Red Cat Aktie: Der Realitätsabgleich

Red Cat Holdings präsentiert Jahreszahlen unter hohen Erwartungen. Investoren fordern Belege für die Rentabilität der massiv ausgebauten Drohnenproduktion.

Kurz zusammengefasst:
  • Strategischer Ausbau der US-Drohnenproduktion
  • Übergang zum umfassenden Rüstungsanbieter
  • Hohe Bewertung trotz fehlender Profitabilität
  • Gespannte Erwartung an Quartalsumsatz von 26,5 Mio. USD

Red Cat Holdings hat in den vergangenen Monaten massiv in den Ausbau seiner Drohnenproduktion investiert, um eine strategische Lücke in der US-Rüstungsindustrie zu schließen. Wenn das Unternehmen am morgigen Mittwoch seine Jahreszahlen präsentiert, geht es um mehr als nur prozentuales Umsatzwachstum. Investoren fordern den Beweis, dass sich die ambitionierte Skalierung des Geschäftsmodells auch in zählbaren, verlässlichen Aufträgen und einer Reduzierung der Verluste niederschlägt.

Geopolitik und Massenproduktion

Der Hintergrund der aggressiven Wachstumsstrategie liegt in der aktuellen globalen Sicherheitslage. CEO Jeff Thompson wies kürzlich darauf hin, dass die USA bei der Herstellung kleiner Drohnen deutlich hinter Ländern wie China oder der Ukraine zurückliegen. Um diesen Produktionsrückstand aufzuholen, hat Red Cat drei neue Fabriken eröffnet und stellt kontinuierlich Personal ein.

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Die Philosophie des Unternehmens lautet dabei „Masse gegen Masse“: Anstelle weniger, extrem teurer Präzisionswaffen setzt das Management auf günstige Drohnen, die in großen Stückzahlen produziert und eingesetzt werden können. Die aktuelle Kursentwicklung spiegelt diese Fantasie der Anleger wider: Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits gut 73 Prozent zugelegt und notiert derzeit bei 13,60 Euro.

Neue Einsatzgebiete und internationale Kunden

Gleichzeitig wandelt sich der Konzern von einem reinen Drohnenhersteller zu einem umfassenden Rüstungsanbieter. Durch die Integration des autonomen Waffensystems von Allen Control Systems Anfang März erweitert Red Cat sein Portfolio auf maritime und landgestützte Einsatzgebiete. Solche systemübergreifenden Lösungen führen in der militärischen Beschaffung in der Regel zu langfristigen Wartungsverträgen, die verlässlichere Einnahmen generieren als der reine Hardware-Verkauf.

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Auch international zieht die Nachfrage an. Ein Verbündeter aus dem asiatisch-pazifischen Raum bestellte im Dezember das „Black Widow“-System, dessen Auslieferung im laufenden Kalenderjahr erfolgen soll. Es ist bereits der zweite asiatische Partner, der die US-gefertigte Plattform für militärische Zwecke ordert.

Die fundamentale Ausgangslage

Trotz der strategischen Fortschritte ist die fundamentale Bewertung anspruchsvoll. Das Unternehmen weist ein negatives Kurs-Gewinn-Verhältnis auf und hat die Gewinnerwartungen des Marktes in acht aufeinanderfolgenden Quartalen verfehlt. Ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 149 zeigt deutlich, dass ein extremes zukünftiges Wachstum bereits in den Aktienkurs eingepreist ist. Die Meinungen der Analysten gehen entsprechend auseinander:

  • Ladenburg Thalmann: Kurszielanhebung von 15 auf 20 US-Dollar mit Verweis auf das Skalierungspotenzial
  • Needham & Company: Bestätigung der Kaufempfehlung bei einem Ziel von 16 US-Dollar
  • Weiss Ratings: Verkaufsempfehlung aufgrund der hohen Volatilität und der fehlenden Profitabilität

Wenn das Management am morgigen Mittwochabend nach US-Börsenschluss die Ergebnisse für das vierte Quartal präsentiert, liegt die Messlatte hoch. Die unternehmenseigene Prognose sieht einen Quartalsumsatz von bis zu 26,5 Millionen US-Dollar vor. Neben dem reinen Erreichen dieser Zielmarke verlangen die Marktteilnehmer konkrete Aussagen darüber, wie schnell die hochgefahrenen Produktionskapazitäten die operativen Verluste verringern können.

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