PRIMARY HYDROGEN Aktie: 135 Prozent in 30 Tagen

Primary Hydrogen erweitert sein Nova-Scotia-Portfolio auf 140 Claims. Parallel laufen Finanzierung, Exploration und ein geplantes Bohrprogramm.

Dr. Robert Sasse ·
Moderne industrielle Wasserstoff-Produktionsanlage mit großen Metalltanks und Rohrleitungssystemen bei Tageslicht. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • 140 Claims im Cumberland-Becken gesichert
  • Neue Führung für Exploration und Konzern
  • Privatplatzierung bringt 1,48 Millionen Dollar
  • Aktie steigt binnen 30 Tagen 135 Prozent

Vor gut fünf Wochen verstärkte Primary Hydrogen sein Managementteam mit einer personellen Entscheidung, die sich im Rückblick als Vorbote der aktuellen Expansionsstrategie liest: Christopher Longton, Geologe mit dem Titel CPG, übernahm zum 24. Juli den neu geschaffenen Posten des Vice President, Exploration.

Seither hat das Unternehmen sein Claim-Portfolio in mehreren Schritten deutlich ausgebaut – zuletzt mit der Sicherung des Wallace-Projekts in Nova Scotia, das dem Wasserstoff-Explorer inzwischen 140 Claims mit rund 2.267 Hektar im Cumberland-Becken einbringt.

Die Personalie fügt sich in eine breitere Neuaufstellung an der Unternehmensspitze. Bereits Ende Juli hatte David Jackson die Position des President und Chief Executive Officer übernommen, sein Vorgänger Benjamin Asuncion bleibt dem Unternehmen als Direktor erhalten.

Die Doppelspitze aus neuem CEO und neuem Exploration-Chef fällt damit in eine Phase, in der Primary Hydrogen parallel an mehreren Fronten aktiv wurde – von der Finanzierung über die Flächensicherung bis zum Bohrprogramm.

Finanzierung schuf Spielraum für Expansion

Den finanziellen Grundstein für die Ausbauwelle legte eine Privatplatzierung, die Anfang Juli abgeschlossen wurde. Über das sogenannte LIFE-Verfahren (Listed Issuer Financing Exemption) platzierte das Unternehmen rund 2,46 Millionen Einheiten zu je 0,60 Dollar und erzielte damit Bruttoerlöse von etwa 1,48 Millionen Dollar.

Dieses Kapital dürfte maßgeblich dazu beigetragen haben, dass Primary Hydrogen in den Folgewochen gleich mehrere neue Projekte staken konnte, ohne auf zusätzliche externe Mittel angewiesen zu sein.

Die Aktie honoriert diese Entwicklung mit einer bemerkenswerten Kursrally. Am heutigen Dienstag notiert das Papier bei 1,69 Euro und legt damit um 7,6 Prozent zu, nachdem es gestern noch bei 1,57 Euro geschlossen hatte.

Über die vergangenen 30 Tage summiert sich der Anstieg auf 135 Prozent. Damit liegt der Kurs derzeit lediglich 3,4 Prozent unter dem erst kürzlich markierten 52-Wochen-Hoch von 1,75 Euro.

Fokus auf Wasserstoff, Nebengeschäft im Blick

Neben dem Kerngeschäft im natürlichen Wasserstoff hält sich Longton nach Unternehmensangaben auch mit dem Seltenerdprojekt Wicheeda North in British Columbia beschäftigt, wo ein vollständig finanziertes und genehmigtes Arbeitsprogramm für 2026 ansteht – inklusive eines für den Herbst geplanten Bohrprogramms von rund 1.500 Metern.

Die Doppelstrategie aus Wasserstoff-Exploration im Osten Kanadas und Seltenerdpotenzial im Westen verschafft dem Unternehmen zwei unabhängige Nachrichtenstränge, die Investoren in den vergangenen Wochen offenbar goutiert haben.

Für die operative Führung unter Longton bedeutet das branchenübergreifende Mandat eine anspruchsvolle Aufgabe: Er muss sowohl das schnell wachsende Cumberland-Becken-Portfolio in Nova Scotia geologisch bewerten als auch das Bohrprogramm im Westen vorantreiben.

Wie die Kapitalmärkte auf konkrete Bohrergebnisse reagieren werden, sobald diese vorliegen, dürfte sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Die technischen Indikatoren signalisieren nach dem jüngsten Kursverlauf allerdings bereits eine deutlich überkaufte Marktlage, was kurzfristige Konsolidierungsphasen nicht ausschließt.

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