Rheinmetall Aktie: 20.000 Tonnen Pulverkapazität bis 2030

Rheinmetall-Aktie erholt sich leicht, während der Konzern eine neue Pulverfabrik baut und sich mit Exportkontrollen aus China sowie Kritik am Skynex-System konfrontiert sieht.

Redaktion Stock-World ·
Moderne industrielle Fertigungsanlage in atmosphärischem Licht als Symbol für industrielle Kapazitätserweiterung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Aktie erholt sich um über fünf Prozent
  • Grundstein für neues Pulverwerk gelegt
  • China setzt Rheinmetall auf Sanktionsliste
  • Skynex-System erhält Großauftrag trotz Kritik

Nach Monaten scharfer Kursverluste zeigt die Rheinmetall-Aktie wieder Lebenszeichen. Am Freitag schloss das Papier bei 1.032,60 Euro, ein Plus von 1,29 Prozent. Auf Wochensicht summiert sich die Erholung auf 5,34 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch aus dem Oktober trennen die Aktie aber weiterhin fast die Hälfte des Werts – ein Abstand von 48,55 Prozent, der zeigt, wie tief der Rüstungstitel seit dem Herbst gefallen ist.

Neue Pulverfabrik als Wachstumssignal

Inhaltlich liefert der Konzern in dieser Woche einen handfesten Grund für Zuversicht. Am Mittwoch legte Rheinmetall in Aschau am Inn den Grundstein für ein neues Pulverwerk, das nach eigenen Angaben zum größten und modernsten seiner Art in Europa werden soll. Bayerns Ministerpräsident Söder, Staatssekretär Schmid und Wirtschaftsminister Aiwanger nahmen an der Zeremonie teil. Das Investitionsvolumen am Standort beziffert Rheinmetall auf 350 Millionen Euro. Die Kapazität soll von derzeit 1.700 Tonnen Treibladungspulver pro Jahr auf 4.200 Tonnen steigen, die Belegschaft wächst von rund 800 auf etwa 1.400 Mitarbeiter.

Das Werk ist Teil des konzernweiten Programms „Firepower“, mit dem Rheinmetall die Munitionsproduktion in Europa massiv ausbaut. Bis 2030 soll die gesamte Pulverkapazität des Konzerns auf 20.000 Tonnen steigen, verteilt auch auf Standorte in der Schweiz und in Spanien. Die Gesamtinvestition in das Programm beläuft sich auf 650 Millionen Euro. Für Anleger unterstreicht der Ausbau, dass die politisch gewollte Aufrüstung in Europa weiterhin auf feste Kapazitätsplanung trifft – ein struktureller Rückenwind, der über die tägliche Kursschwankung hinausreicht.

China verhängt Exportkontrollen, Skynex unter Beschuss

Gegenläufig wirken zwei aktuelle Nachrichten aus dem geopolitischen Umfeld. Reuters berichtete gestern, dass China als Reaktion auf die jüngste EU-Sanktionsrunde gegen russlandnahe Firmen 14 europäische Unternehmen auf eine Exportkontrollliste gesetzt hat. Betroffen sind neben Rheinmetall auch kleinere Zulieferer wie Antraco Chemie und Sindlhauser Materials. Die Maßnahme untersagt den Export von Gütern mit doppeltem Verwendungszweck an die gelisteten Firmen, Ausnahmen bleiben laut Reuters möglich. Wie stark die Regelung Rheinmetalls Lieferketten tatsächlich trifft, ist offen, sie reiht sich aber in eine Serie wechselseitiger Sanktionen zwischen Brüssel und Peking ein.

Zusätzlichen Gesprächsstoff liefert ein Anfang Juli veröffentlichter ukrainischer Bericht, der das Flugabwehrsystem Skynex als „äußerst unzuverlässig“ einstuft. Als Ursache für ein Versagen bei einem russischen Drohnenangriff am 1. April nennt der Bericht Ladehemmungen sowie Probleme bei Zielverfolgung und Hydraulik. Rheinmetall verweist auf die grundsätzliche Wirksamkeit des Systems und mögliche Bedienungsfehler. Operativ scheint die Kritik dem Geschäft bislang nicht zu schaden: Der Konzern erhielt zuletzt einen Großauftrag über mehrere Hundert Millionen Euro für vier weitere Skynex-Systeme, die innerhalb von 39 Monaten geliefert werden sollen.

Analysten sehen weiter Potenzial

Am Kapitalmarkt überwiegt trotz der gemischten Nachrichtenlage die positive Einschätzung. Jefferies bestätigte am 9. Juli sein Kaufvotum mit einem Kursziel von 1.300 Euro. Unter den breiter erfassten Analystenmeinungen dominieren mit elf Kauf- gegenüber fünf Verkaufsempfehlungen ebenfalls die Optimisten, im Mittel liegt das Kursziel bei 1.800 Euro. Die jüngste Erholung von den Tiefstständen Ende Juni, verbunden mit dem sichtbaren Ausbau der Munitionskapazitäten, dürfte diese Einschätzung stützen – auch wenn geopolitische Risiken wie die chinesischen Exportkontrollen und die Debatte um die Zuverlässigkeit einzelner Waffensysteme kurzfristig für Nervosität sorgen können.

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Rheinmetall Aktie

960,80 EUR

– 8,60 EUR -0,89 %
KGV 37,15
KUV 4,05
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,17 %
Marktkapitalisierung 44,79 Mrd. EUR
Ø Kursziel 1.641,29 EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

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