Renk: 200 Millionen Euro Erlösverschiebung ins H1
Renk Group verzeichnet Rekordauftragseingang, kämpft aber mit schwachem Cashflow und verlagert Produktion in die USA.

Kurz zusammengefasst
- Neuer Rekord bei Auftragseingängen
- Cashflow bleibt unter den Erwartungen
- Produktionsverlagerung nach Michigan
- Analysten sehen Kurspotenzial
585 Millionen Euro Auftragseingang in einem einzigen Quartal — das ist für Renk Group ein neuer Rekord. Am Mittwoch, den 6. Mai, folgen die Q1-Zahlen. Dann zeigt sich, ob das Augsburger Unternehmen seinen drängendsten Schwachpunkt endlich adressiert hat.
Cashflow bleibt der Knackpunkt
Die Auftragsbücher sind voll, der Umsatz hinkt hinterher. Analysten erwarten für Q1 rund 280 Millionen Euro — gut 24 Millionen unter dem Konsens. Das bereinigte EBIT soll bei etwa 40 Millionen Euro liegen, nach 43 Millionen im Vorjahr. Beide Werte klingen schwach, sind aber erklärbar: Rund 200 Millionen Euro an Erlösen wurden bilanziell vom vergangenen Jahr ins erste Halbjahr 2026 verschoben, begründet mit verzögerten Kundenzahlungen und erhöhtem Betriebskapitalbedarf.
Das eigentliche Problem liegt tiefer. Die Cash-Conversion-Rate rutschte zuletzt auf 47 Prozent ab — weit unter den internen Zielvorgaben. Zeigt der Cashflow am Mittwoch keine Trendwende, dürfte der Markt das quittieren. CEO Alexander Sagel hält dennoch am Jahresziel fest: über 1,5 Milliarden Euro Umsatz, bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro, wobei Sagel die obere Hälfte der Spanne anpeilt.
Produktion wandert in die USA
Parallel läuft ein strategischer Umbau. Berlins fehlende Exportgenehmigungen für RK-325-Getriebe — verbaut in israelischen Merkava- und Namer-Panzern — kosten Renk zwischen 80 und 100 Millionen Euro Umsatz im laufenden Jahr. Sagels Antwort: Die betroffene Produktionslinie zieht ins bestehende Werk in Muskegon, Michigan. Von dort können die Verträge über das US-amerikanische Foreign Military Sales-Programm rechtssicher abgewickelt werden.
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Das fügt sich in eine breitere Nordamerika-Strategie ein. Bis 2030 fließen rund 150 Millionen US-Dollar in den Ausbau der US-Standorte. Erste Verträge — US-Wartungsaufträge im Wert von über 50 Millionen US-Dollar — sind bereits gesichert. In Osteuropa plant Renk Service- und Produktionsanlagen für Polen, die Ukraine und die baltischen Staaten.
Analysten sehen Luft nach oben
Am Stammwerk in Augsburg läuft die Kapazitätserweiterung: Die Jahresproduktion soll bis Ende 2026 auf rund 800 Einheiten steigen, verglichen mit 200 bis 300 vor dem Ukraine-Krieg. Langfristig peilt Renk einen Umsatz von 2,8 bis 3,2 Milliarden Euro bis 2030 an.
Die Analystengemeinschaft sieht Aufholpotenzial. Jefferies-Analystin Chloe Lemarie hob ihr Kursziel auf 78 Euro an, J.P. Morgan liegt bei 75 Euro, die DZ Bank konservativer bei 65 Euro. Die Aktie notiert aktuell bei 56,05 Euro — rund 37 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 88,73 Euro, aber mit einem RSI von 86,6 bereits im überkauften Bereich. Am 10. Juni stimmen die Aktionäre auf der Hauptversammlung über die vorgeschlagene Dividende von 0,58 Euro je Aktie ab — ein Plus von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
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