Qiagen Aktie: 46,50 Euro auf dem Tisch
Ein mögliches EQT-Gebot bewertet Qiagen mit knapp zehn Milliarden Euro; Aufsichtsratszustimmung und Aktionärsannahme stehen noch aus.

Kurz zusammengefasst
- EQT erwägt 46,50 Euro je Aktie
- Qiagen-Bewertung knapp zehn Milliarden Euro
- Aufsichtsratsentscheidung noch diese Woche erwartet
- Aktionärszustimmung hängt von Annahmeschwelle ab
EQT steht Berichten zufolge kurz vor einem Übernahmeangebot für Qiagen. Der Aufsichtsrat dürfte in Kürze einem Gebot von 46,50 Euro je Aktie zustimmen. Eine offizielle Mitteilung könnte noch heute folgen, eine endgültige Entscheidung ist allerdings nicht gefallen.
Was auf dem Tisch liegt
Mit einem Volumen von knapp zehn Milliarden Euro wäre es eine der größten Übernahmen im europäischen Gesundheitssektor in diesem Jahr. Der Preis liegt gut acht Prozent über dem Xetra-Schlusskurs von 42,80 Euro. Im US-Handel notierte das Papier zuletzt zwei Prozent höher.
Zuvor war von mehr als 50 Dollar je Aktie die Rede gewesen, umgerechnet rund 44,50 Euro. Die Zahlen weichen also voneinander ab. Ob sich das Gebot noch verändert, ist offen. Ein Qiagen-Sprecher wollte sich zu den Berichten nicht äußern, auch EQT und KKR blieben stumm.
KKR soll ebenfalls Interesse angemeldet und nach früheren Informationen eine Offerte abgegeben haben. Zuletzt liefen die Verhandlungen aber offenbar vor allem mit EQT.
Eine lange Geschichte der Gerüchte
Übernahmespekulationen begleiten Qiagen seit Jahren. Thermo Fisher scheiterte Anfang des Jahrzehnts mit einem Gebot von 43 Euro je Aktie an der Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent, weil einige Investoren Widerstand leisteten. Später trieben Corona-Boom und Gerüchte den Kurs auf über 56 Euro, ein Gebot blieb aus.
Auch dieses Jahr verlief wechselhaft. Im Januar stieg die Aktie auf fast 48 Euro, danach verpufften die Hoffnungen, und im Sommer fiel der Kurs bis auf rund 27,50 Euro. Seitdem hat das Papier auf Sechsmonatssicht fast ein Viertel zugelegt.
Im Frühjahr bestätigte Qiagen, mit Banken strategische Optionen auszuloten. Diese Suche führt seit Anfang September der neue Konzernchef Jonathan Pratt fort. Er hat bei seinem früheren Arbeitgeber, der Filtration Group, einen Verkaufsprozess bis zum Abschluss begleitet.
Was jetzt zählt
Entscheidend ist die Sitzung des Aufsichtsrats, die noch diese Woche erwartet wird. Stimmt das Gremium einem Angebot von 46,50 Euro zu, läge der Preis knapp unter dem Januar-Hoch. Ob die Aktionäre mitziehen, hängt auch an der Annahmeschwelle. Genau daran scheiterte Thermo Fisher.
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