Realty Income verlässt ein Stück weit seine Komfortzone. Der REIT steigt erstmals in den mexikanischen Industriemarkt ein – und arbeitet parallel an einem neuen Geschäftsfeld, das künftig Gebühreneinnahmen liefern soll. Was steckt hinter dieser doppelten Diversifizierung?
Mexiko-Deal: Fokus auf Logistiktrends
Laut einem Bericht von Simply Wall St (29. Januar) hat Realty Income Industrieimmobilien in Mexiko im Wert von rund 200 Mio. US-Dollar übernommen. Es ist der erste Schritt des Unternehmens in diesen Markt – und damit auch eine spürbare Erweiterung über den bisherigen Schwerpunkt hinaus, der lange von US-Net-Lease-Einzelhandelsimmobilien sowie Engagements in entwickelten europäischen Märkten geprägt war.
Der strategische Gedanke dahinter: Entlang des US‑Mexiko-Korridors gewinnen grenzüberschreitende Lieferketten und Logistikflächen an Bedeutung. Realty Income positioniert sich damit in einem Segment, das von der Neuordnung globaler Supply Chains profitieren könnte.
Asset Management ab 2026: Zusatzerträge durch Gebühren
Neben der geografischen Ausweitung baut Realty Income eine gebührenbasierte Asset-Management-Plattform auf, die sich an institutionelle Investoren richtet. Der Start ist für 2026 geplant.
Der Unterschied zum klassischen REIT-Modell ist relevant: Während Mieteinnahmen stark von der eigenen Bilanz und dem eigenen Immobilienbestand abhängen, kann ein Asset-Management-Geschäft zusätzliche, weniger kapitalintensive Erlösquellen erschließen. Damit folgt Realty Income einem Branchentrend größerer Immobilienmanager, die stärker auf „asset-light“-Strukturen setzen.
Nächster Termin: Zahlen Ende Februar
Spannend wird es schon in wenigen Wochen: Nach Börsenschluss am 24. Februar 2026 will Realty Income die Ergebnisse für das vierte Quartal sowie das Gesamtjahr 2025 vorlegen. Anschließend ist ein Investor-Call um 14:00 Uhr PST angekündigt.
Wichtige Fakten im Überblick:
– Mexiko-Akquisition: ca. 200 Mio. US-Dollar (Simply Wall St, 29. Januar 2026)
– Portfolio: 15.500+ Immobilien (Stand 30. September 2025, Unternehmensangaben)
– Monatliche Dividendenserie: 667 aufeinanderfolgende Ausschüttungen (Unternehmensangaben)
– Ergebnisbericht: 24. Februar 2026 nach Börsenschluss (Pressemitteilung vom 22. Januar 2026)
Beim Kurs zeigt sich der Titel zuletzt etwas schwächer: 60,45 USD nach 61,43 USD am Montag.
Am 24. Februar dürfte sich dann zeigen, wie das Unternehmen operativ ins neue Jahr startet – und ob die Märkte die Schritte Richtung Mexiko und Asset Management als sinnvolle Ergänzung zum bisherigen Renditeprofil werten.
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