Redcare Pharmacy Aktie: Zwischen Wachstum und Skepsis

Redcare Pharmacy verzeichnet starkes Umsatzwachstum, vor allem durch E-Rezepte, doch der Margendruck im OTC-Geschäft und eine anstehende Anleiherückzahlung belasten die Stimmung an der Börse.

Kurz zusammengefasst:
  • Umsatzwachstum von 24 Prozent im Jahr 2025
  • E-Rezept-Geschäft in Deutschland nahezu verdoppelt
  • Hohe Short-Quote von 14 Prozent signalisiert Skepsis
  • Anleiherückzahlung über 64,5 Millionen Euro steht an

Redcare Pharmacy liefert starkes Wachstum, doch die Börse bleibt zurückhaltend. Vor allem das margenträchtigere OTC-Geschäft und eine anstehende Anleiherückzahlung trüben die Stimmung, obwohl das E‑Rezept-Geschäft in Deutschland nahezu explodiert. Die zentrale Frage: Wie belastbar ist das Geschäftsmodell, wenn hohes Wachstum und Margendruck gleichzeitig aufeinanderprallen?

Starkes Umsatzplus, aber verfehlte Erwartungen

Für 2025 meldet Redcare vorläufige Konzernerlöse von 2,9 Milliarden Euro nach 2,4 Milliarden Euro im Vorjahr – ein Zuwachs von rund 24 %. Im vierten Quartal stiegen die Erlöse auf 794 Millionen Euro, nach 675 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Redcare Pharmacy

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Dennoch reagierte der Markt enttäuscht: Die Q4-Umsätze lagen etwa 3 % unter den Erwartungen, was am Tag der Veröffentlichung am 7. Januar 2026 zu einem Kursrückgang von rund 8 % führte. Hintergrund ist vor allem das schwache Abschneiden des höhermargigen Non-Rx-Segments (nicht verschreibungspflichtige Produkte) in einem traditionell starken Jahresendquartal. Das deutet auf zunehmenden Wettbewerb und Preisdruck im Online-OTC-Markt hin – genau dort, wo Redcare bislang besonders gute Margen erzielen konnte.

Damit erklärt sich auch, warum die Aktie trotz Wachstum unter Druck steht: Der Markt fragt weniger nach reinen Umsätzen und deutlich mehr nach der Qualität dieser Umsätze.

E‑Rezept-Geschäft als Wachstumsmotor

Ganz anders stellt sich die Lage im Rx-Bereich (verschreibungspflichtige Medikamente) dar. Hier profitiert Redcare massiv von der Einführung und Verbreitung des E‑Rezepts, insbesondere in Deutschland. Die Kennzahlen zeigen eine starke Dynamik:

  • Rx-Umsatz Deutschland 2025: 503 Mio. Euro (+98 % gegenüber Vorjahr)
  • Q4 2025 Rx-Umsatz Deutschland: 155 Mio. Euro (+59 %)
  • Rx-Umsatz DACH-Region 2025: 1,0 Mrd. Euro (nach 750 Mio. Euro 2024)
  • Aktive Kunden: 13,9 Mio. (+1,4 Mio. im Jahresvergleich)
  • Net Promoter Score: Anstieg von 72 auf 74

Diese Zahlen unterstreichen Redcares starke Position im digitalen Gesundheitsmarkt. Mehr Kunden, mehr Rezepte, bessere Weiterempfehlungswerte: Operativ baut das Unternehmen seine Stellung klar aus. Die Herausforderung: Das sehr dynamische Rx-Wachstum muss ausreichen, um den Druck im Non‑Rx-Geschäft und auf die Gesamtmarge zu kompensieren.

Hohe Short-Quote als Misstrauenssignal

Rund 14 % der ausstehenden Aktien sind aktuell leerverkauft – für den deutschen Markt ein auffallend hoher Wert. Dieses Short-Interesse zeigt, dass viele professionelle Anleger weiter skeptisch sind, vor allem mit Blick auf:

  • die Nachhaltigkeit der Margen,
  • die Wettbewerbsintensität im Non‑Rx-Bereich und
  • die Bewertung im Verhältnis zu den Risiken.

Kurzfristig kann eine derart hohe Short-Quote die Volatilität der Aktie zusätzlich erhöhen – nach oben wie nach unten.

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Anleiherückzahlung und Finanzierungslage

Zusätzlichen Druck bringt eine fällige Rückzahlung: Am 21. Januar 2026 muss Redcare 64,5 Millionen Euro an Inhaber einer wandelbaren Anleihe zahlen, die ihr Kündigungsrecht („Put-Option“) gezogen haben. Diese Zahlung ist der letzte Schritt einer größeren Umstrukturierung der Schulden, die 2025 begonnen wurde.

Die Eckpunkte dieser Neuordnung:

  • Emission einer neuen Wandelanleihe über 300 Mio. Euro mit Laufzeit bis 2032
  • Rückkauf von 157,9 Mio. Euro der alten 2021/2028-Wandelanleihe
  • Jetzt folgender Restabfluss von 64,5 Mio. Euro an Bondholder mit Put-Option

Finanziell scheint Redcare auf diese Zahlung vorbereitet: Zum 30. September 2025 lagen die liquiden Mittel bei 265,6 Mio. Euro, nach 177,6 Mio. Euro zum Jahresende 2024. Die verbleibende Rückzahlung reduziert zwar den Cash-Bestand, sollte die Liquidität aber nicht in eine kritische Zone drücken.

Bewertung und Analystensicht

Börslich spiegelt sich die Mischung aus starkem Wachstum und anhaltender Skepsis klar wider. Mit einem aktuellen Kurs von rund 62,85 Euro notiert die Aktie etwa 55 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 138,40 Euro. Damit hat sich der Marktwert in den vergangenen zwölf Monaten deutlich verringert; der Titel liegt im Jahresverlauf spürbar im Minus.

Auf Basis der 2025er Umsätze ergibt sich ein Enterprise-Value-Umsatz-Verhältnis von etwa 0,56. Das zeigt: Trotz hoher Wachstumsraten wird Redcare an der Börse vergleichsweise niedrig bewertet – ein Hinweis darauf, dass der Markt die Risiken im Geschäftsmodell derzeit hoch gewichtet.

Die Analystenmeinungen sind breit gestreut: Die Kursziele reichen von 74 bis 214 Euro, im Durchschnitt bei 142,75 Euro. Sechs Analysten vergeben ein Kauf-Votum; Verkaufsempfehlungen liegen nicht vor. Bemerkenswert ist die jüngste Einstufung der UBS: Die Bank hob ihr Rating von „Sell“ auf „Neutral“ an, mit einem Kursziel von 74 Euro. Das liegt zwar deutlich unter dem Konsens, signalisiert aber zumindest eine abnehmende Skepsis von dieser Seite.

Jahresbericht Anfang März als Wegweiser

Der nächste klare Fixpunkt für die Aktie ist der 4. März 2026. Dann legt Redcare den vollständigen Geschäftsbericht für 2025 vor und gibt einen Ausblick auf 2026. Besonders entscheidend werden drei Punkte sein:

  • Entwicklung der Margen im Non‑Rx-Segment
  • Fortschritt bei der Skalierung des Rx-Geschäfts und dessen Profitabilität
  • erwartete Cash-Generierung nach Abschluss der Anleiherückzahlung

Diese Kennzahlen werden darüber entscheiden, ob der Markt das aktuelle Bewertungsniveau als Chance oder als Warnsignal interpretiert. Für die weitere Kursentwicklung dürfte der März-Bericht damit die Richtung für die nächsten Quartale vorgeben.

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