Puma Aktie: Dealstau bremst

Die Puma-Aktie wird durch festgefahrene Verkaufsverhandlungen mit Anta Sports gebremst. Eine große Bewertungslücke und gegensätzliche Analysteneinschätzungen belasten den Kurs.

Kurz zusammengefasst:
  • Anta-Deal an Preisfrage gescheitert
  • Aktie deutlich unter 52-Wochen-Hoch
  • Analysten bewerten zwischen 19,60 und 40 Euro
  • Nächster Prüfstein sind Quartalszahlen Ende Februar

Ein kurzer Hoffnungsschimmer, dann wieder Ernüchterung: Nach dem Jahresauftakt hat die Puma Aktie ihren Anstieg rasch abgegeben. Auslöser ist vor allem der stockende Einstieg des chinesischen Sportartikelkonzerns Anta Sports bei der Familienholding Artémis – und damit die wachsende Unsicherheit über einen möglichen Kontrollwechsel.

Anta-Deal hängt an der Preisfrage

Im Mittelpunkt steht der mögliche Verkauf des 29-Prozent-Pakets der Pinault-Holding Artémis an Anta Sports. Nach Reuters-Informationen liegt seit Wochen ein konkretes Angebot aus China vor, inklusive gesicherter Finanzierung. Dennoch kommen die Gespräche nicht voran.

Puma

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Der Knackpunkt ist der Preis:
Artémis strebt eine Bewertung von über 40 Euro je Aktie an. Dem steht ein aktueller Kurs von 21,84 Euro gegenüber – eine Lücke von deutlich über 80 Prozent. Solange diese Differenz besteht, bleibt ein Durchbruch in den Verhandlungen unwahrscheinlich.

Der Markt reagiert entsprechend nüchterner auf die Übernahmespekulationen. Nach einem Zwischenhoch zu Jahresbeginn hat die Aktie in der Spitze mehr als zehn Prozent korrigiert. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Rückgang von rund 46 Prozent zu Buche, der Abstand zum 52‑Wochen-Hoch bei 40,81 Euro ist mit ebenfalls rund 46 Prozent erheblich.

Die Fakten im Überblick

  • Artémis hält 29 % an Puma
  • Preisvorstellung Artémis: > 40 € je Aktie
  • Aktueller Kurs: 21,84 € (heute leicht im Plus, gestern 21,94 €)
  • 52‑Wochen-Hoch: 40,81 € (16.01.2025)
  • 52‑Wochen-Tief: 15,48 € (20.11.2025)
  • Performance 12 Monate: etwa -46 %
  • RSI (14 Tage): 73,2 – technisch bereits im überkauften Bereich
  • 30‑Tage-Volatilität (annualisiert): 76,42 % – hohe Schwankungsbreite

Auffällig: Trotz der schwachen Jahresperformance notiert der Kurs aktuell leicht über den 50‑, 100‑ und 200‑Tage-Durchschnitten. Das unterstreicht die Erholung seit dem November-Tief, relativiert aber nicht den übergeordneten Abwärtstrend.

Analysten gespalten: 19,60 oder 40 Euro?

Zusätzlichen Druck bringt eine skeptische Studie der UBS. Die Schweizer Bank sieht den fairen Wert bei nur 19,60 Euro und argumentiert mit einem weiterhin schwachen operativen Geschäft. Erwartet werden ein weiterer Umsatzrückgang und erneute Verluste im laufenden Jahr. Aus dieser Perspektive erscheint selbst das aktuelle Kursniveau ambitioniert.

Ganz anders die Einschätzung der Privatbank Berenberg: Dort wird das Kursziel von 40 Euro bestätigt. Begründung ist vor allem der Markenwert und das Potenzial des neuen Managements um CEO Arthur Hoeld. Gelingt es, die Marke wieder klarer im Premium-Segment zu positionieren, sehen die Analysten Spielraum nach oben.

Zwischen diesen beiden Polen – UBS mit 19,60 Euro und Berenberg mit 40 Euro – spannt sich die Bewertungsbandbreite auf, in der sich auch die Anta-Verhandlungen bewegen.

Umbau unter Hoeld: „Reset“ und „Übergang“

Während der mögliche Anteilsverkauf stockt, treibt das Management den Konzernumbau voran. CEO Arthur Hoeld hat 2025 als „Reset-Jahr“ und 2026 als „Übergangsjahr“ definiert. Ziel ist es, die Strukturen zu straffen und die Marke neu auszurichten.

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Kernmaßnahmen:

  • Stellenabbau: Bis Ende 2026 sollen 900 Jobs in der Zentrale wegfallen
  • Finanzierung: Im Dezember 2025 wurde ein Brückenkredit über 500 Mio. Euro plus aufgestockte Kreditlinien gesichert
  • Markenpositionierung: Rückzug aus dem Massenmarkt, stärkerer Fokus auf Premium und selektivere Vertriebskanäle

Hoelds klares Eingeständnis: Puma habe an Strahlkraft verloren und sei zu stark bei Massenhändlern präsent gewesen. Der Umbau soll das Profil schärfen – kurzfristig belastet er jedoch Kostenstruktur und Ergebnis.

Charttechnik: Breite Seitwärtszone

Charttechnisch bleibt das Bild gemischt. Seit rund zehn Monaten pendelt der Kurs in einer breiten Seitwärtsrange. Der jüngste Ausbruchsversuch nach oben scheiterte: Am 8. Januar markierte die Aktie mit 24,40 Euro ein neues 6‑Monats-Hoch, anschließend setzte die Korrektur ein.

Aus technischer Sicht ist die Lage damit klar umrissen:

  • Der Kurs liegt rund 46 % unter dem 52‑Wochen-Hoch
  • Gleichzeitig beträgt der Abstand zum 52‑Wochen-Tief gut 41 %
  • Der RSI von 73,2 signalisiert kurzfristig eine überkaufte Situation

Diese Konstellation spricht eher für eine Konsolidierung innerhalb der etablierten Spanne, solange weder fundamentale noch nachrichtengetriebene Impulse neue Dynamik bringen.

Quartalszahlen als nächster Härtetest

Der nächste konkrete Prüfstein steht bereits fest: Am 26. Februar 2026 legt Puma die neuen Quartalszahlen vor. Dann wird sichtbar, ob die Restrukturierung erste Spuren in Umsatz- und Ergebnisentwicklung hinterlässt.

Bis dahin dürfte die Kursentwicklung im Wesentlichen von zwei Faktoren bestimmt werden:

  1. Fortgang der Anta-Verhandlungen: Kommt Bewegung in die festgefahrenen Gespräche oder bleibt die Preislücke unüberbrückbar?
  2. Branchensentiment: Die allgemeine Stimmung im Sportartikelsektor beeinflusst, wie viel Geduld Investoren Puma beim Umbau zugestehen.

Für Anta hätte ein Einstieg strategische Logik: Der Konzern hat mit der Übernahme von Amer Sports 2019 Erfahrung bei der Integration westlicher Marken gesammelt. Ein 29‑Prozent-Anteil an Puma würde diese Position im internationalen Markenumfeld stärken. Ob daraus jedoch kurzfristig ein konkreter Deal entsteht, hängt direkt an der aktuellen Bewertungslücke – und diese spiegelt sich derzeit deutlich im Kurs wider.

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