ProSiebenSat.1: Joyn erreicht 12,5 Millionen Nutzer

ProSiebenSat.1 bekommt Rückenwind von Joyn. Die Streaming-Plattform erreicht neue Nutzerrekorde, während das klassische TV-Werbegeschäft weiter unter Druck bleibt. Genau dieser Spagat prägt die Aktie derzeit.
Joyn wächst, TV schwächelt
Im April kam Joyn auf eine monatliche Nettoreichweite von 12,5 Millionen Zuschauer:innen. Für ProSiebenSat.1 ist das ein wichtiger Beleg, dass die digitale Reichweite weiter steigt. Das Unternehmen versucht, diese Entwicklung stärker zu vermarkten.
Dazu startet Seven.One Media im Mai neue Werbeformate. Ein Beispiel ist „Pause Ad“. Die Werbung läuft, wenn Nutzer einen Inhalt unterbrechen. So will der Konzern die schwächeren Erlöse im linearen Fernsehen zumindest teilweise ausgleichen.
Im Entertainment-Segment sank der TV-Werbeumsatz im ersten Quartal um 10 Prozent. Das digitale Wachstum und ein striktes Kostenmanagement federten den Rückgang aber ab. Die Verschiebung im Geschäftsmodell ist damit klar sichtbar.
Kosten runter, Marge rauf
Operativ zeigt sich der Konzern robuster als beim Umsatz. Der Umsatz fiel im ersten Quartal auf 775 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA stieg zugleich auf 44 Millionen Euro.
Der Sprung kommt vor allem aus dem Transformationsprogramm. ProSiebenSat.1 will damit jährlich mindestens 130 Millionen Euro einsparen. Parallel dazu trennt sich der Konzern von Randgeschäften, darunter das Creator-Business in Nordamerika und Beteiligungen wie billiger-mietwagen.de. Das schafft Spielraum für die Entschuldung und das Kerngeschäft in der DACH-Region.
HV rückt in den Mittelpunkt
Im Mai legt der Vorstand den Aktionären mehrere Punkte zur Abstimmung vor. Dazu gehört ein Paket zur Stärkung der Kapitalstruktur. Außerdem soll der Aufsichtsrat auf sieben Mitglieder verkleinert werden. Beides zielt auf mehr Flexibilität und schlankere Strukturen.
Der Ausblick für 2026 bleibt ebenfalls stehen. ProSiebenSat.1 rechnet organisch weiter mit leichtem Umsatzwachstum und einem deutlichen Anstieg beim EBITDA. Für das Management ist das ein wichtiger Stabilisierungsanker nach dem schwachen Werbeumfeld.
Aktie bleibt unter Druck
An der Börse reagierte die Aktie zuletzt freundlich. Sie notiert bei 3,98 Euro und liegt damit leicht über dem Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen steht aber ein Minus von 8,33 Prozent zu Buche.
Die Aktie bleibt klar unter ihren gleitenden Durchschnitten. Gleichzeitig signalisiert der RSI mit 60,5 keine überhitzte Lage. Barclays setzte das Kursziel zuletzt auf 5,00 Euro und blieb bei „Equal Weight“. Im Markt rücken nun die Signale von MFE und die weitere Dividendenpolitik in den Fokus.
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