Rheinmetall Aktie: 20 Milliarden Euro Nominierungen im Q2

Rheinmetall erhält Rückenwind von Barclays, die den Kursrückgang als Kaufgelegenheit bewertet. Der Rüstungskonzern hält an seinen ambitionierten Jahreszielen fest.

Eduard Altmann ·

Kurz zusammengefasst

  • Barclays stuft Rheinmetall weiterhin übergewichtet
  • Kursrückgang von 18,5 Prozent in 30 Tagen
  • Auftragsbestand erreicht 73 Milliarden Euro
  • Jahresprognose mit 14 Milliarden Euro Umsatz

Rheinmetall bekommt nach wochenlangem Verkaufsdruck wieder Rückendeckung von Barclays. Die Investmentbank hält an ihrer Übergewichten-Einstufung fest und wertet die gefallene Bewertung als Einstiegspunkt. Der Kernkonflikt bleibt: Der Kurs hat stark korrigiert, während die operative Auftragslage weiter kräftig aussieht.

Am Dienstag schloss die Aktie bei 1.202,60 Euro. Auf Wochensicht steht ein Plus von 7,57 Prozent, über 30 Tage bleibt aber ein Minus von 18,56 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.995 Euro ist das Papier noch weit entfernt; der Abstand zum Tief bei 1.118 Euro hat sich zuletzt immerhin verringert.

Barclays sieht Übertreibung nach unten

Barclays hält die negative Marktreaktion für überzogen. Europäische Rüstungswerte haben sich nach einer langen Rally abgekühlt, weil Beschaffungsverzögerungen, Haushaltsdebatten und hohe Bewertungen stärker ins Gewicht fallen. Rheinmetall bleibt aus Sicht der Bank dennoch einer der klarsten Profiteure der europäischen Aufrüstung.

Die Argumentation ist simpel, aber relevant. Der Konzern sitzt auf einem hohen Auftragsbestand, ist stark in Munition und Militärfahrzeugen positioniert und soll branchenführende Margen halten können. Kein Wunder, dass der jüngste Kursrückgang die Debatte über Bewertung und Wachstum neu geöffnet hat.

Operativ war der Jahresstart nicht makellos. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um acht Prozent auf 1,94 Milliarden Euro. Das Wachstum wirkte gedämpft, weil das Vorjahresquartal durch Vorzieheffekte ungewöhnlich stark war.

Zweites Quartal soll anziehen

Konzernchef Armin Papperger stellt für das laufende Quartal eine deutliche Beschleunigung in Aussicht. Rheinmetall erwartet Nominierungen von rund 20 Milliarden Euro, darunter Programme in Rumänien, Italien und der F126-Fregatten-Vertrag. Damit würde der Auftragseingang wieder stärker zur Investmentstory passen.

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Für das Gesamtjahr hält der Vorstand an der Prognose fest. Der Umsatz soll 14 bis 14,5 Milliarden Euro erreichen, die operative Marge bei 19 Prozent liegen. Das ist die zentrale Stütze der Barclays-These: Der Markt preist Verzögerungen ein, während das Management weiter auf Wachstumskurs bleibt.

Nicht alle Analysten gehen so weit mit. Berenberg senkte am 15. Mai 2026 das Kursziel von 2.100 Euro auf 1.750 Euro. Als Begründung nennt die Bank ein schwächeres Bewertungsumfeld und vorsichtigere Annahmen für Großprojekte.

Arminius bleibt der Knackpunkt

Besonders wichtig ist das Boxer-Arminius-Programm. Berenberg reduzierte die Erwartung für diesen Auftrag von 32 Milliarden Euro auf 23 Milliarden Euro. Das trifft nicht das laufende Geschäft, verändert aber die Größenordnung künftiger Wachstumsannahmen.

Rheinmetalls Auftragsbasis bleibt dennoch außergewöhnlich stark. Der Bestand inklusive Rahmenverträgen lag Ende März bei 73 Milliarden Euro, nach 56 Milliarden Euro im Vorjahr. Neu enthalten ist das Segment Naval Systems nach der Übernahme der Marinesparte von Lürssen.

Im zweiten Halbjahr sieht Papperger zusätzliche Chancen von rund 60 Milliarden Euro, vor allem durch Arminius und Beschaffungen für die Ukraine. Für 2026 stellt Rheinmetall einen Auftragseingang von rund 80 Milliarden Euro in Aussicht. Damit hängt die nächste Neubewertung weniger an kurzfristiger Kurserholung als an der Frage, wie viel von dieser Pipeline tatsächlich in verbindliche Aufträge übergeht.

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Rheinmetall Aktie

1.207,00 EUR

+ 35,00 EUR +2,99 %
KGV 52,37
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,02 %
Marktkapitalisierung 54,45 Mrd. EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

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