Renk Aktie: 5-Prozent-Fall trotz Rekord-Auftragseingang
Dr. Klaus Richter wird neuer Vorsitzender des Aufsichtsrats bei RENK. Trotz Rekordaufträgen fällt die Aktie weiter.

Kurz zusammengefasst
- Dr. Klaus Richter übernimmt Aufsichtsratsvorsitz
- Aktie fällt um rund fünf Prozent
- Rekordauftragseingang im ersten Quartal
- Umsatzwachstum von vier Prozent
Die RENK Group hat einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden. Für den Kurs ist das kein Aufwind — im Gegenteil.
Dr. Klaus Richter übernimmt das Amt von Claus von Hermann, der sein Mandat mit Ablauf der Hauptversammlung vom 10. Juni 2026 freiwillig niederlegte. Die Aktionäre wählten Richter mit 99,0% Zustimmung ins Gremium. Anschließend bestimmte der Aufsichtsrat ihn zum Vorsitzenden. Richter bringt Erfahrung aus der Automobil-, Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie mit — unter anderem von Airbus, dem Branchenverband BDLI und der Diehl Gruppe.
Breite Mehrheiten, schwacher Kurs
Die Hauptversammlung verlief reibungslos. Rund 51% des Grundkapitals waren vertreten. Vorstand und Aufsichtsrat wurden mit 99,3% beziehungsweise 95,9% entlastet. Die Dividende für 2025 steigt auf 0,58 Euro je Aktie — ein Plus von 38% gegenüber dem Vorjahr.
Kein Kurstreiber. Die Aktie fiel am Freitag um rund 5% auf 46,71 Euro. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus bereits 15,35%. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 58,34 Euro — knapp 20% über dem aktuellen Niveau.
Rekordaufträge, aber der Markt wartet auf Ergebnisse
Operativ läuft es bei RENK besser als der Kurs vermuten lässt. Im ersten Quartal 2026 verzeichnete das Unternehmen einen Auftragseingang von 582,3 Mio. Euro — der höchste Wert in einem Auftaktquartal der Firmengeschichte. Der Gesamtauftragsbestand kletterte auf 6,9 Mrd. Euro. Der Umsatz wuchs um 4% auf 283,6 Mio. Euro.
Das bereinigte EBIT stieg um 10,4% auf 42,4 Mio. Euro. Die bereinigte EBIT-Marge lag bei 15,0%. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet RENK einen Umsatz von mehr als 1,5 Mrd. Euro und ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Mio. Euro.
Der Kapitalmarkt nimmt diese Zahlen zur Kenntnis — honoriert sie aber nicht. Das Signal ist klar: Auftragsbestände allein reichen nicht mehr. Anleger wollen sehen, dass RENK den Rückstand bei der Umsatzrealisierung zügig abbaut. Richter übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz genau in dieser Phase. Die nächsten Quartalsberichte werden zeigen, ob das Unternehmen die Lücke zwischen Auftragsbuch und Ergebniswachstum schließen kann.
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