Porsche AG Aktie: Weitere Geduldsprobe?

Porsche prüft die Einstellung der vollelektrischen 718-Modelle aufgrund von Entwicklungsverzögerungen und Kosten. Die Aktie notiert nahe ihrem Jahrestief.

Kurz zusammengefasst:
  • Elektro-718 Boxster und Cayman möglicherweise gestrichen
  • Entwicklungsverzögerungen und steigende Kosten als Gründe
  • Aktienkurs notiert nur knapp über dem 52-Wochen-Tief
  • Unternehmen bewertet Pläne vor dem Hintergrund strafferer Budgets

Porsche prüft offenbar einen harten Schnitt bei der eigenen Elektro-Roadmap: Die vollelektrische Neuauflage der 718-Reihe (Boxster und Cayman) könnte komplett gestrichen werden. Das wäre eine der ersten großen Weichenstellungen unter dem neuen CEO Michael Leiters. Für Anleger geht es dabei um mehr als ein einzelnes Modell – nämlich um Tempo, Kosten und Glaubwürdigkeit der Elektrifizierungsstrategie.

An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage bereits in schwachen Trenddaten: Der Schlusskurs lag gestern bei 39,97 Euro und damit nur knapp über dem 52-Wochen-Tief.

Porsche AG

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Warum Porsche beim 718 neu rechnet

Als Hauptgründe nennen die Berichte erhebliche Entwicklungsverzögerungen und steigende Kosten. Zusätzlich soll intern eine Plug-in-Hybrid-Variante diskutiert worden sein. Das klingt nach mehr Auswahl, würde die Sache aber komplizierter machen: Für einen Hybrid wäre offenbar eine andere Plattform nötig – und das könnte den Zeitplan um mehrere Jahre nach hinten schieben.

Dazu kommt der finanzielle Rahmen. Porsche bewertet die Pläne vor dem Hintergrund strafferer Budgets neu. Genannt werden nachlassende Verkaufszahlen in China sowie die hohen Kosten der gesamten Elektrifizierungsstrategie. Schon zuvor hatte das Unternehmen darauf hingewiesen, dass die Neuausrichtung in Richtung E-Mobilität das Betriebsergebnis 2025 belasten könnte.

Wichtig für die Einordnung: Die Produktion der Verbrenner-Varianten des 718 wurde bereits 2025 eingestellt. Der Elektro-Nachfolger war ursprünglich für 2026 angepeilt.

Gemischte Signale: Elektrisch ja – aber flexibel

Ganz auf die Bremse tritt Porsche beim E-Thema dennoch nicht. Kürzlich startete die Serienproduktion des Cayenne Electric im Werk Bratislava. Das Unternehmen hebt dabei eine flexible Fertigung hervor, um schneller auf Nachfrageverschiebungen zwischen verschiedenen Antriebsarten reagieren zu können.

Genau diese Flexibilität ist der Kern der aktuellen Debatte: Wie konsequent kann Porsche elektrifizieren, ohne sich bei Kosten und Timing zu verkalkulieren?

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Elektro-718 (Boxster/Cayman) laut Berichten in Prüfung – Streichung möglich
  • Gründe: Verzögerungen, höhere Kosten, Hybrid-Diskussion mit möglicher Plattform-Änderung
  • Budgetdruck: schwächere China-Verkäufe und hohe Elektrifizierungsaufwendungen
  • Hinweis des Unternehmens: E-Neuausrichtung kann 2025 das Betriebsergebnis belasten
  • 718-Verbrennerproduktion bereits 2025 beendet, E-Start ursprünglich für 2026 geplant
  • Aktie: Schlusskurs gestern 39,97 €; 30 Tage -14,72%; nur rund 0,40% über dem 52-Wochen-Tief

Zum 1. Februar 2026 gab es zudem einen Wechsel an einer prägenden Stelle: Tobias Sühlmann verantwortet jetzt das Design und folgt auf Michael Mauer.

Der Blick nach vorn bleibt damit klar umrissen: Wenn Porsche die 718-Elektrifizierung tatsächlich kippt oder stark umbaut, wird der Markt vor allem auf belastbare Zeitpläne und den Kostenrahmen achten – gerade weil die Aktie mit 39,97 Euro deutlich unter den gleitenden Durchschnitten (u.a. 200 Tage: 44,05 Euro) notiert.

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