Porsche AG Aktie: Zweifel wachsen

Porsche AG verzeichnet 2025 einen massiven Gewinnrückgang auf 413 Millionen Euro und kündigt eine strategische Wende mit Fokus auf Verbrenner und Hybridfahrzeuge an.

Dr. Robert Sasse ·
Porsche AG Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Starker Gewinneinbruch durch hohe Sonderbelastungen
  • Strategische Abkehr von reiner Elektro-Plattform
  • Dividende wird auf 1 Euro je Aktie reduziert
  • Umbau des Händlernetzes in China geplant

Der Einbruch war absehbar — aber das Ausmaß ist dennoch bemerkenswert. Porsche AG schloss das Geschäftsjahr 2025 mit einem operativen Konzerngewinn von gerade noch 413 Millionen Euro ab, nach 5,64 Milliarden Euro im Vorjahr. Eine operative Marge von 1,1 Prozent, wo 2024 noch 14,1 Prozent standen. Das ist keine Delle, sondern eine Zäsur.

Außerordentliche Lasten dominieren die Bilanz

Der Umsatz schrumpfte auf 36,27 Milliarden Euro. Verantwortlich für den Ergebnisabsturz waren außerordentliche Aufwendungen von rund 3,9 Milliarden Euro — aufgeteilt auf die Kosten der Unternehmensrestrukturierung (rund 2,4 Milliarden Euro), Abschreibungen auf Batterieaktivitäten (rund 700 Millionen Euro) sowie US-Zölle in gleicher Höhe.

Der automotive Netto-Cashflow von 1,51 Milliarden Euro zeigt, dass der operative Kern widerstandsfähiger ist, als die Gewinn- und Verlustrechnung vermuten lässt. Trotzdem liegt die Aktie seit Jahresbeginn rund 22 Prozent im Minus.

Die Dividende wird auf 1,00 Euro je Stammaktie gesenkt — ein deutlicher Schnitt gegenüber dem Vorjahr, aber laut Vorstand über der ursprünglich kommunizierten 50-Prozent-Ausschüttungsquote.

Strategiekehrtwende: Verbrenner statt EV-Plattform

Die wohl folgenreichste Entscheidung ist die Aufgabe der geplanten vollelektrischen Fahrzeugplattform. Porsche kehrt zu Verbrennern und Plug-in-Hybriden zurück. Der 718 und der Cayenne sollen bis Ende 2026 als neue Verbrenner- und PHEV-Varianten erscheinen. Der Taycan, bislang Aushängeschild der Elektrostrategie, verzeichnete 2025 einen Auslieferungsrückgang von 22 Prozent.

In China halbiert Porsche das Händlernetz bis Ende 2026 von 150 auf 80 Standorte — Reaktion auf einen Auslieferungseinbruch von 26 Prozent auf 42.000 Einheiten. Parallel werden rund 200 eigene Ladestationen schrittweise abgebaut. Das Prinzip: weniger Präsenz, höhere Preisdisziplin.

Was 2026 entscheidet

CFO Jochen Breckner erwartet auch im laufenden Jahr weitere Einmalbelastungen im hohen dreistelligen Millionenbereich. Das Management peilt eine operative Marge zwischen 5,5 und 7,5 Prozent bei einem Umsatz von 35 bis 36 Milliarden Euro an.

Ob der Turnaround glaubwürdig ist, wird Bernstein-Analyst Stephen Reitman zufolge daran hängen, ob CEO Leiters einen konkreten Pfad zurück in den zweistelligen Margenbereich skizzieren kann. Kepler Cheuvreux sieht den Ergebniszyklus möglicherweise bereits am Tiefpunkt. Den ersten belastbaren Hinweis liefert Porsche am 29. April mit den Quartalszahlen für das erste Quartal 2026.

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Porsche AG Aktie

50,20 EUR

+ 0,50 EUR +1,01 %
KGV 104,45
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 44,72 Mrd. EUR
ISIN: DE000PAG9113 WKN: PAG911

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