Pyrum Innovations Aktie: 3,7-Millionen-Verlust im Quartal
Pyrum treibt den Bau des zweiten Altreifen-Recyclingwerks voran. Trotz Umsatzverdopplung belasten hohe Investitionen die Bilanz.

Kurz zusammengefasst
- Bau des zweiten Werks in Perl-Besch
- Optimierte Anlagentechnik senkt Kosten
- Umsatz steigt auf über eine Million Euro
- Hoher Verlust durch Investitionen
Pyrum Innovations drückt beim Bau des zweiten Recyclingwerks in Perl-Besch wieder aufs Tempo. Lange Zeit bremsten technische Hürden am Stammhaus die Expansion aus. Nun scheint der Weg für das neue Projekt frei zu sein.
Die Verzögerungen hatten einen klaren Grund: Erst musste die stabile Produktion in Dillingen bewiesen werden. Die dortige Mahl- und Pelletieranlage erfüllte die Erwartungen anfangs nicht vollständig. Inzwischen ist das System optimiert und bildet das Fundament für den weiteren Ausbau.
Neue Anlagen-Generation gegen die Inflation
Die Neuausrichtung ermöglichte es Pyrum, die nächste Generation ihrer Anlagen im Rahmen eines „Value Engineering“-Programms zu überarbeiten. Ziel dieser Maßnahme ist es, den Bau zu vereinfachen und die Zeiten zu verkürzen. Parallel dazu sollen so inflationäre Kosten kompensiert werden.
Die volle Funktionsfähigkeit in Dillingen war im Mai erreicht. Dieser Schritt war entscheidend, um die Finanzierung für Perl-Besch zu reaktivieren. Nur mit diesem Nachweis ließen sich Banken und Kunden erneut von dem Projekt überzeugen.
Umsatzsprung trifft auf tiefrote Zahlen
Die Geschäftszahlen für das erste Quartal 2026 zeigen ein zweigeteiltes Bild. Der Umsatz verdoppelte sich auf gut eine Million Euro. Ein Jahr zuvor waren es lediglich 509.000 Euro.
Treiber für das Wachstum waren Erlöse aus Consulting und dem Anlagenbetrieb. Dennoch bleibt die Rentabilität eine Baustelle. Das EBITDA lag mit minus 2,4 Millionen Euro deutlich im negativen Bereich.
Unter dem Strich steht ein Konzernverlust von 3,7 Millionen Euro. Die Liquidität sank zum Stichtag Ende März auf 11,1 Millionen Euro.
Zum Jahresende 2025 verfügte das Unternehmen noch über rund 17 Millionen Euro. Die negativen Ergebnisgrößen spiegeln die hohen Investitionen in den Produktionshochlauf und den Ausbau der Anlagen wider.
Kursreaktion am Boden
Anleger reagieren skeptisch auf die Kombination aus operativem Fortschritt und hohen Verlusten. Die Aktie gab heute um 4,4 Prozent auf 23,90 Euro nach. Damit notiert das Papier nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 22,10 Euro.
Das Unternehmen prüft nun weitere Finanzierungsoptionen, um den Bau neuer Anlagen zu sichern. Der Fokus liegt dabei auf der Überbrückung des negativen Cashflows. Ein stabiler Betrieb in Perl-Besch ist nun die Voraussetzung für neues Vertrauen am Kapitalmarkt.
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