Quartalszahlen und Zwischenwahlen im Visier!

Techwerte prägen die Börsenrally, während hohe Erwartungen und mögliche politische Spannungen die Märkte beschäftigen.

Stephan Feuerstein ·
Modernes Büro mit Blick auf Finanzdistrikt

Kurz zusammengefasst

  • Nasdaq 100 erreicht historisch hohes Kursniveau
  • S&P 500 legt rund zwölf Prozent zu
  • Gleichgewichteter Index gewinnt rund acht Prozent
  • US-Zwischenwahlen finden am 3. November statt

Viele Anleger sehen den aktuellen Anstieg am Aktienmarkt kritisch. Während der DAX noch rund fünf Prozent unterhalb seines bisherigen Allzeithochs notiert, gelang dem Nasdaq 100 ein Ausbruch auf historisch hohes Kursneuland. Genau dies sehen viele Anleger mit Sorge.

Aktienaufschwung nur von wenigen Werten getragen!

Die Rally der vergangenen Monate wurde vor allem durch den Tech-Sektor getragen. Dies lässt sich unter anderem im direkten Vergleich des S&P 500 (mit unterschiedlicher Gewichtung der einzelnen Unternehmen) mit dem S&P 500 equal weight erkennen. Beim zuletzt genannten Index sind alle Werte gleich gewichtet. So liegt der S&P 500 seit dem Jahresstart mir rund 12 Prozent in der Gewinnzone, während der gleichgewichtete S&P 500 nur rund acht Prozent erreicht. Damit werden die Anleger bei der beginnenden Quartalszahlensaison ganz besonders auf die Techwerte achten. Nach dem Anstieg der vergangenen Monate sind bei diesen Titeln die Erwartungen sehr hoch. Gelingt es den Unternehmen nicht, diese sehr hohen Erwartungen zu übertreffen, würde eine Korrektur aufgrund der hohen Gewichtung im S&P 500 den Index entsprechend deutlich nach unten ziehen.

Gefahr durch die US-Zwischenwahlen?

Die USA haben in der zweiten Amtszeit von Donald Trump bei den Anlegern deutlich an Vertrauen eingebüßt. Dies lässt sich unter anderem an dem Renditeanstieg langlaufender US-Anleihen erkennen. Wie groß das Vertrauen der US-Bürger selbst ist, wird sich bei den US-Zwischenwahlen am 03. November zeigen. Mit dem Krieg gegen den Iran haben die Energiepreise auch in den USA deutlich angezogen. Entsprechend hat Donald Trump an Zustimmung verloren. Aus aktueller Sicht könnte es bei den „Midterms“ zu einem klaren Sieg der Demokraten kommen, die sich dann eine Mehrheit im Senat sowie im Repräsentantenhaus sichern könnten. Es bleibt abzuwarten, ob dies von Donald Trump so akzeptiert wird. Schließlich hat er sich bereits zum Ende seiner ersten Amtszeit als schlechter Verlierer präsentiert. Sollte er allerdings versuchen, Einfluss auf die Wahl bzw. das Wahlergebnis auszuüben, dürfte dies zu einem weiteren Vertrauensverlust an den Kapitalmärkten führen. Insofern ist der 3. November in diesem Jahr ein besonders wichtiges Datum!

Stephan Feuerstein
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