Rheinmetall: 1,938 Milliarden Umsatz verfehlt Erwartung
Rheinmetall verfehlt die Umsatzprognosen für das erste Quartal, überzeugt aber mit starken Margen und einem Rekordauftragsbestand von 73 Milliarden Euro.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz bleibt unter Analystenerwartungen
- Operative Marge steigt auf 11,6 Prozent
- Auftragsbestand erreicht neuen Rekordwert
- Aktie legt trotz Umsatzlücke zu
Starke Margen, schwache Umsätze — bei Rheinmetall klaffen die Erwartungen und die ersten Zahlen für 2026 auseinander. Der Rüstungskonzern verfehlt die Umsatzprognosen für das erste Quartal deutlich. Die Börse reagiert dennoch mit kräftigen Kursgewinnen. Anleger honorieren offenbar die intakte Profitabilität.
Auf Basis vorläufiger Daten verbuchte das Unternehmen einen Umsatz von rund 1,9 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von knapp acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Analysten hatten im Vorfeld jedoch mit einem deutlich kräftigeren Sprung auf 2,3 Milliarden Euro gerechnet. Die Enttäuschung beim Wachstumstakt wiegt schwer, wird aber durch andere Kennzahlen abgefedert.
Besser sieht es bei der Profitabilität aus. Das operative Ergebnis legte spürbar zu. Die operative Marge verbesserte sich auf 11,6 Prozent. Damit traf der Konzern exakt den Marktkonsens. Ein Wermutstropfen bleibt der operative freie Cashflow. Dieser fiel mit minus 285 Millionen Euro tiefrot aus. Das Unternehmen investiert massiv in neue Kapazitäten und baut Vorräte auf.
Das Management begründet die schwächeren Erlöse mit rein zeitlichen Verschiebungen. Vorproduzierte Lastwagen für einen deutschen Kunden gehen erst im zweiten Quartal in die Auslieferung. Parallel dazu verzögern sich Munitionslieferungen aus dem neuen Werk im spanischen Murcia. Dort läuft die Produktion nach einer vorherigen Explosion jetzt wieder voll an. Der Umsatz ist laut Rheinmetall also nicht verloren, sondern verschiebt sich lediglich.
Auftragsbestand auf Rekordhoch
Das Fundament des Konzerns bleibt massiv. Der Auftragsbestand wuchs um fast ein Drittel auf den Rekordwert von 73 Milliarden Euro. JPMorgan wertet die aktuelle Schwäche daher lediglich als Timing-Phänomen. Die US-Bank rät weiter zum Übergewichten der Aktie und sieht ein Kursziel von 2.130 Euro. Der massive Puffer an Bestellungen sichert die Auslastung auf Jahre.
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Andere Experten mahnen zur Vorsicht. Die Analysten von AlphaValue betonen die wachsende Bedeutung der operativen Umsetzung. Rheinmetall muss die gigantischen Aufträge nun profitabel abarbeiten. Jefferies erwartet derweil für die kommenden Monate neue Großaufträge im Volumen von rund 24 Milliarden Euro. Darunter fallen mögliche Bestellungen für Fregatten und Boxer-Radpanzer.
Aktie ignoriert die Lücke
Am Aktienmarkt dominieren die Optimisten. Die Rheinmetall-Aktie drehte anfängliche Verluste schnell ins Plus und legte am Dienstag um 4,4 Prozent auf 1.430,80 Euro zu. Damit grenzt das Papier die Verluste seit Jahresbeginn auf rund elf Prozent ein.
Der Vorstand hält an seiner ehrgeizigen Jahresprognose fest. Das Ziel: ein Umsatzwachstum von mindestens 40 Prozent. Am 7. Mai veröffentlicht der Konzern die vollständigen Quartalszahlen. Dann rücken vor allem die Details zur Kapitalbindung im operativen Geschäft in den Fokus.
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