Puma Aktie: Rekordverlust erzwingt Neuanfang
Ein historischer Verlust von fast 644 Millionen Euro zwingt Puma zum Kurswechsel. Neue Großaktionäre wie Anta Sports und Frasers Group verändern die Machtverhältnisse, während das Management die Dividende streicht und den Direktvertrieb ausbaut.

Kurz zusammengefasst
- Historischer Jahresverlust von fast 644 Millionen Euro
- Anta Sports und Frasers Group werden neue Großaktionäre
- Dividende für 2025 wird komplett gestrichen
- Strategiewechsel: Fokus auf Ausbau des Direktvertriebs
Ein historischer Verlust von fast 644 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr zwingt den Sportartikelhersteller Puma zu drastischen Schritten. Während die Dividende für 2025 komplett gestrichen wird, formiert sich im Hintergrund eine völlig neue Machtstruktur. Zwei internationale Branchengrößen haben sich in Stellung gebracht und verändern die Dynamik beim Herzogenauracher Konzern grundlegend.
Neue Machtverhältnisse im Aktionariat
Der chinesische Konkurrent Anta Sports hat für 1,5 Milliarden Euro einen Anteil von 29,1 Prozent von der Milliardärsfamilie Pinault übernommen. Kurzfristig könnte dieser Einstieg das operative Geschäft in China belasten, da Anta auf eigene Vertriebskanäle setzt, während Puma dort stark vom Großhandel abhängig ist.
Parallel dazu sicherte sich die britische Frasers Group über Put-Optionen eine Beteiligung von 5,77 Prozent. Da Pumas Produkte einen signifikanten Umsatzanteil der zu Frasers gehörenden Kette Sports Direct ausmachen, festigt dieser Schritt eine bereits bestehende kommerzielle Beziehung.
Rote Zahlen und Strategiewechsel
Die Neuausrichtung folgt auf ein desaströses Jahr 2025. Der währungsbereinigte Umsatz sank um 8,1 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro, was zu einem operativen Verlust (EBIT) von 357,2 Millionen Euro führte. An der Börse notierte das Papier am Freitag bei 21,50 Euro und hat sich damit immerhin wieder spürbar vom 52-Wochen-Tief bei 15,48 Euro abgesetzt. Als direkte Konsequenz der roten Zahlen schlagen Vorstand und Aufsichtsrat vor, die Dividende vollständig auszusetzen.
CEO Arthur Hoeld steuert nun gegen und will den Direktvertrieb massiv ausbauen, um die hohe Großhandelsabhängigkeit von über 70 Prozent zu reduzieren. Um den Preisverfall der Marke zu stoppen, nimmt das Management sogar unverkaufte Ware von Händlern zurück. Parallel soll eine neue Technologiepartnerschaft mit dem chinesischen Unternehmen Shincell die Produktinnovation im Laufschuh-Segment vorantreiben.
Blick auf das Übergangsjahr
Das laufende Jahr 2026 deklariert das Management klar als Übergangsphase. Puma rechnet mit weiteren Umsatzrückgängen und kalkuliert einen operativen Verlust zwischen 50 und 150 Millionen Euro ein. Ein positiver Indikator ist jedoch der Lagerbestand, dessen Abbau schneller voranschreitet als ursprünglich geplant. Bis zum Jahresende soll hier wieder ein normalisiertes Niveau erreicht sein. Erste konkrete Belege für den operativen Fortschritt des Umbaus liefert der nächste Quartalsbericht, der am 30. April 2026 veröffentlicht wird.
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