Rheinmetall: 350.000 Bewerbungen weltweit
Rüstungskonzern Rheinmetall steigert Produktion massiv, doch die Aktie fällt auf ein Jahrestief von 1.321 Euro.

Kurz zusammengefasst
- Produktionskapazitäten für Munition drastisch erhöht
- Personalbestand soll bis 2030 auf 70.000 wachsen
- Aktie verliert über 6 Prozent an einem Tag
- Quartalszahlen am 7. Mai 2026 erwartet
350.000 Bewerbungen in einem Jahr, vervielfachte Produktionskapazitäten, ein Umsatzziel von bis zu 15 Milliarden Euro: Konzernchef Armin Papperger zeichnete beim Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten das Bild eines Konzerns im Ausnahmezustand. Die Aktie ließ sich davon nicht beeindrucken.
Wachstum in allen Dimensionen
Rheinmetall ist zuletzt um 30 bis 50 Prozent pro Jahr gewachsen, für 2026 rechnet Papperger mit rund 40 Prozent. Derzeit beschäftigt der Konzern etwa 44.000 Menschen. Bis 2030 sollen es bis zu 70.000 sein — zählt man die Lieferkette mit rund 210.000 weiteren Beschäftigten dazu, entspräche das laut Papperger einem Drittel der gesamten deutschen Autoindustrie. Ein Vergleich, der die Dimension des Umbaus verdeutlicht.
Die operative Seite untermauert das. Bei Militärlastwagen hat Rheinmetall die Jahreskapazität von 600 auf 4.500 Einheiten ausgebaut, bei Artilleriemunition von 70.000 auf 1,1 Millionen Schuss. Bei konventioneller Munition, so Papperger, verfüge Deutschland inzwischen über mehr Produktionskapazitäten als die USA.
Tief verwurzelt im Mittelstand
65 Prozent der Waren exportiert Rheinmetall — überwiegend in NATO-Staaten. Intern ist der Konzern eng mit dem deutschen Mittelstand verflochten: Rund 11.500 deutsche Zulieferer beliefern Rheinmetall, knapp 4.500 davon kommen aus der Automobilindustrie. Anfang März kam mit der Übernahme des Marineunternehmens NVL samt Blohm+Voss ein weiterer Baustein hinzu. Die gesamte Belegschaft wurde übernommen, 500 neue Stellen entstehen.
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Papperger denkt bereits über das Ende des Booms nach — allerdings erst für den Zeitraum zwischen 2035 und 2040. Dann, wenn die Rüstungsvorhaben abgearbeitet sind, erwartet er Überkapazitäten. Seine Forderung: staatliche Absicherung. „Wir haben ja keine anderen Kunden“, sagte er.
Aktie auf Jahrestief
Die starken Botschaften kamen am Markt nicht an. Die Rheinmetall-Aktie schloss am Freitag bei 1.321,20 Euro — ein Minus von 6,26 Prozent und zugleich ein neues 52-Wochen-Tief. Gegenüber dem Hoch von knapp 1.995 Euro vom September 2025 hat das Papier rund 34 Prozent verloren. Auf Jahressicht steht ein Minus von über 17 Prozent.
Der nächste konkrete Prüfstein kommt schnell: Am 7. Mai 2026 legt Rheinmetall die Quartalszahlen für Q1 vor, fünf Tage später folgt die virtuelle Hauptversammlung. Analysten erwarten für das Gesamtjahr 2026 einen Gewinn je Aktie von 39,61 Euro — mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.
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