Schieflage deutlich. Nordamerika blieb mit 86.229 Auslieferungen stabil und avancierte zum größten Einzelmarkt. Die Schwäche kommt vor allem aus China und Europa.

  • China: 41.938 Fahrzeuge, ein Minus von 26 % und das vierte Jahr in Folge mit rückläufigen Auslieferungen
  • Deutschland: 29.968 Fahrzeuge, –16 %
  • Europa ex Deutschland: 66.340 Fahrzeuge, –13 %

Gerade China war lange Wachstumstreiber und Margenbringer. Nun prallen dort verschärfter Wettbewerb durch lokale Hersteller und ein intensiver Preiskampf im Elektrosegment auf einen Premiumanbieter wie Porsche. Analysten sehen darin eine strukturelle Herausforderung, nicht nur ein kurzfristiges Delle.

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Auf Modellebene ist das Bild gemischt:

  • Der 911er setzte mit 51.583 Auslieferungen einen neuen Rekord (+1 %) und bleibt ein stabiler Ertragsträger.
  • Der Macan bleibt mit 84.328 Einheiten (+2 %) das volumenstärkste Modell. Davon waren bereits 45.367 vollelektrische Fahrzeuge – ein Hinweis, dass die Elektrifizierung im Volumensegment anläuft.
  • Gleichzeitig sorgten Lieferlücken bei den Verbrenner-Varianten des Macan und bei der 718-Baureihe (Boxster/Cayman) für Gegenwind. Hintergrund sind EU-Cybersicherheitsvorschriften, die die Auslieferungen einschränkten. Die 718-Reihe verlor in der Folge 21 % Absatz.
  • Der Taycan, einst Vorzeigeprojekt der Elektrostrategie, verzeichnete einen Rückgang von über 20 % und entwickelt sich damit klar schwächer als erhofft.

Unterm Strich zeigen die Zahlen: Die Transformation zur E‑Mobilität läuft, ist aber von regulatorischen und nachfrageseitigen Stolpersteinen begleitet.

Neuer CEO, skeptische Analysten

Der Zeitpunkt der Schwächephase fällt in eine Phase des Wechsels an der Unternehmensspitze. Seit 1. Januar 2026 führt Michael Leiters, zuvor unter anderem bei Ferrari und McLaren, das Unternehmen. Er übernimmt eine Marke, die gleichzeitig ihr Portfolio umbaut, ihre Fertigungsprozesse an neue Vorschriften anpasst und mit einem herausfordernden China-Geschäft kämpft.

Die Reaktion der Analysten auf die Auslieferungszahlen ist entsprechend zurückhaltend:

  • Barclays stufte die Aktie auf „Sell“ ab und senkte das Kursziel auf 40,00 Euro.
  • Die Bank of America bestätigte ihre bestehende Verkaufsempfehlung mit einem Ziel von 39,00 Euro.

Der Konsens liegt inzwischen nur noch bei „Hold“, mit durchschnittlichen Kurszielen zwischen 42 und 43 Euro. Auf dem aktuellen Kursniveau signalisiert das kaum nennenswertes Aufwärtspotenzial.

Ausblick auf März: Zahlen müssen liefern

Der nächste zentrale Termin ist der 11. März 2026. Dann will Porsche den vollständigen Finanzbericht für 2025 vorlegen. Entscheidend wird, wie stark sich der Absatzrückgang in der operativen Marge und im Cashflow niederschlägt. Erst dann lässt sich genauer beurteilen, ob die Marke ihre Profitabilität trotz Belastungen in China und Problemen im Modellmix halten konnte.

Das Management bezeichnet die Jahre 2026 und 2027 als Übergangsphase. Ziel bleibt eine Rückkehr zu zweistelligen Margen, während parallel das China-Geschäft stabilisiert und die Elektroplattformen weiter ausgebaut werden sollen. Aus Marktsicht ist die Aktie vorerst in einer Bewährungsprobe: Gelingt es Porsche im März, robuste Profitabilitätskennzahlen und eine glaubwürdige Perspektive für China und die Elektrobaureihen zu präsentieren, könnte sich der zuletzt deutliche Rückgang als überzogen erweisen. Andernfalls droht der Fokus sich weiter auf die aktuell schwachen Wachstumsaussichten zu verengen.

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