Renk Aktie: Index-Ausschluss seit 22. Juni
Der Rüstungszulieferer Renk leidet unter dem Rauswurf aus einem wichtigen Aktienindex, trotz voller Auftragsbücher und starkem operativem Geschäft.

Kurz zusammengefasst
- Aktie fällt nach Index-Streichung
- Operativ läuft das Geschäft gut
- Auftragsbestand auf Rekordniveau
- Management plant Gegensteuerungsmaßnahmen
Volle Auftragsbücher, aber trübe Stimmung an der Börse. Bei der Renk Group klaffen operative Realität und Aktienkurs derzeit weit auseinander. Ein technischer Faktor drückt das Papier des Augsburger Rüstungszulieferers weiter ins Minus. Die Folge: zusätzlicher Verkaufsdruck.
Seit dem 22. Juni fehlt Renk im iSTOXX Europe Centenary Select 30 Index. Der Indexanbieter hat das Unternehmen offiziell gestrichen. Das zwingt passive Investoren zum Verkauf der Papiere. Marktbeobachter werten dies als rein technische Belastung. Operative Hiobsbotschaften gibt es nicht.
Dennoch trifft der Ausschluss die Aktie in einer ohnehin schwachen Phase. Gestern schloss das Papier bei 45,90 Euro. Damit summiert sich das Minus seit Jahresanfang auf knapp 17 Prozent. Der Kurs notiert tief unter der wichtigen 200-Tage-Linie. Vom Rekordhoch im vergangenen Oktober hat sich der Wert fast halbiert.
Starkes Geschäft trifft auf schwachen Kurs
Ein Blick auf die Bilanzen zeichnet ein völlig anderes Bild. Im ersten Quartal verbuchte Renk Aufträge im Wert von 582 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge stieg auf starke 15 Prozent. Der gesamte Auftragsbestand wuchs auf 6,9 Milliarden Euro an. Das Management hält folglich an den Jahreszielen fest.
Besonders die Fahrzeugantriebe treiben das Wachstum. Das Segment „Vehicle Mobility Solutions“ lieferte allein 478 Millionen Euro an neuen Bestellungen. Der Umsatz in dieser Sparte erreichte 192 Millionen Euro. Die Nachfrage aus dem Rüstungssektor bleibt also ungebrochen hoch.
In den kommenden Wochen will das Management gegensteuern. Bereits heute präsentiert sich Renk auf einer Investorenkonferenz in Baden-Baden. Am 16. Juli folgt ein Analysten-Gespräch zum abgelaufenen Halbjahr. Die offiziellen Zahlen am 6. August bieten dann die nächste Chance, den Fokus wieder auf das operative Geschäft zu lenken.
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