Realty Income sorgt wieder für Gesprächsstoff: Eine deutliche Hochstufung durch die Deutsche Bank trifft auf die nächste monatliche Dividendenankündigung und einen Kurs nahe dem Jahreshoch. Wie gut passt dieses neue Optimismusbild zu den Bewertungen und den Fundamentaldaten?
Deutsche Bank wird optimistischer
Am 20. Januar 2026 hat die Deutsche Bank ihre Einschätzung zu Realty Income von „Hold“ auf „Buy“ angehoben und das Kursziel von 62 auf 69 US‑Dollar erhöht. Ausgehend vom aktuellen Niveau ergibt sich damit ein zweistelliges Aufwärtspotenzial von rund 13%.
Die Einstufung ist Teil eines umfassenden REIT-Ausblicks für 2026, in dem auch NNN REIT, Regency Centers, Simon Property und Sun Communities hochgestuft wurden. Spannend: Trotz des optimistischen Blicks auf einzelne Titel rechnet die Bank weiterhin damit, dass REITs den S&P 500 auch 2026 unterperformen werden – so wie in jedem der vergangenen vier Jahre.
Zentrale Punkte der Analyse:
- REITs haben in den letzten vier Jahren jeweils schlechter abgeschnitten als der S&P 500
- Deutsche Bank erwartet eine Fortsetzung dieses Trends in 2026
- Für das abgedeckte REIT-Universum wird eine durchschnittliche Rendite von 10,3% prognostiziert
- Makro-Bremse bleibt das Zinsumfeld: Erwartet wird nur eine Zinssenkung der Fed im Jahr 2026
Vor diesem Hintergrund wirkt die Hochstufung von Realty Income wie eine gezielte Auswahl innerhalb eines insgesamt schwierigen Sektors.
667. Monatsdividende bestätigt Dividendenstory
Am 13. Januar 2026 hat Realty Income seine 667. aufeinanderfolgende monatliche Dividende bekanntgegeben. Je Aktie werden 0,27 US‑Dollar ausgeschüttet, hochgerechnet 3,24 US‑Dollar pro Jahr. Die Zahlung erfolgt am 13. Februar 2026 an Anteilseigner, die am 30. Januar im Register stehen.
Auf Basis des aktuellen Kurses ergibt sich damit eine Dividendenrendite von rund 5,3%. In Kombination mit dem Status als S&P 500 Dividend Aristocrat – mehr als 30 Jahre in Folge steigende Ausschüttungen – unterstreicht das die Rolle des Unternehmens als klassischer Einkommenswert.
Bewertung: DCF günstig, KGV teuer
Bei der Bewertung liefert Realty Income derzeit ein gemischtes Bild. Aus Discounted-Cashflow-Sicht erscheinen die Aktien deutlich unterbewertet: Die geschätzte faire Bewertung liegt bei etwa 97 US‑Dollar je Anteil, was einem Abschlag von rund 36–37% entspricht.
Die KGV-Perspektive zeichnet jedoch ein anderes Bild:
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- Aktuelles KGV: 56,87
- Durchschnitt der Retail-REIT-Branche: 27,34
- Geschätztes „faireres“ KGV: 34,90
Damit notiert der Titel beim Gewinnmultiple klar über dem Branchenschnitt und auch über der internen Fair-Value-Schätzung auf Basis des KGV. Das erklärt, warum der Markt aktuell offenbar eher auf Cashflows und Stabilität als auf reine Gewinnkennzahlen schaut.
Kursseitig spiegelt sich die robustere Wahrnehmung bereits wider: Über die letzten zwölf Monate liegt die Rendite bei 17,06%, seit Jahresbeginn bei 6,18%. Heute notiert die Aktie mit 60,85 US‑Dollar nur knapp unter dem 52‑Wochen-Hoch von 61,55 US‑Dollar; der Abstand beträgt gut 1%.
Zur technischen Einordnung: Der Kurs liegt deutlich über den gleitenden Durchschnitten der letzten 50, 100 und 200 Tage, die mit 53,79, 52,08 und 50,89 US‑Dollar klar darunter verlaufen. Gleichzeitig signalisiert ein 14‑Tage‑RSI von 38,9 kein überkauftes Niveau. Der annualisierte Volatilitätswert von 47,57% für 30 Tage deutet jedoch auf eine spürbare Schwankungsbreite hin.
Marktstellung und Analystenblick
Mit einer Marktkapitalisierung von rund 56 Milliarden US‑Dollar gehört Realty Income zu den Schwergewichten unter den Retail-REITs. Die Gesellschaft verfügt über ein breites, geografisch diversifiziertes Portfolio mit mehr als 15.500 Immobilien in allen 50 US-Bundesstaaten, im Vereinigten Königreich und sieben weiteren europäischen Ländern.
Auf der Analystenseite zeigt sich ein insgesamt konstruktives, aber nicht euphorisches Bild:
- Morgan Stanley bestätigt ein „Equal-Weight“-Rating, hebt das Kursziel jedoch auf 65 US‑Dollar an
- Der durchschnittliche Analystenkonsens liegt bei 63,68 US‑Dollar
- Die Spanne der Kursziele reicht von 59 bis 75 US‑Dollar
Realty Income bewegt sich damit in einer Zone, in der die meisten Schätzungen ein moderates weiteres Aufwärtspotenzial signalisieren – bei gleichzeitig überschaubtem Bewertungsabstand zu den mittleren Kurszielen.
Fundamentaldaten und nächster Termin
Der nächste wichtige Prüfstein steht bereits im Kalender: Am 24. Februar 2026 legt Realty Income die nächsten Quartalszahlen vor. Auf Zwölfmonatsbasis erzielte das Unternehmen zuletzt Erlöse von 5,6 Milliarden US‑Dollar und ein EBITDA von rund 5 Milliarden US‑Dollar. Die Bruttomarge von 92,56% unterstreicht die Ertragskraft des Geschäftsmodells, während die Nettomarge mit 17,31% deutlich darunter liegt und Kosten- sowie Zinslast widerspiegelt.
Hinzu kommt eine Debt-to-Equity-Quote von 72,87%, die für einen kapitalintensiven, fremdfinanzierten Sektor wie REITs nicht untypisch ist, aber das Zinsthema in einem Umfeld mit nur begrenzten Fed-Senkungen besonders relevant macht. Ob die anstehenden Zahlen den jüngsten Optimismus der Analysten untermauern, hängt daher vor allem von der Entwicklung der Cashflows, der Zinskosten und möglichen weiteren Dividendenanhebungen ab.
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