Rheinmetall Aktie: 270-Millionen-Deal mit Renk

Trotz Rekordaufträgen aus Ungarn, Kuwait und Großbritannien verliert die Rheinmetall-Aktie weiter an Wert. Analysten streiten über die künftige Bewertung.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte Darstellung der Rüstungsindustrie mit starkem Licht hinter schemenhaften Industriemaschinen. Die Stimmung ist zuversichtlich und strategisch. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Renk-Deal über 270 Millionen Euro
  • Auftragsflut aus Ungarn und Kuwait
  • Kurs seit Jahresbeginn um 39 Prozent gefallen
  • Analysten uneins über Kursziele

Rheinmetall meldet einen Auftrag nach dem anderen. Trotzdem fällt die Aktie seit Wochen. Dieser Widerspruch beschäftigt Marktbeobachter zunehmend.

Renk erweitert Rahmenvertrag

Am Mittwoch kam frischer Nachrichtenstoff aus dem Zuliefergeschäft. Die Renk Gruppe und Rheinmetall haben einen bestehenden Rahmenvertrag erweitert. Er betrifft ungarische Schützenpanzer des Typs Lynx.

Konkret sichert sich Rheinmetall Getriebe des Typs HSWL 256C sowie passende Seitenvorgelege. Der Auftrag hat ein Volumen von 270 Millionen Euro.

Der Deal reiht sich in eine ganze Serie von Meldungen ein. Am 10. Juli verkündete Rheinmetall die erste Lieferung von Täuschkörperwerfern nach Kuwait. Acht Schiffe der kuwaitischen Marine werden damit ausgestattet.

Am 13. Juli folgte ein weiterer Erfolg. Rheinmetall Electronics UK übernimmt eine Schlüsselrolle im Trainingsprogramm der britischen Armee. Der Vertragsanteil ist knapp eine Milliarde Euro wert, die Laufzeit beträgt 15 Jahre.

Kurs bleibt trotz Auftragsflut unter Druck

Die Aktie notiert bei 970,10 Euro, ein Plus von 0,53 Prozent zum Vortag. Der Blick auf längere Zeiträume zeigt ein anderes Bild. Seit Jahresbeginn hat das Papier 39,43 Prozent verloren.

Vom Rekordhoch bei 1.995,00 Euro aus dem September 2025 ist die Aktie inzwischen 51,37 Prozent entfernt. Kein Wunder, dass Anleger nervös auf jede neue Meldung reagieren.

Analysten uneins über Bewertung

Trotz der Kursschwäche bleibt das Bild unter Analysten gespalten. Berenberg senkte sein Kursziel zwar auf 1.600 Euro, beließ die Einstufung aber auf „Buy“. Das durchschnittliche Kursziel der Investmenthäuser liegt weiterhin deutlich über dem aktuellen Niveau.

Die Bank of America sieht das kritischer. Am Mittwoch senkte sie ihr Kursziel auf 1.300 Euro. Der Grund: Sie hält das Umsatzziel von 14 bis 16 Milliarden Euro bis 2030 für kaum erreichbar. Die eigene Schätzung kappt die Bank auf rund 10 Milliarden Euro.

Guidance und Auftragsbestand als Gegengewicht

Trotz der Skepsis einzelner Analysten hält der Konzern an seiner Jahresprognose fest. Das Management bestätigte im Q1-2026-Bericht die Ziele für 2026. Erwartet werden 14 bis 14,5 Milliarden Euro Umsatz bei einer operativen Marge von etwa 19 Prozent.

Das entspricht einem geplanten Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragsbestand wuchs zum 31. März 2026 auf 73 Milliarden Euro, im Vorjahr waren es 56 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von rund 31 Prozent.

Die Diskrepanz zwischen operativer Stärke und Kursentwicklung bleibt damit bestehen. Neue Aufträge aus Ungarn, Kuwait und Großbritannien belegen die hohe Nachfrage nach Rheinmetalls Rüstungsgütern. Parallel dazu zieht die Neubewertung der langfristigen Wachstumsziele den Kurs weiter nach unten.

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Rheinmetall Aktie

1.031,80 EUR

– 22,40 EUR -2,12 %
KGV 41,39
KUV 3,82
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,14 %
Marktkapitalisierung 48,10 Mrd. EUR
Ø Kursziel 1.559,38 EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

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