Rheinmetall Aktie: 1.051,80 Euro über 1.000er-Marke
Ein Millionenauftrag für Artilleriemunition und geplante Rüstungskooperation mit den USA lassen die Rheinmetall-Aktie wieder über die 1.000-Euro-Marke steigen.

Kurz zusammengefasst
- Ukraine bestellt Artilleriemunition für Millionenbetrag
- Bundesregierung plant Raketenfertigung in Deutschland
- Aktie erholt sich nach Juni-Einbruch um elf Prozent
- Rheinmetall schließt Übernahme von DOK-ING ab
Ein Millionenauftrag aus der Ukraine und Berichte über eine engere Rüstungskooperation mit den USA verschaffen der Rheinmetall-Aktie neuen Schwung. Das Papier legt am Mittwoch um 4,78 Prozent zu und steigt auf 1.051,80 Euro. Damit erobert der Titel die Marke von 1.000 Euro zurück – nach einem schweren Juni-Einbruch.
Neuer Munitionsauftrag aus der Ukraine
Rheinmetall bestätigt am Mittwoch einen Großauftrag zur Lieferung von Artilleriemunition an die Ukraine. Der Auftrag umfasst zehntausende Geschosse des Kalibers 155mm vom Typ ER02A1 B/B sowie M203-Treibladungen. Das Volumen liegt laut Unternehmen im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.
Die Produktion läuft am spanischen Standort von Rheinmetall Expal Munitions. Die Auslieferung ist bis zum ersten Quartal 2027 geplant. Die Geschosse erreichen Reichweiten von bis zu 60 Kilometern und sichern damit die Versorgung der ukrainischen Artillerie mit Langstreckenmunition.
Rheinmetall baut die Kapazitäten parallel weiter aus. Bis 2030 will der Konzern jährlich 1,5 Millionen 155mm-Geschosse produzieren.
Deutschland drängt auf Raketen-Kooperation mit den USA
Zusätzlichen Rückenwind liefern Berichte über diplomatische Initiativen der Bundesregierung. Vor dem NATO-Gipfel in Ankara am 7. und 8. Juli 2026 drängt Berlin auf eine gemeinsame Produktion von US-Waffensystemen auf deutschem Boden. Konkret geht es um die Lizenzfertigung von Tomahawk-Marschflugkörpern und PAC-3 Patriot-Abfangraketen.
Analysten sehen darin einen strategischen Vorteil für Rheinmetall. Der Konzern arbeitet bereits eng mit US-Partnern wie Lockheed Martin und Northrop Grumman zusammen – etwa bei F-35-Rumpfteilen oder dem Raketenwerfersystem GMARS. Das macht Rheinmetall zu einem naheliegenden Partner für eine mögliche Produktionsausweitung. Die Initiative soll Engpässe in der US-Rüstungsindustrie lindern und den Ausbau der europäischen Verteidigungsfähigkeit beschleunigen.
Charttechnik zeigt erste Stabilisierung
Im Juni war die Aktie um rund 23,5 Prozent eingebrochen – ausgelöst durch das Aus des F126-Fregattenprojekts der Bundeswehr. Am 25. Juni markierte der Titel mit 902,50 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Seitdem hat sich das Bild gedreht: Binnen sieben Tagen legte die Aktie um 11,16 Prozent zu.
Der RSI liegt aktuell bei 40,9 – ein neutraler Wert nach der vorangegangenen Überverkaufung. Das lässt Raum für weitere Erholung. Marktteilnehmer blicken nun auf die Widerstandszone zwischen 1.122 und 1.177 Euro. Ein nachhaltiger Ausbruch über dieses Niveau könnte den seit Herbst 2025 laufenden Abwärtstrend brechen.
Vom 50-Tage-Durchschnitt bei 1.209,80 Euro trennen die Aktie noch gut 13 Prozent. Zum 200-Tage-Durchschnitt bei 1.547,35 Euro klafft sogar eine Lücke von rund 32 Prozent.
DOK-ING-Übernahme abgeschlossen
Am 1. Juli vollzieht Rheinmetall zudem das Closing der Mehrheitsübernahme am kroatischen Spezialisten DOK-ING. Der Konzern übernimmt 51 Prozent der Anteile und stärkt damit sein Portfolio bei unbemannten Landsystemen. Das neue Gemeinschaftsunternehmen firmiert als Rheinmetall Unmanned Vehicles d.o.o. und soll künftig unbemannte Begleitfahrzeuge – sogenannte Wingman-Systeme – entwickeln.
Die Bilanz seit Jahresbeginn bleibt trotz der jüngsten Erholung deutlich negativ: minus 34,32 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.995 Euro aus dem September 2025 trennen die Aktie noch immer knapp 47 Prozent. Am Mittwoch reicht die Kombination aus Auftragsdynamik und strategischer Expansion dennoch, um Rheinmetall an die Spitze des DAX zu führen.
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