Rheinmetall Aktie: 1-Milliarden-Auftrag aus Großbritannien
Rheinmetall erhält Großauftrag aus Großbritannien und steigt ins Weltraumgeschäft ein, während die Bank of America das Kursziel senkt.

Kurz zusammengefasst
- Milliardenauftrag aus Großbritannien
- Einstieg in Satellitentechnologie mit Norwegen
- Bank of America senkt Kursziel auf 1.300 Euro
- Vorstand kauft Aktien vor Kurskorrektur
Ein Milliardenauftrag aus Großbritannien, eine Weltraum-Kooperation mit Norwegen und trotzdem sinkende Kursziele: Bei Rheinmetall passen die Nachrichten der letzten Tage nicht zusammen. Die Aktie schloss am Freitag bei 978,00 Euro, ein Plus von 1,85 Prozent. Der Kurs bleibt damit rund 51 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 1.995,00 Euro aus dem September 2025.
Großbritannien-Auftrag und Satelliten-Einstieg
Rheinmetall hat einen Auftrag im Wert von knapp einer Milliarde Euro aus Großbritannien erhalten. Als Teil eines Konsortiums unter Führung von Raytheon UK übernimmt der Konzern über 15 Jahre die Digitalisierung der Gefechtsausbildung der britischen Armee. Die Meldung wurde am 16. Juli 2026 breit berichtet.
Am selben Tag unterzeichnete Rheinmetall eine Absichtserklärung mit dem staatlichen norwegischen Unternehmen Space Norway. Beide Firmen wollen gemeinsam C-Band-SAR-Satellitentechnologie für die maritime Überwachung entwickeln. Rheinmetall erweitert damit sein Geschäft über Landsysteme und Munition hinaus in die weltraumgestützte Aufklärung.
Bank of America senkt Kursziel deutlich
Trotz dieser Erfolge wird die Analystenstimmung vorsichtiger. Die Bank of America hat ihr Kursziel für Rheinmetall von 1.770 Euro auf 1.300 Euro gesenkt. Die Kaufempfehlung bleibt allerdings bestehen.
Die Bank begründet den Schritt mit einer zurückhaltenderen Einschätzung der Waffen- und Munitionssparte. Sie rechnet bis 2030 mit rund 10 Milliarden Euro Umsatz und 24 Prozent Marge in diesem Bereich. Das Rheinmetall-Management selbst peilt 14 bis 16 Milliarden Euro Umsatz und rund 30 Prozent Marge an — eine deutliche Lücke zur Analystensicht.
Zusätzlich belasten Berichte über eine mögliche Einstellung oder erhebliche Verschiebung des Fregattenprogramms F126 die Marinesparte. Das Programm soll bereits am 24. Juni 2026 beendet worden sein. Der Auftragsbestand von Rheinmetall lag im ersten Quartal 2026 bei rund 73 Milliarden Euro, der freie Cashflow fiel im selben Zeitraum negativ aus. Analysten führen das auf die hohen Investitionen in neue Kapazitäten zurück.
Vorstand kauft eigene Aktien
Für das zweite Quartal 2026 erwartet Rheinmetall ein Umsatzwachstum von über 60 Prozent. Der Bericht zum zweiten Quartal und ersten Halbjahr folgt am 6. August 2026.
Kurz vor der Kurskorrektur griffen Insider selbst zu. Vorstandsvorsitzender Armin Papperger kaufte über die ATP Holding GmbH Aktien zu etwa 953 Euro. Aufsichtsratsmitglied Andreas Arthur Georgi tätigte über seine Vermögensverwaltungsgesellschaft ebenfalls Käufe. Beide Transaktionen wurden Ende Juni als Pflichtmitteilungen veröffentlicht.
Der Rüstungskonzern steht damit an einem Scheidepunkt zwischen operativer Stärke und Bewertungsdruck. Neue Aufträge und die Diversifizierung ins Weltraumgeschäft zeigen Wachstumswillen. Ob das reicht, um die gekürzten Analystenerwartungen zu übertreffen, entscheidet sich spätestens mit den Zahlen am 6. August.
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