Shailesh Jejurikar hat zum Jahreswechsel den Chefposten beim Konsumgüter-Riesen Procter & Gamble übernommen, doch die Vorschusslorbeeren fallen mager aus. Nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt senkte die US-Großbank Wells Fargo das Kursziel und verwies auf wachsende Risiken im wichtigen Heimatmarkt. Während die Aktie aktuell bei rund 140 USD notiert, fragen sich Anleger: Kann die neue Führung den Druck durch Preiskampf und zögerliche Konsumenten abfedern?
Skepsis trotz Kaufempfehlung
Gestern reduzierte Wells Fargo das Kursziel für den Konzern von 170 auf 158 USD. Zwar behalten die Analysten ihre Einstufung „Overweight“ bei, doch der Schritt signalisiert wachsende Vorsicht. Als Hauptgrund nennt die Bank die unsicheren Wachstumsaussichten in Nordamerika. Dort leidet Procter & Gamble unter einer schwächelnden Absatzentwicklung.
Verantwortlich dafür ist vor allem das veränderte Verhalten der Verbraucher: Angesichts der wirtschaftlichen Lage greifen viele Kunden verstärkt zu günstigeren Handelsmarken (Private Labels) statt zu den Premium-Produkten von P&G. Dieser Trend zur Sparsamkeit erschwert es dem Unternehmen, Preiserhöhungen durchzusetzen, ohne Marktanteile zu verlieren.
Gespaltenes Echo an der Wall Street
Die Bewertung der P&G-Aktie gleicht derzeit einem Flickenteppich, was die Unsicherheit am Markt unterstreicht. Während Wells Fargo, Barclays und die Deutsche Bank zuletzt ihre Ziele kürzten und auf Margendruck durch Zölle und Rohstoffkosten verwiesen, gab es im Dezember auch optimistische Stimmen. So stufte Jefferies den Titel auf „Buy“ mit einem Ziel von 179 USD hoch.
Aktuell steht die Aktie mit einem Minus von knapp 1 Prozent seit Jahresbeginn leicht unter Wasser. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei 167,60 USD beträgt inzwischen über 16 Prozent, was den charttechnischen Druck verdeutlicht.
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Solide Zahlen, fehlendes Volumen
Der neue CEO Jejurikar übernimmt ein Haus, das zwar profitabel, aber beim Wachstum gehemmt ist. Die letzten Quartalszahlen vom Oktober übertrafen zwar die Gewinnerwartungen, offenbarten jedoch das Kernproblem: Das organische Umsatzwachstum von 2 Prozent basierte fast ausschließlich auf Preiserhöhungen und einem besseren Produktmix. Das Verkaufsvolumen selbst stagnierte.
Die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 bleibt bestehen, doch das Management rechnet mit spürbarem Gegenwind. Allein durch Zölle und steigende Rohstoffpreise erwartet der Konzern Belastungen in Höhe von rund 500 Millionen USD nach Steuern.
Fokus auf die Quartalszahlen
Für Anleger wird der 22. Januar 2026 zum entscheidenden Datum. Dann veröffentlicht Procter & Gamble die Ergebnisse für das zweite Geschäftsquartal. Analysten rechnen im Schnitt mit einem leichten Rückgang des Gewinns pro Aktie auf 1,87 USD bei einem moderaten Umsatzanstieg. Erst diese Zahlen werden zeigen, ob der neue CEO erste Akzente setzen konnte, um die Volumenschwäche in einem preissensiblen Umfeld zu beheben.
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