Renk Group Aktie: Rheinmetall verlängert Lynx-Rahmenvertrag
Goldman Sachs bewertet Renk positiver, während hohe Bestellungen und NATO-Ausgaben die Jahresziele des Antriebsspezialisten stützen.

Kurz zusammengefasst
- Goldman Sachs hebt Renk auf Buy
- Aktie gewinnt 5,5 Prozent
- Erstes Halbjahr mit 1,2 Milliarden Euro Auftragseingang
- Management bestätigt Gesamtjahresziele
Die Papiere der Renk Group gingen am Freitag mit einem Zuwachs von 5,5 Prozent bei 42,39 Euro aus dem Handel. Auslöser für das Kursplus war die US-Investmentbank Goldman Sachs, die die Aktie gestern von „Neutral“ auf „Buy“ heraufstufte. Nach den vorangegangenen Kursverlusten biete das Papier eine attraktive Gelegenheit zum Einstieg, urteilte Analyst Sam Burgess und bestätigte das Kursziel von 65 Euro.
Hinter dem jüngsten Kurssprung steht eine Branche im sicherheitspolitischen Umbruch. Während Anleger im Sommer zeitweise vorsichtiger agierten, verfestigen sich auf politischer Ebene die langfristigen Rahmenbedingungen für europäische Verteidigungsausrüster. Die Nachfrage nach schwerem militärischen Gerät sorgt bei den Zulieferern für anhaltend hohe Auslastung.
Transatlantischer Rüstungspakt stärkt Auftragsperspektiven
Am Mittwoch unterzeichneten US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius im Pentagon eine Absichtserklärung. Die Vereinbarung zielt darauf ab, Kapazitäten der deutschen Verteidigungsindustrie verstärkt für die Erfordernisse des NATO-Bündnisses nutzbar zu machen.
Renk fertigt als Zulieferer Getriebe sowie Antriebssysteme für gepanzerte Militärfahrzeuge und nimmt in der europäischen Lieferkette eine zentrale Rolle ein.
Die Vereinbarung unterstreicht die wachsende Bedeutung verlässlicher Produktionsstrukturen im transatlantischen Bündnis. Durch steigende Verteidigungsausgaben in den NATO-Mitgliedsstaaten entsteht ein wachsender Bedarf an neuen Fahrzeugsystemen und der Modernisierung bestehender Plattformen. Für spezialisierte Komponentenhersteller vergrößert dies die Visibilität über viele Jahre hinweg.
Hoher Auftragsbestand sichert Jahresziele
Diese Entwicklung spiegelt sich in den Geschäftsbüchern wider. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres erreichte der Auftragseingang knapp 1,2 Milliarden Euro. Besonders dynamisch entwickelte sich die Sparte Vehicle Mobility Solutions mit einem Neugeschäft von 970 Millionen Euro.
Der Bereich profitiert unter anderem von der verlängerten Rahmenvereinbarung mit Rheinmetall für das Schützenpanzer-Programm KF41 Lynx. Durch das solide Neugeschäft übersteigt das Ordervolumen die aktuellen Auslieferungen deutlich, was die Produktionsplanung auf absehbare Zeit absichert.
Management peilt oberen Rand der Ergebnisspanne an
Auf Basis dieses Auftragspolsters bekräftigte das Management die Ziele für das Gesamtjahr. Der Konzernumsatz soll die Schwelle von 1,5 Milliarden Euro übertreffen. Beim bereinigten Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern strebt Renk einen Wert in der oberen Hälfte der Spanne von 255 bis 285 Millionen Euro an.
Mit einem Auftragsbestand, der über 90 Prozent des anvisierten Jahresumsatzes abdeckt, präsentiert sich die operative Basis stabil. Die Kombination aus politischer Unterstützung innerhalb der NATO und einer prall gefüllten Pipeline verleiht dem Antriebsspezialisten zusätzliche Planungssicherheit für die kommenden Monate.
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