Die Spekulationen um einen möglichen Einstieg von Anta Sports haben der Puma-Aktie zuletzt Rückenwind gegeben. Nun deuten Berichte allerdings auf festgefahrene Gespräche hin – vor allem wegen der Preisfrage. Damit rückt eine andere Frage in den Vordergrund: Wie viel ist die angeschlagene Marke dem Markt derzeit wirklich wert?
Übernahmegespräche: Preisdifferenz als Bremsklotz
Im Zentrum der Diskussion steht der 29-Prozent-Anteil der Familienholding Artémis, über den seit Wochen als möglicher Hebel für einen Einstieg von Anta Sports spekuliert wird. Laut aktuellen Berichten liegen die Preisvorstellungen jedoch weit auseinander.
Artémis soll eine Bewertung von mehr als 40 Euro je Aktie anpeilen. Das entspräche einem deutlichen Aufschlag auf den aktuellen Kursbereich um knapp 22 Euro und orientiert sich damit eher an früheren Hochs und dem langfristigen Potenzial der Marke als an der aktuellen Börsenrealität. Diese Lücke hat die Gespräche vorerst ins Stocken gebracht und die Übernahmefantasie deutlich abgekühlt.
Die Kursentwicklung spiegelt die Unsicherheit wider:
– Schlusskurs Freitag: 21,91 Euro
– 12-Monats-Veränderung: rund -46 %
– Abstand zum 52-Wochen-Hoch (40,70 Euro): ca. -46 %
Damit steht der Markt derzeit klar näher an der skeptischen Seite der Bewertungsskala als an den Vorstellungen von Artémis.
Analysten gespalten – fundamentale Schwäche trifft Markenpotenzial
Parallel zu den zähen Gesprächen prallen auch bei den Analysten unterschiedliche Einschätzungen aufeinander. Die Signale reichen von vorsichtiger Zurückhaltung bis zu betont konstruktiven Stimmen.
Die UBS bestätigt ihre Einstufung „Neutral“ und verweist auf:
– eine schwache fundamentale Ausgangslage,
– operative Risiken in Schlüsselmärkten wie China und den USA
sowie ein Umfeld, in dem Sportartikelhersteller insgesamt stärker unter Druck stehen.
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Auf der anderen Seite sehen Berenberg und Bernstein mehr Chancen als Risiken. Beide Institute bleiben bei einer positiven Einstufung („Buy“ bzw. „Outperform“). Im Fokus ihrer Argumentation stehen:
– ein hoher, bislang nicht vollständig gehobener Markenwert,
– die Perspektiven durch das neue Management und den laufenden Umbau.
Charttechnisch wirkt der Titel trotz der Schwäche im Jahresverlauf kurzfristig gefestigt: Der Kurs liegt leicht über dem 50- und 200-Tage-Durchschnitt (jeweils gut 21 Euro), der 14-Tage-RSI von 73,2 signalisiert jedoch bereits ein überkauftes Niveau – ein Hinweis darauf, dass ein Teil der jüngsten Bewegung spekulativ getrieben sein dürfte.
Strategischer Umbau als zweite Ebene der Story
Die festgefahrenen Gespräche mit Anta lenken zugleich den Blick auf die innere Baustelle des Konzerns. Unter CEO Arthur Hoeld läuft ein tiefgreifender Umbau, den das Management selbst als Übergangsphase bezeichnet. Das Jahr 2026 wurde ausdrücklich als „Übergangsjahr“ definiert – mit Fokus auf:
- operative Restrukturierung und Effizienz,
- Schärfung der Markenpositionierung,
- bessere Ausrichtung auf zentrale Absatzmärkte.
Die hohen Preisforderungen von Artémis lassen sich vor diesem Hintergrund einordnen: Sie orientieren sich eher an dem, was Puma strategisch und markentechnisch darstellen könnte, als an den aktuellen Kennzahlen eines Unternehmens, das sich mitten in einem Umbauprozess befindet. Potenzielle Käufer und große Teile des Marktes bewerten dagegen nüchterner die kurzfristigen Herausforderungen und die abgekühlte Branchenstimmung.
Ein Einstieg von Anta würde aus strategischer Sicht durchaus Sinn ergeben: Puma könnte seinen Zugang zum asiatischen Markt ausbauen, während Anta eine internationale Sportmarke stärken würde. Solange die Preisvorstellungen aber so weit auseinanderliegen, bleibt dieses Szenario hypothetisch – und die Fantasie im Kurs begrenzt.
Ausblick: Quartalszahlen als nächster Prüfstein
Für die weitere Entwicklung rücken nun zwei Aspekte in den Vordergrund. Kurzfristig bleibt der Kurs empfindlich gegenüber neuen Schlagzeilen rund um die Verhandlungen mit Anta Sports. Ohne Annäherung bei der Bewertung fehlt jedoch der spekulative Treiber, der zuletzt für Fantasie sorgte.
Mittelfristig werden die anstehenden Geschäftszahlen wichtiger. Am 26. Februar 2026 legt Puma die nächsten Quartalszahlen vor. Dann wird sich zeigen, ob die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen erste operative Spuren hinterlassen – insbesondere bei Umsatzdynamik und Profitabilität in den Kernmärkten. Gelingt hier eine positive Überraschung, hätte der Markt wieder einen stärkeren fundamentalen Anknüpfungspunkt als bloße Übernahmegerüchte.
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