Der Kursverfall bei Primary Hydrogen ist keine isolierte Enttäuschung, sondern spiegelt ein tiefer liegendes Problem im kanadischen Wasserstoffsektor wider. Besonders der Stopp eines großen Vorzeigeprojekts in Neufundland und Labrador trifft den kleinen Explorer empfindlich. Entscheidend ist daher weniger der ohnehin niedrige Kurs, sondern die Frage, wie sich das Umfeld für grüne Wasserstoffprojekte in der Region verändert hat.
Sektorprobleme als Kernbelastung
Die anhaltende Schwäche der Aktie fällt zeitlich zusammen mit einem Rückschlag für die gesamte Branche: Am 9. Januar 2026 wurde bekannt, dass das kanadische Vorzeigeprojekt World Energy GH2 in Neufundland und Labrador vorerst auf Eis liegt, weil es an gesicherten Abnahmeverträgen fehlt.
Für Primary Hydrogen ist das mehr als nur eine Randnotiz. Das Unternehmen konzentriert seine jüngsten Explorationsaktivitäten genau in dieser Region und meldete noch im November 2025 auffällige Wasserstoffwerte aus Bodenproben in Neufundland und Labrador. Die Hoffnung vieler Junior-Explorer beruhte auf einem regionalen Infrastrukturboom rund um grüne Wasserstoffexporte – genau diese Perspektive wird nun deutlich eingetrübt.
Entsprechend wird das ohnehin spekulative Chance-Risiko-Profil noch anspruchsvoller. Die Einordnung der Aktie als Micro-Cap mit einer Marktkapitalisierung von nur 3,41 Mio. Euro unterstreicht, wie empfindlich der Titel auf Stimmungsumschwünge im Sektor reagiert.
Kursbild und Marktdaten
An der Börse zeigt sich der Druck klar: Die Aktie schloss am Freitag bei 0,07 Euro, was einem Tagesverlust von 4,11 % entspricht. Auf Sicht der vergangenen 30 Tage summiert sich das Minus auf 13,04 %, in den letzten zwölf Monaten beträgt der Rückgang rund 83 % gegenüber dem 52‑Wochen-Hoch von 0,42 Euro.
Auch technisch ist das Bild angeschlagen. Der Kurs notiert exakt am 52‑Wochen-Tief und deutlich unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten: rund 18 % unter dem 50‑Tage‑, etwa 64 % unter dem 200‑Tage‑Durchschnitt. Der RSI von 72,4 signalisiert kurzfristig eher einen überkauften Bereich, allerdings in einem übergeordnet klar abwärtsgerichteten Trend. Die hohe annualisierte 30‑Tage‑Volatilität von gut 104 % zeigt zudem, wie sprunghaft der Kurs in beide Richtungen reagieren kann.
Liquidität, Stimmung und Unternehmensnews
Die Marktdaten deuten auf anhaltenden Verkaufsdruck bei zugleich schwieriger Liquidität hin. Im englischen Ausgangstext wird ein vergleichsweise geringes Handelsvolumen und eine spürbare Spanne zwischen Geld- und Briefkurs genannt – typische Merkmale eines Titels, bei dem schon kleinere Orders stärkere Ausschläge verursachen können.
Fundamental versucht das Unternehmen zwar, sich strategisch weiterzuentwickeln: Ende Dezember 2025 wurde eine Qualifying Transaction mit J4 Ventures Resources Corp. erfolgreich abgeschlossen. Normalerweise dienen solche Schritte dazu, die Struktur zu schärfen und die Voraussetzungen für weiteres Wachstum zu verbessern. Doch der Markt honoriert diesen Meilenstein derzeit nicht, sondern legt den Fokus klar auf die schwierige Finanzierungslage im Sektor und den eingeschränkten Zugang zu Kapital für sehr kleine Explorationswerte.
Fazit: Trend bleibt belastet
In Summe steckt die Primary-Hydrogen-Aktie in einem stabilen Abwärtstrend, der durch mehrere Faktoren gleichzeitig getrieben wird: starke Kursverluste im Jahresverlauf, ein zunehmend skeptisches Umfeld für grüne Wasserstoffprojekte in Ostkanada und die typische Verwundbarkeit eines Micro-Caps mit begrenzter Liquidität.
Solange keine konkrete Verbesserung bei den zugrunde liegenden Infrastrukturprojekten oder beim Investorenvertrauen im kanadischen Wasserstoffsektor erkennbar ist, bleibt das Umfeld für den Titel schwierig. Die aktuelle Kursregion am 52‑Wochen-Tief spiegelt diese Gemengelage aus hoher Unsicherheit und stark eingepreisten Risiken deutlich wider.
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