Rheinmetall Aktie: 40-Milliarden-Arminius-Deal blockiert

Der Rüstungskonzern wartet auf den 40-Milliarden-Auftrag Arminius. Q2-Zahlen und Charttechnik bleiben kritische Faktoren für die Aktie.

Felix Baarz ·
Rheinmetall Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Arminius-Auftrag als entscheidender Kurstreiber
  • Kooperation mit Telekom für Drohnenabwehr
  • Schwacher Cashflow im ersten Quartal
  • Charttechnisch unter gleitenden Durchschnitten

Fast 40 Prozent unter dem Allzeithoch, aber mit einem prall gefüllten Auftragsbuch von 73 Milliarden Euro — Rheinmetall steckt in einem merkwürdigen Schwebezustand. Der Kurs hat sich in den vergangenen sieben Tagen um knapp neun Prozent erholt, liegt aber seit Jahresbeginn noch immer rund 24 Prozent im Minus. Was die Aktie in der zweiten Jahreshälfte antreibt oder bremst, hängt an einem einzigen Großprojekt.

Arminius: 40 Milliarden Euro warten auf Unterschrift

Das Bundeswehr-Beschaffungsprogramm „Arminius“ ist der mit Abstand wichtigste Kurstreiber. Geplant sind bis zu 3.000 Boxer-Fahrzeuge im Gesamtwert von rund 40 Milliarden Euro — ursprünglich für das erste Halbjahr 2026 erwartet. CEO Armin Papperger verschob die Prognose inzwischen auf frühestens das zweite Halbjahr.

Zwei Fragen blockieren die Vertragsunterzeichnung noch: Wer auf Käuferseite unterschreibt — die europäische Beschaffungsagentur OCCAR oder das Bundeswehr-Amt BAAINBw — ist ebenso ungeklärt wie weitere Details. Papperger machte deutlich, dass sich das Ganze nicht mehr lange hinziehen darf, wenn die Bundeswehr ihre Lieferziele bis 2029 halten will.

Parallel dazu hat Rheinmetall im Mai eine Kooperation mit der Deutschen Telekom angekündigt. Gemeinsam wollen beide einen Drohnenabwehrschild für Städte und kritische Infrastruktur entwickeln. Das Mobilfunknetz soll dabei als flächendeckendes Sensorsystem fungieren und Anomalien im Datenverkehr erkennen, die auf Drohnensteuerung hinweisen. Das Bundeskriminalamt zählte allein im vergangenen Jahr mehr als 1.000 verdächtige Drohnenflüge über Deutschland.

Q1 war schwach — Q2 soll es richten

Die Quartalszahlen für Q1 2026 lieferten ein gemischtes Bild. Acht Prozent Umsatzwachstum und ein 17-prozentiger Anstieg beim operativen Ergebnis klingen solide — der operative Free Cashflow von minus 285 Millionen Euro aber nicht. Rheinmetall hatte rund 200 Millionen Euro an Lkw-Fahrzeugen und etwa 100 Millionen Euro Treibladungspulver bewusst ins zweite Quartal verschoben.

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Das macht den 6. August 2026 — den geplanten Termin für die Q2-Zahlen — zum nächsten handfesten Prüfstein. Papperger erwartet im zweiten Quartal Nominierungen von rund 20 Milliarden Euro, darunter ein Lynx-Programm in Rumänien, ein Kampfpanzer-Programm in Italien und der F126-Fregatten-Vertrag. Für das zweite Halbjahr sieht er Opportunities von rund 60 Milliarden Euro.

Charttechnik zeigt Abwärtsrisiko

Der aktuelle Kurs von 1.221,40 Euro liegt rund 13 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt und mehr als 25 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Das nächste charttechnische Abwärtsziel liegt beim 12-Monats-Tief von 1.118 Euro — ein weiteres Minus von gut acht Prozent vom aktuellen Niveau.

Fundamental bleibt die Guidance intakt: Rheinmetall peilt für 2026 einen Umsatz zwischen 14 und 14,5 Milliarden Euro an. Ob der Kurs das einpreist, hängt maßgeblich davon ab, wann Arminius unterschrieben wird — und ob Q2 die verschobenen Lieferungen tatsächlich einholt.

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Rheinmetall Aktie

1.227,20 EUR

+ 17,80 EUR +1,47 %
KGV 54,32
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,93 %
Marktkapitalisierung 56,43 Mrd. EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

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