Qualcomm Aktie: Google setzt auf Snapdragon X Elite
Qualcomm gewinnt Google als Laptop-Partner und liefert weiter Modems für das US-iPhone 18 Pro Max, während das Kerngeschäft nachgibt.

Kurz zusammengefasst
- Snapdragon X Elite treibt zwei Googlebooks
- Qualcomm-Aktie legt um 5,6 Prozent zu
- Apple nutzt weiterhin Snapdragon-X80-Modem
- Smartphone-Umsatz sinkt um 20 Prozent
Google steigt mit einer eigenen Geräteklasse in den Markt für Premium-Laptops ein und setzt dabei auf Halbleiter von Qualcomm. Die heute zur Vorbestellung freigegebenen „Googlebook“-Modelle nutzen ein Betriebssystem, das Elemente von Android und ChromeOS zusammenführt. Für den US-Chiphersteller bedeutet dieser Schritt einen prestigeträchtigen Design-Gewinn: In zwei der neuen Geräte arbeitet Qualcomms Prozessor Snapdragon X Elite.
Die Aktie reagiert an den Börsen positiv auf die Expansion im PC-Segment und verzeichnet heute ein Kursplus von 5,6 Prozent auf 163,60 Euro.
Einzug in Laptops von Dell und HP
Google bringt die neue Produktreihe in Kooperation mit mehreren Computerherstellern heraus. Während andere Varianten auf Prozessoren von Intel setzen, treibt der Snapdragon X Elite das Dell XPS Googlebook sowie das HP Googlebook 14 an. Der Chip verfügt über eine Oryon-CPU mit zwölf Kernen und Taktraten von bis zu 4 Gigahertz. Herzstück für KI-Anwendungen ist die integrierte NPU, die eine Rechenleistung von mehr als 45 TOPS erreicht.
Der offizielle Verkaufsstart der Notebooks ist für den 4. Oktober in den USA und für den 5. Oktober unter anderem in Deutschland vorgesehen. Für Qualcomm stellt die Kooperation den ersten Einsatz seines Flaggschiff-Prozessors in Googles eigener Consumer-Notebook-Reihe dar. Nach Jahren der Dominanz klassischer x86-Architekturen gewinnt das Unternehmen damit einen weiteren wichtigen Partner für seine PC-Offensive.
Unerwarteter Verbleib im iPhone 18 Pro Max
Parallel zum Vorstoß im Computerbereich gab es am Wochenende auch Neuigkeiten zum Smartphone-Geschäft. Eine Zerlegeanalyse von TechInsights ergab, dass Apple in der US-Version des neu erschienenen iPhone 18 Pro Max weiterhin auf ein Modem von Qualcomm zurückgreift. Zum Einsatz kommt das Snapdragon X80, das bereits in der Vorgängergeneration verbaut war.
In den Modellen für Märkte außerhalb der USA sowie im kleineren Schwestermodell nutzt Apple hingegen seinen eigenen C2-Chip. Qualcomm profitiert hier von einem bestehenden Liefervertrag, der die Belieferung mit Modems bis 2026 regelt. Für Qualcomm ist dies eine willkommene Nachricht, da der schrittweise Übergang von Großkunden zu Eigenentwicklungen als eines der größten Risiken für die Sparte gilt.
Licht und Schatten im Kerngeschäft
Trotz der Erfolge bei neuen Partnerschaften steht das Unternehmen operativ unter Beobachtung. Das Analysehaus Zacks stufte die Aktie mit „Strong Sell“ ein und verwies auf Belastungen im jüngsten Quartalsbericht. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres sank der Gesamtumsatz um vier Prozent auf 9,95 Milliarden US-Dollar.
Besonders das Smartphone-Geschäft schwächelte: Die Erlöse im Handset-Bereich gaben im Vorjahresvergleich um 20 Prozent auf 5,09 Milliarden US-Dollar nach, während der Non-GAAP-Gewinn je Aktie um 20 Prozent auf 2,21 US-Dollar schrumpfte.
Für das vierte Quartal stellt das Management ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 2,05 bis 2,25 US-Dollar in Aussicht. Die aktuellen Erfolge bei Google und Apple zeigen jedoch, dass Qualcomm seine Abhängigkeit vom klassischen Mobilfunkmarkt schrittweise diversifiziert und in Wachstumsfeldern wie KI-fähigen Laptops an Boden gewinnt.
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