Redcare Pharmacy Aktie: Wachstum mit Fragezeichen

Der Online-Apothekenbetreiber verzeichnet starkes Umsatzwachstum durch E-Rezepte, während die margenstarken Non-Rx-Umsätze enttäuschen. Der zukünftige Wettbewerb und die Ertragsqualität belasten den Kurs.

Kurz zusammengefasst:
  • Umsatzsprung um 24 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro
  • Verdopplung der deutschen Rezeptumsätze auf 503 Millionen
  • Enttäuschendes Wachstum bei profitablen Non-Rx-Produkten
  • Verschärfter Wettbewerb durch neue Marktteilnehmer wie Rossmann

Redcare Pharmacy meldet Rekordumsätze, doch an der Börse bleibt die Euphorie aus. Der Online-Apothekenbetreiber wächst rasant im verschreibungspflichtigen Geschäft, während ausgerechnet die margenstärkeren Produkte hinter den Erwartungen zurückbleiben. Gleichzeitig zeichnet sich in Deutschland eine zweite Wettbewerbswelle ab. Im Kern geht es nun darum, ob das aktuelle Wachstum tatsächlich in nachhaltig profitables Geschäft übersetzt werden kann.

Rekordumsatz – aber Kurs schwach

Anfang Januar hat Redcare vorläufige Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vorgelegt. Der Konzernumsatz stieg 2025 um rund 24 % auf 2,9 Milliarden Euro, nach 2,4 Milliarden Euro im Vorjahr – ein klarer Wachstumssprung.

Redcare Pharmacy

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Der wichtigste Treiber: das deutsche Rezeptgeschäft (Rx). Mit der Pflicht-Einführung des E-Rezepts in Deutschland hat Redcare hier massiv zugelegt. Die Rx-Umsätze in Deutschland legten im Gesamtjahr 2025 um 98 % auf 503 Millionen Euro zu und haben sich damit nahezu verdoppelt.

An der Börse dominieren dennoch Zweifel. Seit der Zahlenvorlage steht die Aktie unter Druck, aktuell notiert sie mit rund 60 Euro deutlich mehr als die Hälfte unter dem 52‑Wochen-Hoch von 138,40 Euro. Der Markt signalisiert damit klar: Die Qualität des Wachstums wird kritischer gesehen als dessen Tempo.

Margenmix rückt in den Fokus

Der zentrale Konflikt: Das stark wachsende Rx-Geschäft trifft auf ein enttäuschendes Nicht-Rezeptgeschäft (Non-Rx) – und genau das ist für die Profitabilität entscheidend.

Im Non-Rx-Bereich – also rezeptfreie Medikamente und Beauty-Produkte – verdient Redcare typischerweise deutlich höhere Bruttomargen als mit Rezeptumsätzen. Wenn der Umsatzmix sich zu stark in Richtung Rx verschiebt, ohne dass es gelingt, über Cross-Selling genügend margenstarke Produkte mitzuverkaufen, leidet perspektivisch das Ergebnis.

Im vierten Quartal 2025 legten die Non-Rx-Umsätze zwar um 9 % auf 483 Millionen Euro zu. Marktteilnehmer hatten hier aber mit mehr Dynamik gerechnet. Dass ausgerechnet die profitabelste Sparte hinter den Konsensschätzungen zurückblieb, nährt die Sorge, Redcare fokussiere sich im Moment zu einseitig auf Marktanteile im Rx-Geschäft – zulasten der Ertragsqualität.

Kurz gesagt: Umsatzrekorde allein überzeugen den Markt nicht, solange unklar ist, wie sich der Margenmix entwickelt.

Wettbewerb in Deutschland verschärft sich

Parallel zum internen Margenmix-Thema steigt der externe Druck. Branchenkreise berichten, dass der Drogeriekonzern Rossmann den Einstieg in das Online-Apothekengeschäft vorbereitet. Zuvor war bereits Wettbewerber dm mit einem eigenen Angebot aktiv geworden.

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Damit droht der deutsche Digital-Health-Markt in eine neue Phase intensiveren Wettbewerbs zu treten. Für Redcare bedeutet dies:

  • Stärkerer Preisdruck im Rx- und Non-Rx-Geschäft
  • Höhere Marketingausgaben, um Kunden zu halten und neue zu gewinnen
  • Steigender Aufwand für Differenzierung durch Service, Sortiment und User Experience

Positiv ist, dass die Kundenbasis 2025 trotz dieser Herausforderungen gewachsen ist: Die Zahl der aktiven Kunden stieg um 1,4 Millionen auf 13,9 Millionen. Das zeigt, dass die Plattform weiterhin Reichweite aufbaut – die Frage bleibt jedoch, zu welchen Kosten und mit welcher Marge.

Kennzahlen im Überblick

Die wesentlichen gemeldeten Eckdaten für 2025:

  • Gesamtumsatz 2025: 2,9 Mrd. Euro (+24 % gegenüber 2024)
  • Umsatz Q4 2025: 794 Mio. Euro (+18 %)
  • Rx-Umsatz Deutschland 2025: 503 Mio. Euro (+98 %)
  • Aktive Kunden: 13,9 Mio. (+1,4 Mio. im Jahresverlauf)

An der Börse spiegelt sich die Skepsis im Kursbild wider: Auf Sicht von zwölf Monaten hat die Aktie rund 50 % verloren, während sie nur knapp über dem jüngsten 52‑Wochen-Tief notiert. Das unterstreicht, wie stark der Markt aktuell die Risiken im Geschäftsmodell gewichtet.

Wichtiger Termin im März

Die nächste zentrale Bewährungsprobe steht bereits fest: Am 4. März 2026 will Redcare den vollständigen Geschäftsbericht für 2025 vorlegen. Dann dürfte sich entscheiden, ob die aktuellen Sorgen abklingen oder sich verfestigen.

Für diesen Termin sind vor allem zwei Punkte entscheidend:

  1. Bestätigung der Profitabilität:
    Das Management hat für 2025 eine bereinigte EBITDA-Marge von 2–2,5 % in Aussicht gestellt. Der Bericht muss zeigen, ob dieses Ziel trotz der langsameren Entwicklung im margenstarken Non-Rx-Geschäft erreicht wurde. Gelingt der Nachweis, dass der negative Margenmix-Effekt unter Kontrolle ist, könnte das den Druck von der Aktie nehmen.

  2. Ausblick 2026:
    Erstmals wird eine konkrete Prognose für das laufende Jahr erwartet. Im Fokus stehen Aussagen dazu, wie Redcare:

  3. seine Position im verschärften deutschen Wettbewerbsumfeld gegenüber neuen Playern wie Rossmann behaupten will,
  4. gleichzeitig das Wachstum im Non-Rx-Bereich wieder beschleunigen möchte,
  5. und dabei die Profitabilität nicht aus den Augen verliert.

Damit wird der März-Bericht zu einem Schlüsselereignis: Er liefert sowohl die Antwort darauf, wie robust das aktuelle Geschäftsmodell im E-Rezept-Zeitalter ist, als auch den Fahrplan, wie Redcare aus starkem Umsatzwachstum verlässlich steigende Erträge machen will.

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