REPLOID Aktie: Zwei neue Töchter an einem Tag

REPLOID treibt mit zwei neuen Gesellschaften die Skalierung seines Insekten-Upcycling-Modells voran. Ein Joint Venture mit PreZero und die Ausgründung des Düngergeschäfts markieren strategische Schritte.

Dr. Robert Sasse ·
REPLOID Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Joint Venture mit PreZero vereinbart
  • Düngergeschäft in REGREEN ausgegliedert
  • Protein aus Larven für Tierfutter
  • Markteintritt mit Dünger im Herbst 2026

Selten bündelt ein Unternehmen so viel strategische Bewegung in wenigen Stunden wie die REPLOID Group heute. Erst die Ad-hoc-Meldung zu einem Joint Venture mit dem Entsorgungsspezialisten PreZero, dann die Ausgründung des eigenen Düngergeschäfts. Beide Schritte zeigen, wie das Welser Unternehmen sein Insekten-Upcycling-Modell in mehrere Richtungen gleichzeitig skaliert.

PreZero-Joint-Venture für Protein-Vertrieb

Der Vorstand hat den Abschluss eines Joint Ventures mit der PreZero Stiftung & Co. KG beschlossen und die entsprechenden Verträge unterzeichnet. An der neuen Gesellschaft „CIRCULAR ORGANICS REPLOID V+V GMBH & CO. KG“ hält PreZero 51 Prozent, REPLOID 49 Prozent. Sitz wird der Standort der Abfallwirtschaft Neckar-Odenwald im deutschen Buchen.

Die Aufgabenteilung ist klar geregelt: PreZero übernimmt operative und administrative Betriebsführung, REPLOID steuert Forschung und Entwicklung. Verarbeitet werden sollen lebende Larven der Schwarzen Soldatenfliege zu tiefgefrorenen Protein-Platten. Der Vollzug steht noch unter dem Vorbehalt der fusionskontrollrechtlichen Freigabe durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden.

REGREEN bündelt das Düngergeschäft

Kaum vier Stunden später folgte die nächste Nachricht: Mit der REPLOID REGREEN GmbH bekommt das Düngergeschäft eine eigenständige Struktur mit Sitz in Wels. Die Geschäftsführung übernimmt Andreas Steinbüchler, der zuvor als Chief Commercial Officer bei LAT Nitrogen tätig war und die Fertilizers Europe Association leitete.

Rohstoffbasis der künftigen Produkte ist Insektenfrass aus den REPLOID-eigenen ReFarmUnits — ein Nebenprodukt der Larvenmast, das als organischer Dünger vermarktet werden soll. Der Fokus liegt zunächst auf Zentraleuropa. Geplant ist der Markteintritt mit Düngersticks für Topfpflanzen im Herbst 2026, gefolgt von Rasendünger und Agrardünger für die Landwirtschaft.

Beide Vorhaben zielen auf denselben Rohstoffkreislauf: Die Schwarze Soldatenfliege liefert sowohl Protein für Tierfutter als auch Nährstoffe für Böden. Mit der Aufteilung in eigenständige Gesellschaften — eine gemeinsam mit einem etablierten Entsorgungskonzern, eine komplett in eigener Hand — verfolgt REPLOID zwei unterschiedliche Wege, dieses Geschäftsmodell zu skalieren. Ob die Wettbewerbsbehörden dem PreZero-Joint-Venture zustimmen und wie der Herbststart von REGREEN am Markt ankommt, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen.

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