Renault Aktie: Marge bleibt Streitpunkt
Renault hält an den Jahreszielen fest; Preisdruck, Rohstoffkosten und der Modellmix belasten die Margenperspektive.

Kurz zusammengefasst
- Quartalsumsatz steigt um 1,5 Prozent
- Autoverkäufe gehen um sechs Prozent zurück
- Jahresziele von Renault bestätigt
- Dacia-Absatz sinkt, Alpine wächst
Umsatzwachstum verliert an Tempo, die Prognose steht trotzdem: Renault hat mit seinen Zahlen zum dritten Quartal die Anleger beruhigt. Die Aktie legte im frühen Handel zeitweise gut fünf bis sechs Prozent zu und löste sich damit etwas von den Jahrestiefs knapp unter 25 Euro.
Umsatz hält, Absatz sinkt
Der Konzernumsatz stieg im Quartal um 1,5 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro. Die Autoverkäufe gingen allerdings um 6 Prozent auf knapp 500.000 Fahrzeuge zurück. Im Autogeschäft stagnierten die Erlöse bei 9,8 Milliarden Euro, die Finanzsparte Mobilize wuchs dagegen um 11 Prozent.
Renault setzt auf Wert statt Menge. In Europa stieg der Anteil der Verkäufe an Privatkunden auf fast zwei Drittel, das Geschäft mit Autovermietern schrumpfte deutlich. Elektroautos legten in Europa um 85 Prozent zu.
Über neun Monate liegt der Umsatz 7,1 Prozent im Plus. Gewinnkennzahlen nennt der Konzern zum dritten Quartal traditionell nicht.
Prognose bestätigt, Spielraum nach unten
Finanzchef Duncan Minto bestätigte die Jahresziele: eine operative Marge von rund 5,5 Prozent und ein Free Cashflow im Autogeschäft von etwa einer Milliarde Euro. Im Management-Umfeld ist allerdings von der unteren Hälfte der Zielspanne zwischen 5,3 und 5,7 Prozent die Rede. Preisdruck in Europa, starke chinesische Konkurrenz und Rohstoffkosten von rund 400 Millionen Euro im zweiten Halbjahr belasten.
Die Erholung im Schlussquartal dürfte zudem schwächer ausfallen als in früheren Jahren. Elektromodelle tragen sich laut Konzern einzeln, drücken aber über den Mix auf die Konzernmarge.
Die Analysten reagierten wohlwollend. JPMorgan sprach von einem soliden Quartal, trotz des schwierigen Marktes. Jefferies sieht etwas Potenzial für die Konsensschätzungen und erwartet, dass die Marge im zweiten Halbjahr die des ersten leicht übertrifft.
Dacia bremst, neue Modelle sollen helfen
Schwach lief es bei Dacia, deren Verkäufe im Quartal um 12,8 Prozent sanken. Die Marke steckt im Modellwechsel. Alpine wuchs dagegen um 58,4 Prozent, getragen vom A290.
Zur Gegensteuerung startet Renault im zweiten Halbjahr mehrere neue Modelle, darunter Sandero Hybrid, Duster E-Tech und den neuen Megane E-Tech. Die Aktie pendelt seit Monaten zwischen knapp 25 und rund 30 Euro. Ein nachhaltiger Ausbruch über diese Spanne hängt nun davon ab, ob die Marge im Jahresendspurt tatsächlich im Zielkorridor landet.
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