Europas größte Online-Apotheke wächst zwar rasant im Rezeptgeschäft, doch die Anleger ergreifen die Flucht. Der Grund ist eine bittere Pille bei der Profitabilität: Redcare Pharmacy kassierte seine mittelfristigen Margenziele ein und enttäuschte mit dem Ausblick für das laufende Jahr. Statt Euphorie über Umsatzrekorde herrscht nun Ernüchterung über das verlangsamte Kerngeschäft und sinkende Ertragserwartungen.
Wachstum ja, Gewinne nein?
Der Ausverkauf an den Märkten war heftig. Auslöser für den massiven Kursrutsch der letzten Tage war die Vorlage der Geschäftszahlen für 2025 und vor allem der gesenkte Ausblick. Zwar kletterte der Konzernumsatz um rund 24 Prozent auf 2,94 Milliarden Euro, getrieben durch einen Sprung von über 40 Prozent bei den verschreibungspflichtigen Medikamenten (Rx). Doch unter dem Strich blieb weniger hängen als erhofft.
Das bereinigte EBITDA stieg zwar auf 57,4 Millionen Euro, was einer Marge von 2,0 Prozent entspricht. Damit landete das Unternehmen jedoch lediglich am unteren Ende der eigenen Prognose und verfehlte die Erwartungen der Analysten. Besonders das vierte Quartal enttäuschte mit einer Marge von nur 1,6 Prozent – der Markt hatte hier mit deutlich profitableren 2,5 Prozent gerechnet.
Das Sorgenkind im Kerngeschäft
Noch schwerer wiegt für viele Investoren die Entwicklung im klassischen Geschäft mit rezeptfreien Produkten (OTC). Hier verlor Redcare deutlich an Dynamik. Während das Wachstum im ersten Quartal 2025 noch bei fast 20 Prozent lag, bremste es im vierten Quartal auf nur noch 9,3 Prozent ab. Das Management begründete dies mit geringeren Marketingausgaben und einem insgesamt schwachen Marktumfeld.
Analysten sehen hier einen strukturellen Trend: Die Wachstumsraten im profitablen OTC-Bereich sinken seit 2023 kontinuierlich. Dies wirft die Frage auf, ob das aggressive Wachstum im weniger margenstarken Rezeptgeschäft die Profitabilität des Gesamtkonzerns dauerhaft belastet.
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Mittelfristige Ziele gekappt
Den finalen Stoß versetzte dem Aktienkurs die Revision der mittelfristigen Ziele. Redcare senkte sein Ziel für die bereinigte EBITDA-Marge von ursprünglich „über 8 Prozent“ auf nun „über 5 Prozent“. Auch der Ausblick für 2026 konnte die Gemüter nicht beruhigen: Mit einem erwarteten Umsatzwachstum von 13 bis 15 Prozent und einer Marge von mindestens 2,5 Prozent blieb das Unternehmen hinter den Konsensschätzungen zurück.
Die Reaktion der Börse fiel entsprechend brutal aus. Die Aktie verlor auf Wochenbasis rund 30 Prozent an Wert und notierte zum Handelsschluss am Freitag bei nur noch 42,26 Euro – ein neues 52-Wochen-Tief.
Entscheidende Monate stehen bevor
Der Fokus richtet sich nun auf die Umsetzung der neuen Strategie im laufenden Geschäftsjahr. Am 6. Mai 2026 wird Redcare die Zahlen zum ersten Quartal präsentieren. Bis dahin muss das Management beweisen, dass sich das rasant wachsende E-Rezept-Volumen in Deutschland perspektivisch auch in steigende Gewinne ummünzen lässt, ohne dass die Kosten aus dem Ruder laufen.
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