Rheinmetall: 111 Milliarden Bundeswehr-Verträge

Trotz Rekordumsatz und Auftragsbestand von 64 Milliarden Euro verharrt die Rheinmetall-Aktie im Minus. Analysten sehen die hohe Bewertung als Hauptgrund.

Dr. Robert Sasse ·
Rheinmetall Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Auftragsbestand erreicht fast 64 Milliarden Euro
  • Umsatz 2025 um 29 Prozent gestiegen
  • Kurs-Gewinn-Verhältnis deutlich über Konkurrenz
  • Charttechnisch noch keine Trendwende in Sicht

Rekordaufträge, explodierende Produktionskapazitäten, ein Auftragsbestand von fast 64 Milliarden Euro — und trotzdem liegt die Aktie seit Jahresbeginn mit fast 14 Prozent im Minus. Bei Rheinmetall klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander.

Zum Wochenauftakt erholte sich das Papier um rund zwei Prozent und gehörte damit zu den stärksten DAX-Werten. Auslöser waren neue Aufträge sowie präzisere Zahlen zu den deutschen Aufrüstungsplänen. Noch am 24. April hatte die Aktie bei 1.309,80 Euro das tiefste Niveau seit zwölf Monaten markiert.

Produktion auf Hochtouren, Kurs unter Druck

Die operativen Zahlen sind bemerkenswert. Die jährliche Kapazität bei Militär-Lkw stieg von 600 auf 4.500 Einheiten, bei Artilleriemunition von 70.000 auf 1,1 Millionen Stück. Der Mittelkaliber-Output verfünffachte sich auf vier Millionen Einheiten. Rund 65 Prozent der Produktion fließt in den Export, überwiegend in NATO-Staaten.

Im Geschäftsjahr 2025 wuchs der Umsatz um 29 Prozent auf knapp zehn Milliarden Euro. Für 2026 plant der Konzern ein Wachstum von 40 bis 45 Prozent — auf 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro — bei einer operativen Marge von rund 19 Prozent.

Bewertung als zentrales Hemmnis

Marktbeobachter nennen die Bewertung als entscheidenden Bremsfaktor. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2026 liegt bei 36,6 — weit über dem der großen US-Konkurrenten: General Dynamics kommt auf 19,2, Lockheed Martin auf 17,2, RTX auf 25,4. Für ein solches Vielfaches verlangen Investoren Gewissheit über die Profitabilität des Kapazitätsausbaus. Genau die fehlt noch.

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Hinzu kommt der freie Cashflow als offene Variable. Inflationstendenzen bei Rüstungsvorprodukten haben zuletzt bereits einzelne Bundeswehr-Beschaffungsprojekte gestoppt — ein Warnsignal für die Margenentwicklung.

Chartbild braucht mehr als eine Erholungskerze

Aus technischer Sicht ist die Erholung zum Wochenauftakt ein Hoffnungsschimmer, mehr nicht. Für eine nachhaltige Trendwende müsste die Aktie den Bereich zwischen 1.500 und 1.550 Euro zurückerobern und überwinden. Bullishe Divergenzen im MACD deuten zwar in diese Richtung, konkrete Kaufsignale fehlen bislang.

Der nächste harte Test kommt mit den Quartalszahlen für das erste Quartal 2026. Bestätigen die Ergebnisse die hohen Erwartungen, könnte das die Wende einleiten. Am 12. Mai folgt die Hauptversammlung — die Dividende soll innerhalb von drei Börsentagen danach ausgeschüttet werden.

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Rheinmetall Aktie

1.121,60 EUR

– 40,40 EUR -3,48 %
KGV 52,64
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,95 %
Marktkapitalisierung 54,57 Mrd. EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

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