Rheinmetall Aktie: 250-Millionen-Camp in Litauen geplant

Rheinmetall errichtet für 250 Millionen Euro ein Soldatencamp in Litauen, während Verzögerungen und Kursverluste die Anleger vorsichtig halten.

Felix Baarz ·

Kurz zusammengefasst

  • Litauen-Camp für 2.000 Soldaten
  • Fertigstellung für August 2027 vorgesehen
  • Skyranger-Auslieferungen verzögern sich
  • Rheinmetall-Aktie verliert binnen Jahresfrist 36 Prozent

Rheinmetall erweitert sein Engagement im Baltikum. Der Rüstungskonzern errichtet in Litauen ein modulares Camp für bis zu 2.000 Soldaten, das im Rahmen des Nato-Programms G-CAP II SU entsteht und Mitte August 2027 bezugsfertig sein soll. Der Bau und die Einrichtung kosten rund 250 Millionen Euro, der laufende Betrieb schlägt mit etwa 40 Millionen Euro jährlich zu Buche.

Der Auftrag reiht sich in eine wachsende Zahl von Rheinmetall-Projekten im Baltikum ein. Parallel entsteht dort ein Munitionswerk, das ab kommendem Jahr die ersten 155-Millimeter-Geschosse fertigen soll. Zudem hat der Konzern einen Auftrag für Kampfdrohnen erhalten.

Bei einem weiteren Großprojekt, dem Flugabwehrsystem Skyranger 30, zeichnet sich dagegen Verzögerung ab: Von den geplanten 600 Einheiten werden Serienfahrzeuge frühestens 2027 ausgeliefert, der zugehörige Waffenturm sogar erst 2029.

Kassel-Ausbau drückt weiter auf den Kurs

Die Nachricht aus Litauen erreicht Anleger, die den Rheinmetall-Titel bereits mit Skepsis betrachten. Am gestrigen Sonntag war bekannt geworden, dass der Konzern sein Werk in Kassel im Rahmen des sogenannten „Arminius“-Projekts zum größten Panzerwerk Europas ausbauen will – finanziert über Bundeswehr-Aufträge von fast 40 Milliarden Euro.

Trotz dieser Aussicht auf jahrzehntelange Auslastung gab die Aktie am Montag im Xetra-Handel um 2,9 Prozent nach und rutschte auf 1.118,60 Euro ab, nachdem sie am Freitag noch bei 1.152,40 Euro geschlossen hatte.

Der Kursrückgang zeigt, wie stark der Markt inzwischen zwischen Auftragsvolumen und tatsächlicher Ergebniswirkung unterscheidet. Binnen zwölf Monaten hat das Papier rund 36 Prozent verloren, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 28 Prozent zu Buche.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 2.007,00 Euro, erreicht am 3. Oktober vergangenen Jahres, trennen die Aktie mittlerweile 44 Prozent. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 1.091,19 Euro besteht dagegen noch ein Aufschlag von 2,5 Prozent – ein Hinweis darauf, dass sich der kurzfristige Abwärtstrend zuletzt etwas verlangsamt hat.

Zulieferer profitieren, Anleger bleiben vorsichtig

Dass die Wehrtechnik-Nachfrage insgesamt intakt bleibt, zeigt sich auch bei Rheinmetall-Zulieferern. Der Getriebehersteller Renk hat seine Produktion von Panzergetrieben deutlich hochgefahren – von unter 600 Einheiten im Jahr 2023 auf mittlerweile über 800, bis 2030 sollen es mehr als 2.000 werden.

Bis 2028 investiert das Unternehmen bis zu 325 Millionen Euro in seine deutschen Standorte, unter anderem in das Werk Rheine, wo der Anteil militärischer Aufträge von 5 auf 30 Prozent steigen soll.

Auch der Waffenhersteller Heckler & Koch profitiert von der Aufrüstung: Nach einem Rahmenvertrag der Bundeswehr über 250.000 Sturmgewehre verdreifachte sich der Gewinn im ersten Halbjahr auf 40,8 Millionen Euro.

Für Rheinmetall selbst bleibt die Herausforderung, das enorme Auftragsvolumen in belastbare Margen zu übersetzen. Die milliardenschweren Projekte in Kassel und Litauen untermauern die langfristige Wachstumsstory, verändern aber wenig an der kurzfristigen Nervosität der Anleger, die sich in der volatilen Kursentwicklung der vergangenen Wochen widerspiegelt.

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Rheinmetall Aktie

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– 35,00 EUR -3,04 %
KGV 44,14
KUV 4,72
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,98 %
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Ø Kursziel 1.679,38 EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

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