Rheinmetall: 7. Mai entscheidet über Kursrichtung
Trotz Rekordumsatz und vollem Auftragsbuch notiert die Rheinmetall-Aktie nahe ihrem Jahrestief. Analysten sehen Kurspotenzial, warnen aber vor Margendruck und China-Risiken.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz stieg 2025 um 29 Prozent
- Auftragsbestand erreicht 63,8 Milliarden Euro
- Kurs nahe 52-Wochen-Tief bei 1.347 Euro
- Q1-Zahlen am 7. Mai im Fokus
Volle Auftragsbücher, aber ein Kurs auf dem tiefsten Stand seit einem Jahr — bei Rheinmetall klaffen operative Stärke und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Die Aktie notiert mit rund 1.347 Euro knapp über ihrem 52-Wochen-Tief und liegt damit fast ein Drittel unter dem September-Hoch von 1.995 Euro.
Rekordumsatz trifft auf Bewertungsskepsis
Das Geschäftsjahr 2025 verlief für den Düsseldorfer Rüstungskonzern glänzend: Der Umsatz stieg um 29 Prozent auf knapp 10 Milliarden Euro, der Auftragsbestand kletterte auf 63,8 Milliarden Euro. Für 2026 peilt der Vorstand ein Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent an — auf 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro.
Der Markt quittiert das mit Zurückhaltung. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 43 für das laufende Jahr ist die Aktie hoch bewertet. Jede Unsicherheit über die Margenentwicklung wird sofort eingepreist — und davon gibt es gerade einige. Barclays-Analyst Afonso Osorio warnt vor einem schwachen Jahresauftakt im gesamten Rüstungssektor und rechnet mit niedrigen Gewinnen sowie negativem Cashflow im ersten Quartal.
Rohstoffe als stiller Risikofaktor
Hinzu kommt ein strukturelles Thema: Rheinmetall bezieht Baumwoll-Linters — einen zentralen Rohstoff für die Pulverherstellung — zu einem erheblichen Teil aus China. Vorstandschef Armin Papperger betont, man verfolge keine strikte China-freie Politik, bereite sich aber intensiv auf Szenarien vor, in denen chinesische Exporte wegfallen könnten. Eine vollständige Lösung für diese Abhängigkeit steht bislang aus.
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Zwei Termine entscheiden über die Richtung
Am 7. Mai legt Rheinmetall die Zahlen für das erste Quartal 2026 vor. Analysten erwarten im Schnitt ein Ergebnis je Aktie von 39,61 Euro — mehr als eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Marktbeobachter werden vor allem auf Margenentwicklung und Auftragseingang achten.
Fünf Tage später, am 12. Mai, findet die virtuelle Hauptversammlung statt. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen eine Dividende von 11,50 Euro je Aktie vor — was die vierte Anhebung in Folge wäre.
Trotz der Kursschwäche bleibt die Analystengemeinde mehrheitlich konstruktiv. Bernstein-Analyst Adrien Rabier hält an seiner „Outperform“-Einstufung fest und sieht ein Kursziel von 2.050 Euro. Der jüngste Kursrutsch habe die Aktie auf ein Niveau gedrückt, das faktisch nur noch den schlechtestmöglichen Geschäftsverlauf einpreist. Das durchschnittliche Kursziel liegt laut aktien.guide zwischen 2.040 und 2.140 Euro — ein Aufwärtspotenzial von gut einem Drittel gegenüber dem aktuellen Niveau. Ob die Q1-Zahlen am 7. Mai diesen Pessimismus korrigieren, hängt vor allem daran, ob die Margen die hohen Erwartungen bestätigen können.
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