Rheinmetall: 21 Prozent Wehretat-Steigerung erwartet

Rheinmetall-Aktie erholt sich leicht vom 52-Wochen-Tief. Analysten sehen nach Kursrutsch Einstiegschancen, operative Geschäfte laufen auf Hochtouren.

Dr. Robert Sasse ·
Rheinmetall Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Kursplus von 1,5 Prozent nach Jahrestief
  • JPMorgan-Analyst sieht Einstiegsgelegenheit
  • Auftragsbestand von über 63 Milliarden Euro
  • Neue Bundeswehr-Aufträge über 2,4 Milliarden Euro

Volle Auftragsbücher und milliardenschwere Neuverträge treffen auf einen intakten Abwärtstrend. Bei Rheinmetall klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Nach einem Kursrutsch auf ein neues 52-Wochen-Tief bei 1.340 Euro am Dienstag wagen sich nun erste Käufer aus der Deckung.

Am Mittwochvormittag notiert das Papier gut 1,5 Prozent höher bei rund 1.360 Euro. Treiber dieser Gegenbewegung ist eine aktuelle Einschätzung von JPMorgan. Analyst David Perry sieht nach dem jüngsten Kursrutsch eine Einstiegsgelegenheit. Er rechnet für den kommenden deutschen Wehretat mit einer Budgetsteigerung von etwa 21 Prozent.

Operatives Geschäft auf Hochtouren

Fundamental arbeitet der Rüstungskonzern auf Hochtouren. Im abgelaufenen Geschäftsjahr kletterte der Umsatz auf knapp zehn Milliarden Euro. Für das laufende Jahr plant das Management ein weiteres Wachstum von bis zu 45 Prozent. Der Auftragsbestand von gut 63 Milliarden Euro stützt diese Prognose.

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Jüngster Beleg für die hohe Nachfrage ist ein Rahmenvertrag mit der Bundeswehr über sogenannte Loitering-Munition. Das Abkommen umfasst ein Gesamtvolumen von bis zu 2,4 Milliarden Euro. Ein erster Abruf sichert dem Konzern direkt rund 300 Millionen Euro.

Expansion abseits des Kerngeschäfts

Parallel zum angestammten Geschäft erschließt das Unternehmen neue Segmente. Im maritimen Bereich startete kürzlich die Serienfertigung des unbemannten Überwasserfahrzeugs Kraken im Hamburger Blohm+Voss-Werk. Ein weiteres Standbein baut Rheinmetall im Bereich der Raketensysteme auf. Hierfür ist ein Joint Venture mit dem Unternehmen Destinus in Planung, das voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte an den Start geht.

Charttechnisch bleibt die Lage angesichts eines zweistelligen Jahresverlusts vorerst angespannt. Die Aktie notiert weiterhin deutlich unter ihrer 200-Tage-Linie. Frische fundamentale Impulse erwarten Marktbeobachter am 7. Mai, wenn das Management die Ergebnisse für das erste Quartal vorlegt. Auf der darauffolgenden Hauptversammlung steht dann die Dividende zur Abstimmung — Analysten kalkulieren mit einer Ausschüttung von 15,40 Euro je Anteilsschein.

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Rheinmetall Aktie

1.120,00 EUR

– 23,20 EUR -2,03 %
KGV 51,54
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,03 %
Marktkapitalisierung 53,47 Mrd. EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

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