Rheinmetall Aktie: 11,37 Milliarden Euro neue Bestellungen

Rheinmetall übertrifft mit vorzeitigen Quartalszahlen die Erwartungen und treibt die Aktie an. Der Auftragsbestand von über 80 Milliarden Euro untermauert die positive Entwicklung.

Redaktion Stock-World ·
Moderne Industrieanlage mit Fokus auf Ingenieurwesen und Produktion im Kontext von industriellem Wachstum. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Vorzeitige Quartalszahlen übertreffen Prognosen
  • Auftragsbestand übersteigt 80 Milliarden Euro
  • Operative Marge deutlich über Erwartungen
  • Kursrally trotz negativem Free Cashflow

Rheinmetall war zuletzt der Sorgenfall im DAX. Jetzt ist die Aktie einer der stärksten Werte im Index. Der vorbörsliche Kurs von 1.171,20 Euro und ein weiteres Tagesplus von 1,58 Prozent zeigen: Die Erholung läuft weiter. Wer nur auf die Kurstafel schaut, verpasst allerdings den eigentlichen Wendepunkt.

Zahlen, die Skeptiker verstummen lassen

Der Auslöser ist klar. Rheinmetall hat am Mittwoch vorzeitig Quartalszahlen veröffentlicht, die selbst optimistische Beobachter überrascht haben. Umsatz und Gewinn legten im zweiten Quartal kräftig zu. Der Auftragsbestand liegt bei über 80 Milliarden Euro.

Besonders bemerkenswert: Der Konzern hatte Anfang Juli für den Zeitraum ein Wachstum von mehr als 60 Prozent in Aussicht gestellt. Selbst diese bereits angehobene Prognose übertraf Rheinmetall noch einmal.

Wer glaubt, der Konzern schwimme im aktuellen Rüstungszyklus nur mit, irrt. Jefferies-Analystin Chloé Lemarie bestätigt ihre Kaufempfehlung. Sie hebt hervor: Der Umsatz liegt vier Prozent über den Erwartungen, die operative Marge mit 17,1 Prozent deutlich über den prognostizierten 14,9 Prozent. Das ist kein Zufallstreffer. Das ist operative Exzellenz mitten im größten Nachfrageboom der Firmengeschichte.

Der Cashflow-Einwand überzeugt mich nicht

Kritiker verweisen gerne auf die Kehrseite. Rheinmetall erwartet im zweiten Quartal einen deutlich negativen operativen Free Cashflow. Gründe sind der zeitliche Versatz bei Anzahlungen, laufende Kapazitätsinvestitionen, höhere Forderungen und der Aufbau von Lagerbeständen.

Das klingt zunächst bedrohlich. Bei genauerer Betrachtung ist es aber genau das, was ein Unternehmen tut, das im laufenden Boom seine Kapazitäten hochfährt. Wer wächst, muss vorfinanzieren. Entscheidend ist: Der Markt hat diese Belastung offenbar bereits eingepreist, ohne dass die Rally ins Stocken geriet.

Auftragsbestand als Fundament

Was diese Rally von einer reinen Sektor-Bewegung unterscheidet, ist die konkrete Auftragslage. Allein zwischen April und Juni erhielt Rheinmetall neue Bestellungen im Volumen von 11,37 Milliarden Euro. Darunter ein Vertrag mit der Bundeswehr über Loitering Munition sowie im Rahmen des europäischen SAFE-Programms ein umfangreiches Auftragspaket mit Rumänien.

Diese Aufträge erhöhen die langfristige Planungssicherheit des Konzerns. Sie schaffen eine solide Basis für weiteres Umsatzwachstum in den kommenden Jahren.

Charttechnik bestätigt die fundamentale Story

Auch technisch hat sich das Bild gedreht. Der Kurs liegt 5,53 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt – ein klares Zeichen kurzfristiger Stärke. Der RSI von 66 signalisiert zunehmende Kaufkraft, ist aber noch nicht überkauft.

Gleichzeitig bleibt viel Luft nach oben. Zum 52-Wochen-Hoch fehlen noch 41,64 Prozent. Genau diese Diskrepanz macht die Situation für mich interessant: Mit starken Zahlen im Rücken hat die Aktie bereits einen wichtigen Widerstand genommen.

Fazit: Der Markt beginnt erst, das Comeback zu goutieren

Die 7-Tage-Performance von 14,89 Prozent und die 30-Tage-Rally von 16,89 Prozent sind beeindruckend. Trotzdem bleibt Rheinmetall auf Zwölfmonatssicht mit -32,40 Prozent deutlich im Minus. Genau diese Diskrepanz zwischen operativer Realität und Kursniveau spricht für mich dafür: Der Markt hat die Neubewertung gerade erst begonnen.

Die fundamentale Basis dieser Bewegung wirkt solider als bei mancher kurzlebigen Erholung, die der Verteidigungssektor in der Vergangenheit gesehen hat. Zahlen, Auftragsbuch und Charttechnik ziehen für mich in dieselbe Richtung.

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Rheinmetall Aktie

960,10 EUR

– 9,30 EUR -0,96 %
KGV 37,15
KUV 4,05
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,17 %
Marktkapitalisierung 44,76 Mrd. EUR
Ø Kursziel 1.641,29 EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

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